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O'zapft is trotz Corona? Münchener OB Reiter mit dringender Warnung an Wiesn-Fans

Oktoberfeste_Bier_Symbolfoto

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter warnt Wiesn-Fans davor, trotz der Corona-Pandemie wilde Partys zu feiern. Auf unserem Symbolfoto vom 21.09.2013 trägt eine Bedienung in einem Bierzelt auf dem Oktoberfest Masskrüge.

München – Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (62) sieht das wegen Corona geplatzte Oktoberfest mit Wehmut - und mahnt Wiens-Fans zu Vernunft.

„Ein Herbst ohne Wiesn - da fehlt einfach etwas“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er werde am Samstag - dem ursprünglich geplanten Start des Oktoberfestes - „sicher etwas wehmütig daran denken, dass ich jetzt eigentlich das erste Fass anzapfen würde“. Er habe keine Alternativen geplant.

Absage des Oktoberfest 2020: OB Reiter fordert Einhaltung der Corona-Regeln

„Für mich gibt es einfach nur das Original.“ Er verstehe aber alle, die trotzdem virtuell oder wie auch immer feiern wollten. „Ich bitte nur darum, dass alle rücksichtsvoll sind und sich an die derzeitigen Corona-Regeln halten.“

Die Münchner Wirte laden vom 19. September bis 4. Oktober zur sogenannten Wirtshaus-Wiesn ein. In mehr als 50 Gaststätten soll es schon am Samstag Wiesnstimmung geben, teils mit Blasmusik und Wiesnbier. Auch angezapft wird vielerorts.

Corona-Pandemie: Oktoberfest schon im April von Reiter und Söder abgesagt

Reiters Vorgänger, Alt-Oberbürgermeister Christian Ude (72) will laut „Abendzeitung“ um Punkt 12 Uhr in einem Wirtshaus im Münchner Bahnhofsviertel ein Fass anstechen.

Reiter hatte das Oktoberfest gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schon im April wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Sein Terminkalender sei auch ohne Wiesn gut gefüllt, sagte Reiter.

Die Hoffnung ruhe nun auf einer Zeit, in der es wieder ein Oktoberfest geben könne. „Umso schöner wird dafür die nächste Wiesn werden, da bin ich sicher.“

Ärzte sehen die in München geplanten Oktoberfest-Alternativen bei steigenden Corona-Zahlen mit Skepsis. Mindestens müssten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, mahnten Mediziner vor der am Samstag startenden „WirtshausWiesn“.

Ärzte sehen Oktoberfest-Partys trotz Corona äußerst skeptisch

„Angesichts steigender Zahlen an Neuinfektionen mit Covid-19 sehe ich eine "Wiesn light" eher skeptisch bis sorgenvoll“, sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner, der Deutschen Presse-Agentur. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 40 Fällen auf 100 000 Einwohner spreche „bei allem Verständnis für dieses Traditionsfest“ gegen solche Events.

Bei Einhaltung der Hygieneregeln sei das Risiko einschätzbar, sagte Bernd Zwißler, Klinik für Anästhesiologie am LMU Klinikum der Uni München. Das Ideal zur Vermeidung der Krankheitsübertragung sei es, sich nicht zu treffen. Derartige Veranstaltungen ganz zu verbieten, sei aber gesellschaftlich nicht akzeptiert und zum jetzigen Zeitpunkt wohl auch nicht verhältnismäßig.

WirtshausWiesn in München: Ärzte warnen vor nächsten Superspreadern 

Zusammenkünfte unter freiem Himmel mit begrenzter Personenzahl seien unter Beachtung der Corona-Regeln prinzipiell vorstellbar, sagte auch Wendtner. Die Realität zeige aber: „Aus kleinen Versammlungen, nicht zuletzt mit verstärktem Alkoholkonsum, können leicht wieder Superspreader-Events werden, die uns alle in unserem Kampf gegen das Virus zurückwerfen„, sagte Wendtner.

Ein einziger Infizierter könne eine ganze Infektionskette in Gang setzen. „Dieses Jahr heißt es für uns alle, Opfer zu bringen und das große Ganze, nämlich die Kontrolle der Pandemie, nicht aus dem Auge zu verlieren“, sagte Wendtner, der im Januar die bundesweit ersten Corona-Patienten behandelt hatte.

„Die nächste "gscheite Wiesn" kommt bestimmt, ohne das Virus im Nacken, hoffentlich nächstes Jahr.“(dpa)

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