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Eklat nach Feuer-TragödieSpenden für Opfer spurlos weg?

Gebäudeeingang mit Person, Blumen und Schild

Copyright: IMAGO / snapshot

Gebäudeeingang mit Person, Blumen und Schild.

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Ein Konzert sollte Trost spenden, jetzt herrscht Wut: Die Einnahmen sind weg.

Nach der furchtbaren Feuer-Tragödie von Crans-Montana sollte es ein Signal der Zuversicht geben. In Lausanne versammelten sich Ende April etwa 2000 Personen für ein Benefiz-Event. Stars wie Gjon’s Tears, der die Schweiz beim ESC 2021 vertrat und Dritter wurde, traten ohne Bezahlung auf, um den Geschädigten und ihren Familien beizustehen.

Durch Ticketverkäufe, deren Preise bei 90 Schweizer Franken (etwa 98 Euro) begannen, kamen über 150.000 Franken zusammen – ein stattlicher Betrag, der für die Angehörigen und schwer verletzten Überlebenden bestimmt war. Aber die Fassungslosigkeit ist riesig: Anscheinend ist bei den Geschädigten bisher nichts eingegangen. „Die Opfer haben noch keinen Rappen gesehen“, so die herbe Anschuldigung. Das berichtet „DER SPIEGEL“.

Dubiose Macher und viele offene Fragen

Die Umstände geben Rätsel auf. Jener Verein, der die Gelder erhalten sollte, existiert anscheinend auf keinem Register. Ein Mitorganisator, von Beruf Immobilienhändler, lebt angeblich in Crans-Montana, ist nach Auskunft der Gemeinde dort jedoch nicht gemeldet. In Paris hingegen ist der Mann kein Unbekannter: Dort ist er 2018 wegen Untreue verurteilt worden, da er eine Bekannte um 20.000 Euro betrogen hatte.

Als nach dem Geld gefragt wurde, sollen die Organisatoren „höchst ungehalten“ reagiert haben. Eine zugesagte Erklärung wurde nicht geliefert. Weder die Stadtverwaltung von Lausanne noch die Behörden im Kanton Wallis haben Kenntnis über den Verbleib der Spendengelder. Wegen des karitativen Ziels war das Event sogar steuerbefreit.

Familien am Limit: „Niemand übernimmt Verantwortung“

Die Angehörigen der Betroffenen ringen mit den Konsequenzen der Tragödie, während die Summe unauffindbar bleibt. „Niemand übernimmt Verantwortung“, beklagte sich der Vater eines 18-Jährigen mit schweren Verbrennungen bei der ARD. Zahlreiche Familien stehen vor enormen finanziellen Belastungen. Vom Kanton Wallis habe er persönlich bislang lediglich 10.000 Franken als Ausgleichszahlung bekommen, obwohl die Regierung der Schweiz Ende Februar jedem Geschädigten 50.000 Franken zugesagt hatte.

Die Hoffnungslosigkeit ist gewaltig. Weil er sehr viel Zeit in der Klinik verbringt, kann der Vater kaum mehr seiner Arbeit nachgehen. Direkt in Crans-Montana sprechen Gastwirte anonym über „mafiöse Strukturen“, welche eventuell zu der Tragödie geführt haben könnten. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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