„Jetzt ahne ich“ Merkel zurück aus Quarantäne und mit entscheidender Erkenntnis

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Angela Merkel während einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt, nachdem sie aus der freiwilligen Quarantäne entlassen werden konnte.

Berlin – Artikel zuletzt aktualisiert am 3.4. um 20.01 Uhr – Nachdem auch der dritte Coronavirus-Test bei ihr negativ ausgefallen war, ist Angela Merkel zurück im Kanzleramt, mit einer entscheidenden Erkenntnis.

Merkel hatte sich am 22. März freiwillig in häusliche Quarantäne begeben. Grund für die Vorsichtsmaßnahme war, dass sie zwei Tage zuvor Kontakt zu einem mit dem Coronavirus infizierten Arzt hatte. Der Mediziner, der die Kanzlerin prophylaktisch gegen Pneumokokken geimpft hatte, war später positiv auf das Virus getestet worden.

Am Freitag ist die Bundeskanzlerin nach fast zwei Wochen häuslicher Quarantäne an ihren Arbeitsplatz im Kanzleramt zurückgekehrt. „Jetzt ahne ich: 14 Tage allein zu Hause, 14 Tage nur am Telefon und im Netz mit der Welt verbunden zu sein, das ist nicht leicht“, sagte Merkel in einer am Freitagabend verbreiteten Videobotschaft.

„Ich bin froh, mich heute wieder aus dem Kanzleramt an Sie wenden zu können“, sagte sie. „Meine häusliche Quarantäne ist vorbei, und mir geht es gut.“

Das Leben unter Quarantäne sei nicht leicht - „ganz besonders nicht für die vielen älteren oder erkrankten Menschen in dieser Zeit, die alleine zu Hause sein müssen, weil das Virus für sie eine große Gefahr darstellt, und die nicht - wie ich - nach knapp zwei Wochen schon wieder aus der Wohnung können“, sagte Merkel.

„Mein herzlicher Gruß und alle meine guten Wünsche gehen an Sie, die Sie jetzt in dieser Situation sind.“ Merkel

Merkel: Müssen an Maßnahmen festhalten

Die CDU-Politikerin sagte am Freitag in ihrem wöchentlichen Podcast, sie könne noch keine Stichtage für ein Ende der Anordnungen nennen. Dies wäre in der jetzigen Situation auch unverantwortlich.

Sie versicherte aber, dass die Bundesregierung und sie persönlich alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Maßnahmen möglichst bald zurückfahren zu können. Derzeit stiegen aber die Infizierten-Zahlen noch zu stark an. Es stimme zwar, dass jüngste Zahlen des Robert-Koch-Instituts ein wenig Hoffnung machten. „Aber es ist definitiv viel zu früh, um darin einen sicheren Trend zu erkennen.“

Deshalb blieben alle Leitlinien für das reduzierte öffentliche Leben und für die Einschränkung der Kontakte unvermindert bestehen - zunächst bis einschließlich 19. April, dem Ende der Osterferien in den meisten Ländern. Wie es dann weiter gehe, hänge davon ab, „an welchem Punkt der Ausbreitung des Virus wir dann in Deutschland stehen und wie sich das in den Krankenhäusern auswirkt“.

Merkel in Quarantäne: Sie hatte Kontakt zu infiziertem Arzt

Die Kanzlerin sei nach ihrem Presseauftritt am Abend unterrichtet worden, dass sie am Freitag zu einem Arzt Kontakt hatte, der mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

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Warum hatte sie Kontakt zu dem Mann? Der Mediziner habe bei Merkel eine vorbeugende Pneumokokken-Impfung vorgenommen.

Merkel wird jetzt regelmäßig auf Corona getestet

Die 65-jährige Kanzlerin habe nach der Information am Sonntagabend entschieden, sich unverzüglich in häusliche Quarantäne zu begeben, erklärte Seibert. „Sie wird sich in den nächsten Tagen regelmäßig testen lassen, weil ein Test jetzt noch nicht voll aussagekräftig wäre. Auch aus der häuslichen Quarantäne wird die Bundeskanzlerin ihren Dienstgeschäften nachgehen.“

Diese deutschen Politiker haben sich mit Corona infiziert

Unter deutschen Politikern gab es inzwischen schon mehrere Corona-Fälle. Wer gehört unter anderem dazu?

  • Ex-Grünen-Chef
  • Ex-Unionsfraktionschef
  • Alexander Graf Lambsdorff
  • Hagen Reinhold
  • Karoline Preisler

Bisher gab es bei keinem der aufgelisteten Betroffenen einen Verlauf der Erkrankung, der auf einer Intensivstation versorgt werden musste. (dpa/dok)

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