Was Sie jetzt wissen müssen Wie gefährlich ist das neuartige Coronavirus wirklich?

Heinsberg – Das Virus ist auf dem Vormarsch. Stündlich werden neue Fälle von Infektionen in Deutschland gemeldet. Im Kreis Heinsberg sind inzwischen alleine 35 Menschen betroffen (hier lesen Sie mehr).

Eine Unternehmensberatung in Düsseldorf meldet einen Mitarbeiter als infiziert, 1500 Kollegen sollen vorerst zu Hause belieben. Schulen und Kindergärten machen sicherheitshalber dicht. Was passiert jetzt mit Verdachtsfällen und Infizierten, welche Maßnahmen können ergriffen werden?

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum aktuellen Stand beim Coronavirus.

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Coronavirus: Ist die Angst vor einer Infektion berechtigt?

Es wird nicht zu verhindern sein, dass das Virus um die Welt läuft, so der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery. Wir sollten aber aufhören, Panik zu machen. „Das Virus kann bei manchen Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Bei über 80 Prozent führt es aber nur zu erkältungsähnlichen Symptomen.“

Wie geht es Deutschlands erstem Corona-Patienten in Schwabing?

Ende Januar steckte er sich mit dem SARS-CoV-2-Virus an, nach rund zwei Wochen in Quarantäne in einem Münchner Krankenhaus wurde er wieder entlassen. Einem Radiomoderator von Bayern1 verriet er jetzt, dass das Virus nicht so schlimm wie die Grippe sei.  „Mir geht es gesundheitlich super, bin wirklich in Topform. Mir ging es eigentlich auch nie schlecht.“

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Wie steht es um die Infizierten in NRW?

Die Infizierten in NRW, bei denen zuletzt das Coronavirus festgestellt worden ist, kurieren die Krankheitssymptome nach Angaben des Kreises Heinsberg zu Hause aus. „Die neuen Fälle sind nicht dramatisch“, so ein Behörden-Sprecher.

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Corona-Schutzmaßnahme:  Arbeiter desinfizieren U-Bahn-Gänge in Seoul (Südkorea). 

Die häusliche Quarantäne für Hunderte von  Karnevalisten, die am 15. Februar bei der „Kappensitzung“ gefeiert hatten, und ihre Familien, endet an diesem Samstag. „Diejenigen, die bis dahin keine Symptome haben, die haben am Sonntag Freigang.“ Übrigens: Der Corona-Verdachtsfall bei einem Mitarbeiter von DuMont hat sich nicht bestätigt.

Wird für ausreichend Hygiene bei der Behandlung gesorgt?

Das Gesundheits- und das Bildungsministerium reichen Hygiene-Tipps an Kitas, Schulen und an Pflegeeinrichtungen. Krankenhäuser sensibilisieren ihre Mitarbeiter in Veranstaltungen für die Einhaltung von Desinfektions- und Hygieneregeln. Das Gesundheitsministerium beantwortet Fragen zum Coronavirus unter folgender Nummer:

030 346 465 100.

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Was dürfen die Behörden veranlassen?

Schließung öffentlicher Einrichtungen: Das Infektionsschutzgesetz erlaubt es den zuständigen Behörden auch, Badeanstalten oder Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kitas und Ferienlager teilweise zu schließen.

Welche Maßnahmen sind künftig auch noch denkbar?

Einschränkung von Freiheitsrechten: Gesetzlich ist den Behörden ein Spektrum möglicher Maßnahmen an die Hand gegeben: Die verfassungsrechtlich garantierten Grundrechte wie die Freiheit der Person, die Freizügigkeit, die Versammlungsfreiheit, die körperliche Unversehrtheit und die Unverletzlichkeit der Wohnung können eingeschränkt werden.

Abriegelung von Gebieten und Orten: Behörden können Menschen „verpflichten, den Ort, an dem sie sich befinden, nicht zu verlassen oder von ihr bestimmte Orte nicht zu betreten, bis die notwendigen Schutzmaßnahmen durchgeführt worden sind.“

Ein Sperrbezirk ist in dem besonders stark  betroffenen Kreis Heinsberg nach Angaben der NRW-Behörden bislang aber nicht geplant.

Wie geht es den Menschen unter Quarantäne im Kreis Heinsberg?

„Ich war ja nicht darauf eingestellt, zu Hause bleiben zu müssen“, sagt Willfried Gossen im Telefonat mit dem EXPRESS. Erfahrungen mit Quarantäne hatte er wie die meisten anderen keine gehabt.

Gossen ist Präsident des Karnevalsvereins „Langbröker Dicke Flaa“, der mit seiner „Kappensitzung“ überregionale Bekanntheit erlangte. Am 15. Februar feierte Gossen mit 300 Jecken. Unter den Feiernden war auch der 47-jährige Mann, bei dem das Virus zum ersten Mal in NRW nachgewiesen wurde.

Gossen gehört jetzt zu den 1000 Menschen im Kreis Heinsberg, die noch unter Quarantäne stehen. In einem Online-Formular des Kreises Heinsberg habe er sich eintragen müssen, eine Mail des Gesundheitsamtes habe ihn weiter über das weitere Verhalten informiert.

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Langbroich, ein Ortsteil von Gangelt. Aus diesem Ort kommt der erste bestätigte Coronavirus-Fall in NRW.

„Wir sollen regelmäßig Fieber messen und das auch protokollieren. Nur, wenn erhöhte Temperatur festgestellt wird, soll man sich beim Gesundheitsamt oder beim Arzt melden. Ich darf auch keinen Kontakt zu anderen Personen aufnehmen.“

Die Gemeinde Gangelt an der deutsch-niederländischen Grenze zählt 12.500 Einwohner, der Ortsteil Langenbroich gerade mal 700. Die 300 Besucher der Sitzung waren überwiegend aus Langenbroich, sagt Gossen. „Verunsicherung ist schon da, aber Panik kann ich nicht feststellen.“

Das sei ein Dorf, in dem man sich kennt und unterstützt, so  Gossen. „Verwandte und Nachbarn bringen uns Einkäufe mit, das ist gut organisiert.“ Wie sieht der Alltag unter Quarantäne aus? „Ich versuche eben zu Hause für die Arbeit zu tun, was ich tun kann.“

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