Mörtelkästen vor Tierheim Pflegerin traut ihren Augen kaum und ruft um Hilfe

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Ganze Rattenfamilien waren in den Mörtelkästen eingesperrt.

Münster – Tiere haben es besonders in der Großstadt nicht leicht. Viele holen sich ein Tier nach Hause, stellen dann fest, dass sie sich eigentlich gar nicht darum kümmern können und setzen das Tier wieder aus. Ganz nach dem Motto: Die überleben schon irgendwie! 

Etwas Ähnliches ist jetzt einem Tierheim in Münster passiert: Vor der Tür wurden Mörtelkästen mit Rattenfamilien ausgesetzt. 67 Tiere befanden sich neben Altkleider, Brötchen, Kartoffeln und Hundefutter eingepfercht in den Kisten. 

Anruf in Tierheim: „Kannst Du kommen? Schnell?”

Als am Samstagmorgen das Telefon von Eileen Linke, der Mäuse- und Rattenbeauftragten des Tierheims, klingelte, wurde Alarm geschlagen. „Kannst du kommen? Schnell? Und mit schnell meine ich: SCHNELL! Jemand hat uns Ratten an die Straße gestellt. Viele! Und mit viele meine ich: VIELE!”

Die Rattenkästen wurden ein paar Meter weiter vom Eingang des Tierheims abgestellt. Die Behälter sowie die Tiere selber seien in einem katastrophalen Zustand gewesen, so Eileen Linke.

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67 Ratten wurden vor dem Tierheim in Münster ausgesetzt.

Münster: Zwei Ratten haben nicht überlebt

Zwei der Nager mussten aufgrund von Tumoren direkt eingeschläfert werden. Der Rest wird nun möglichst schnell aufgepäppelt. Da das Tierheim eine Kapazität von maximal 20 bis 30 Nagern hat, mussten Not-Alternativen geschaffen werden. Nun bekommt das Tierheim Unterstützung von der Notrattenhilfe Bielefeld.

Tierheim in Münster hat ersten Verdacht über Besitzer

Mit einem Blick auf die Mörtelkästen stellte Linke fest, dass es sich hierbei scheinbar um eine Futtertierzucht handelte: Je ein Männchen mit mehreren Weibchen. Von den Weibchen waren viele trächtig. Scheinbar dienten die Tiere als Futterquelle für Schlangen. „Entweder die Pythons dieses Menschen sind gestorben, oder er hatte sonst keine Abnehmer und Lust mehr”, kommentierte Eileen Linke.

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Jetzt sind die Nager wieder in guten Händen und können aufatmen. Ihre Zeit als Futterzuchttiere ist nun endgültig vorbei. (aku)

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