„Bringt nichts, zu drohen“ Virologe Streeck bewertet Corona-Maßnahmen

Virologe Hendrik Streeck (1)

Virologe Hendrik Streeck (hier im März 2020 in einem Labor der Uniklinik Bonn) sieht das Coronavirus nicht so schnell verschwinden.

Bonn – Bund und Länder haben sich am Dienstag geeinigt, wie es in den kommenden Monaten der Corona-Krise weitergehen soll.

So sollen Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer beschränkt werden, wenn in einem Landkreis oder einem kommunalen Bezirk innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner kommen.

Außerdem sollen künftig falsche persönliche Angaben mit einem Mindestbußgeld von 50 Euro belegt werden können. In Nordrhein-Westfalen liegt dieses sogar bei 250 Euro, wie Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Dienstag auf einer Pressekonferenz erklärte.

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Corona-Maßnahmen: Virologe Hendrik Streeck sagt, was er davon hält

Im RTL-Interview erklärt Virologe Hendrik Streeck, was er von den verschärften Corona-Maßnahmen hält, und wann er mit einem Impfstoff rechnet.

„Ich finde es gut, dass man bundeseinheitliche Regeln gefunden hat“, beginnt Streeck. Ganz zufrieden ist der Virologe jedoch nicht: „Mir fehlt ein bisschen der Appell an die Eigenverantwortung der Menschen.“

Die Pandemie sei ein Marathon und kein Sprint. „Wir werden die nächsten Jahre damit zu tun haben und die Politik muss da nachbessern, indem sie an die Menschen appelliert. Es bringt nichts, mit Alkoholverbot und Ausgangssperren zu drohen“, erklärt er.

Corona-Experte Hendrik Streeck: „Auch ein Impfstoff lässt das Virus nicht verschwinden“

Wann es einen Impfung geben wird, kann Streeck nicht sagen: „Gerade in der letzten Phase gibt es Überraschungen, mit denen man häufig nicht rechnet“, sagt Streeck über die Tests solcher Stoffe. 

Aber auch, wenn es einen Impfstoff gäbe, sei dieser nicht das Ende der Pandemie. „Ein Impfstoff wird nicht dafür sorgen, dass der Virus komplett verschwindet“, gibt der Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Bonn zu bedenken.

Der Deutschen Presseagentur sagte Hendrik Streeck Anfang der Woche bereits, Deutschland habe zu große Angst vor dem Coronavirus. Die Sorge verhindere es, pragmatische Lösungen zu finden: „Wir haben es über den Sommer hinweg nicht geschafft, pragmatische Lösungen zu finden, wie man in bestimmten Bereichen weitermachen kann, wenn die Infektionszahlen deutlich steigen. Da wurden Chancen ausgelassen.“ (kiba)

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