Dramatischer AppellSöder warnt eindringlich: „Gefahr, dass es außer Kontrolle gerät”

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München – Er tritt als einer der strengsten und konsequentesten Politiker während der Corona-Pandemie auf: Markus Söder hat in einer Pressekonferenz am Dienstag (13. Oktober 2020) ein entschiedenes und bundesweit einheitliches Handeln der Politik im Rahmen der Virus-Krise gefordert.

Markus Söder nennt Corona „psychologische Herausforderung”

Der Politiker sprach zunächst von einer „nicht nur medizinischen, sondern auch ethischen und psychologischen Herausforderung”. Deutschland befinde sich in einer „sehr ernsten Lage” und wir seien „kurz davor, die Kontrolle zu verlieren”.

„Wir wollen keinen Lockdown”, betonte der CSU-Politiker am Dienstag. „Ein zweiter Lockdown rückt dann näher, wenn es keinen Ruck gibt.”

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Um die Corona-Pandemie weiterhin unter Kontrolle zu behalten, wolle man sich auf die Infektionszahl konzentrieren, denn die sei die „Mutter aller Zahlen”. Söder plädierte für ein „echtes, klares Regelwerk für alle”, und zwar sofort. 

Beim für den Mittwoch (14. Oktober 2020) angesetzten Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Länder wolle man einen einheitlichen Regelkatalog erstellen. Söder: „Wir wollen Corona ausbremsen, bevor wir eine Notbremsung machen müssen.”

Markus Söder: „Müssen Corona ausbremsen”

Entscheidend seien nun die nächsten vier Wochen. Für diese Zeit gelten nun folgende Maxime: „Mehr Maske, weniger Alkohol, weniger Feiern.” Das Ziel: ein entspanntes Weihnachtsfest für alle. 

Die aktuelle Situation bezeichnete Söder als „fünf vor zwölf”. Die Entwicklung sei eindeutig, man müsse sich nach Corona richten, Corona werde sich nicht nach uns richten. „Wir haben die Bewährungsproben zusammen gut überstanden bisher, aber jetzt kommt der echte Charaktertest”, so Markus Söder.

„Es geht nicht darum, dass jeder jede Regel gut findet und immer einhält. Aber es geht um die Solidarität unter uns.”

Markus Söder: „Will keine Endzeitstimmung verbreiten”

Auch nach dem umstrittenen Beherbergungsverbot wurde der CSU-Politiker am Dienstag gefragt: „Wir werden da morgen auch drüber reden”, antwortete er. „Für mich ist entscheidend: Viel wichtiger als diese Frage ist die Frage, ob wir endlich einheitliche Regelungen finden, um diesen Inzidenzen zu begegnen.” Das Verbot sei nur ein untergeordnetes Thema. 

Den Gipfel am Mittwoch hält Söder für sehr wichtig: „Ich will keine Endzeitstimmung verbreiten. Aber es ist morgen auch eine mentale Frage: Wie entschlossen sind wir gegen Corona.” Er betonte: „Wir können uns nicht in drei, vier Wochen wieder treffen und dann nur jammern, dass es schlechter geworden ist.” (ta)