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Virologe Streeck Neue Heinsberg-Studie zeigt Corona-Gefahren im eigenen Haushalt

Neuer Inhalt

Professor Hendrik Streeck am 30. Mai in der Uniklinik Bonn.

Bonn – Vor allem am Anfang der Epidemie fanden sich viele Menschen in der häuslichen Quarantäne wieder.

Entweder weil sie Kontakt zu einer infizierten Person hatten, selber am Corona-Virus erkrankt waren oder aus Rücksichtnahme vor besonders gefährdeten Menschen im Familien- oder Freundeskreis.

Bonner Wissenschaftler testen, wo sich die Corona-Gefahren im Haushalt verstecken

Doch wo lauern die Ansteckungsgefahren bei einem längeren Aufenthalt in den eigenen vier Wänden? Wo fühlen sich die Viren zu Hause am wohlsten?

Diesen Fragen sind zwölf Wissenschaftler aus dem Bonner Institut des Virologen Hendrik Streeck nachgegangen. Ihre Ergebnisse haben sie nun auf dem Preprint-Server Medrxiv.org veröffentlicht.

Allerdings mit dem Vermerk, dass die Ergebnisse bislang noch nicht von weiteren Wissenschaftlern geprüft wurden.

Wissenschaftler führen Untersuchung in Corona-Hochburg Heinsberg aus

Der Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen war einer der Corona-Hotspots, wo sich das Virus mit am schnellsten verbreitete.

Hendrik Streeck und seine Wissenschaftler-Kollegen hatten den Kreis also rasch als perfekten Standort ausgemacht, um ihre Studie durchzuführen.

So wurden zufällig 21 Haushalte in Heinsberg ausgewählt, in denen mindestens ein Corona-Infizierter in häuslicher Quarantäne lebte.

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Streeck und sein Team nahmen insgesamt 119 Abstriche von Türklinken, Fernbedienungen, Möbelstücken, 66 Proben aus Abwasser von Duschen, Waschbecken und Toiletten sowie 15 Raumluftproben.

Erkenntnisse zur Corona-Studie in Heinsberg überraschen

Die Ergebnisse waren überraschend: die Virenbelastung in der häuslichen Umgebung war ausgesprochen gering.

Die Abstrich-Ergebnisse im Überblick:

  • Abwasser aus Duschen und Waschbecken: wies den prozentual höchsten Anteil an entdeckten Corona-Viren auf- rund 20 Prozent waren positiv.
  • Toilettenabwasser: hierbei wiesen rund 10 Prozent der Tests einen positiven Corona-Befund auf.
  • Oberflächen: bei gerade einmal drei Prozent der getesteten Oberflächen in Quarantäne-Haushalten konnten Rückstände des Virus festgestellt werden (zwei Türklinken, eine Fernbedienung und eine hölzerne Abdeckplatte)
  • Lebensmittel, Kleidung oder Pflanzen: bei keinem der getesteten Objekte konnten die Wissenschaftler den Erreger nachweisen.

Hendrik Streeck konnte mit seinen Kollegen so die These bestätigen, dass das Corona-Virus durch die sogenannte „Schmierinfektion“, also durch die Berührung von Gegenständen, sehr selten übertragen wird.

Raumluft-Tests durchweg negativ, Handhygiene ist weiterhin ungemein wichtig

Noch erstaunlicher ist das Ergebnis der Raumluft-Tests: es wurde in keinem der getesteten Räume das Virus nachgewiesen, obwohl die Ansteckungsgefahr durch Aerosole als besonders hoch gilt.

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Mit ihren Ergebnissen bestätigten die Wissenschaftler aus Bonn nochmal die Wichtigkeit, die Hände nach dem Kontakt mit Abwasser zusätzlich noch einmal zu desinfizieren.

Auch das Schließen des Klodeckels während des Spülens sei sinnvoll, den Virus nicht weiter zu verbreiten. (nb)