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„Im Nachhinein schwer zu erklären“ Berichterstattung über Beirut: ARD räumt Fehler ein

Jens_Riwa_Tagesschau

Jens Riewa moderierte am Dienstagabend um 20 Uhr die „Tagesschau”. Die Berichterstattung über die schwere Explosion in Beirut fiel an dem Abend zu knapp aus, gab der Sender einen Tag später zu.

Berlin/Beirut – Es ist ein bemerkenswert offenes Statement seitens der ARD.

Am Dienstag (4. August) kam es zur verheerenden Explosion in Beirut, über 110 Menschen starben, viele Tausende wurden verletzt. Doch in der ARD fiel die Berichterstattung knapp aus – und dazu noch verspätet. Das sorgte für reichlich Kritik, vor allen Dingen im Netz.

Zwar hatten sowohl die „Tagesschau“ um 20 Uhr als auch die „Tagesthemen“ um 22.15 Uhr über die Katastrophe berichtet. Allerdings kam die Meldung zu Beirut ganz am Ende der „Tagesschau“ und in den „Tagesthemen“ wurde Beirut in einem kurzen Nachrichtenblock abgehandelt.

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Das sorgte etwa auf Twitter für Unmut unter den Zuschauern: „Dass die schwere Explosion in Beirut in den Tagesthemen erst im Nachrichtenblock vorkommt und mit Bundesliga aufgemacht wurde, muss man jetzt nicht verstehen, oder?“, fragt ein Nutzer. „Eine komplette Stadt liegt in Schutt und Asche und ein 60-sekündiger Bericht ist alles? Eine Schande für einen öffentlich-rechtlichen Sender“, kritisiert ein weiterer Twitter-User scharf in Richtung der „Tagesthemen“.

ARD selbstkritisch: „War eine journalistische Fehleinschätzung”

Die ARD-aktuell Chefredaktion hat am Tag nach der Katastrophe ein offenes und selbstkritisches Statement zur Berichterstattung gegeben. „Über Social Media haben wir schnell reagiert und ausführlich berichtet, aber hätten wir dieses Ereignis nicht auch im klassischen Fernsehen besser abbilden müssen? Um es kurz zu sagen: Ja, hätten wir. Es war eine journalistische Fehleinschätzung“, heißt es darin.

Und weiter: „Im Nachhinein ist es schwierig zu erklären, warum wir es gestern nicht ausreichend gemacht haben, denn es war eigentlich so offensichtlich. Es sind marginale Details, die am Ende zu einer Fehlerkette führen. Die tagesschau um 20 Uhr hatte einen Beitrag in der Sendung, allerdings auch diesen zu weit am Schluss der Sendung. Die tagesthemen hatten einen Kurzbericht im Nachrichtenblock. Auch das war zu wenig.“

ARD offen: „So ein Abend nagt an unserem Selbstverständnis”

Beide Teams würden sich im Nachhinein über die zu knapp ausgefallene Berichterstattung „grämen“, heißt es. „So ein Abend wie gestern nagt an unserem Selbstverständnis.“ Man wolle das Vertrauen der Zuschauer nicht enttäuschen. „Wir müssen immer wieder an uns arbeiten, damit wir besser werden“, so die Chefredaktion.

Unter den mehr als 130 Toten durch die Explosion in Beirut ist auch eine Deutsche. Sie arbeitete für die Botschaft, das wurde am Donnerstag bekannt. Bundeswehr und Technisches Hilfswerk starten unterdessen ihre Hilfsaktionen. (mg)

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