„Lage ist bitterernst” Bundespräsident Steinmeier mit drastischen Worten zu Lockdown

Berlin – Die Corona-Pandemie hat Deutschland weiter fest um Griff. Doch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich überzeugt gezeigt, dass diese Krise mit gegenseitiger Solidarität und Rücksichtnahme überwunden werden kann.

Dennoch: „Die Lage ist bitterernst, tausende Todesfälle in einer Woche und ein Infektionsgeschehen, das außer Kontrolle zu geraten droht. Wir kommen an einschneidenden Maßnahmen nicht vorbei”, so begann er seine Ansprache im Schloss Bellevue am Montag, 14. Dezember, dem ersten Tag des Lockdowns.

„Die kommenden Wochen sind eine Prüfung für uns alle“, sagte das Staatsoberhaupt weiter. „Wir sind ein starkes Land, weil in dieser schweren Krise so viele Menschen füreinander da sind und über sich hinauswachsen.”

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Bundespräsident Steinmeier: „Sind dem Virus nicht schicksalhaft ausgeliefert”

Die kommende Wochen würden für viele Menschen eine belastende Zeit, betonte der Bundespräsident. „Die Einschränkungen gefährden wirtschaftliche Existenzen, machen einsam und drücken aufs Gemüt.”

Er betonte zugleich: „Wir sind dem Virus nicht schicksalhaft ausgeliefert.” Es hänge an jedem einzelnen – „und wir wissen, was zu tun ist”. Mit Blick auf die bevorstehenden Weihnachtstage fügte Steinmeier hinzu: „Feiern lassen sich nachholen, über Geschenk freuen sich Freunde und Verwandte auch später noch.”

Bundespräsident zur Corona-Lage: Ohne weitere Einschnitte geht es nicht

Jetzt gehe es darum, Gesundheit zu erhalten und Leben zu retten. Ausdrücklich unterstützte der Bundespräsident die von Bund und Länder beschlossenen Maßnahmen zu einem harten Lockdown ab Mittwoch. Es gebe tausende Tode in einer Woche.

Ohne weitere Einschnitte gehe es nicht. Die bisherigen Anstrengungen reichten nicht aus. „Wir müssen noch konsequenter handeln”, sagte Steinmeier. Das gelte für das politische Handeln auf allen Ebenen. Aber auch „jeder und jede muss sich fragen, was kann ich zusätzlich tun, um mich und andere zu schützen”.

Bundespräsident Steinmeier: Kontakte müssen radikal begrenzt

Ziel müsse es sein, die Infektionszahlen so schnell wie möglich zu senken und auf niedrigem Niveau zu halten. Die Kontakte müssten radikal begrenzt werden, das müsse schnell und umfassend geschehen. Zugleich zeigte sich Steinmeier überzeugt, dass in Deutschland noch im Dezember die ersten Impfstoffe zugelassen werden und gleich nach Neujahr mit den Impfungen begonnen werden könne.

Denen, die am liebsten nichts mehr von Corona hören wollten, sage er: „Lassen Sie uns an die Gefährdeten denken, die Erkrankten, diejenigen, die auf den Intensivstationen um ihr Leben kämpfen.” Ärzte und Pfleger kämpften bis zur Erschöpfung gegen das Virus und setzten dabei auch ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, betonte der Bundespräsident. (AFP/dpa/mg)

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