Entführungs-Drama nach 42 Tagen beendet 13-Jähriger von schwer Bewaffneten verschleppt

Geiselnahme_Belgien_5FA1820009711B49

Staatsanwalt Guido Vermeiren (l) und Kris Vandepaer von der föderalen Kriminalpolizei Limburg, geben einer Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft Hasselt Details zur Entführung eines 13-jährigen Jungen bekannt. Das Kind ist in Belgien von schwer bewaffneten Kriminellen aus seinem Elternhaus entführt und erst nach 42 Tagen Geiselhaft wieder freigelassen worden.

Brüssel – Ein dramatischer Entführungs-Fall beschäftigt die belgische Justiz. Wie jetzt bekannt wurde, ist ein 13-jähriger Junge in Belgien entführt worden. Das Kind kam nach 42 Tagen Geiselhaft frei.

Das gab die belgische Bundespolizei am Montag, 1. Juni, bekannt. Das Kind sei in der Nacht zuvor freigekommen und gesund.

Belgien: Junge (13) wird nach 42 Tagen Geiselhaft freigelassen

Bei Razzien an mehreren Orten seien dann sieben Verdächtige festgenommen worden. Belgische Medien spekulierten über eine Tat im Drogenmilieu. Die Entführer sollen fünf Millionen Euro Lösegeld gefordert haben.

Hier lesen Sie mehr: Wie durch ein Wunder! Vermisste Maja (19) aus Leipzig ist plötzlich wieder da

Offiziell schilderte die Bundespolizei den Fall so:

In der Nacht vom 20. auf den 21. April seien schwer bewaffnete und maskierte Kriminelle in das Zuhause der Familie im ostbelgischen Genk eingedrungen und hätten den 13-Jährigen mit Gewalt verschleppt.

Während der 42 Tage der Geiselnahme habe es immer wieder Kontakte zwischen den Entführern und der Familie gegeben. Es sei Lösegeld gefordert worden. Zwei Mal hätten die Entführer Lebenszeichen des Kindes geschickt.

Belgien: Entführer fordern Lösegeld von Familie des 13-Jährigen

Nach intensiven Ermittlungen seien mehrere Verdächtige identifiziert worden, teilte die Polizei weiter mit. Das Kind sei schließlich in der Nacht zum 1. Juni unversehrt freigelassen worden.

Acht Durchsuchungen hätten in der Provinz Limburg und vier weitere in Antwerpen stattgefunden. Die sieben Verdächtigen sollten dem Haftrichter vorgeführt werden.

Hier lesen Sie mehr: Entführt und vergewaltigt – Sängerin Duffy will endlich mit Trauma abschließen

Offen ließen die Behörden den Hintergrund der Gewalttat und die Frage, ob Lösegeld floss. Der Sender RTBF meldete, ein Teil der geforderten Summe sei gezahlt worden.

Belgien: Familie des Entführten polizeibekannt

Die Familie des entführten Jungen sei wegen Verbindungen zum Drogenhandel polizeibekannt. Allerdings stellte der Sender auch klar, dass bisher nicht bestätigt sei, ob es sich um „Gewalt zwischen Drogenbossen“ gehandelt habe. Das Opfer und seine Familie erhalten demnach medizinische und psychologische Hilfe.

Polizeichef Eric Snoeck lobte den Ermittlungserfolg seiner Behörde mitten in der Corona-Krise. Die Beamten hätten unter oft sehr schwierigen Umständen aktiv und diskret ermittelt.

Alles zum Thema Polizeimeldungen
  • Was ist das denn? Bei Kontrolle in NRW: Polizei schaut ins Auto und kann es kaum fassen
  • Trivialer Streit eskaliert? Nach Bluttat unter Cousins in Köln: Tatverdächtiger (18) stellt sich der Polizei
  • Eintracht Frankfurt Fan-Wut kurz vor Europa-League-Finale: Polizei klaut Choreo der SGE
  • Essen Messerattacke in der Innenstadt – Opfer schwebt in Lebensgefahr
  • Wer kennt diesen Mann? Große Summe Bargeld erbeutet: Kölner Polizei fahndet nach Betrüger
  • Nach Amok-Alarm an NRW-Schule SEK nimmt weiteren jungen Mann vorläufig fest
  • Tote Kinder in Hanau Vater schweigt – Überstellung nach Deutschland ungewiss
  • In Dortmund Wurfmesser im Kinderwagen – Mann (25) mit Hakenkreuz-Tattoo von Polizei gestellt
  • Eine Million Euro wert Polizei in NRW hebt Plantagen aus – Stromverbrauch sprengt jeden Rahmen
  • Dreiste Trickdiebe in NRW Als Frau „Handwerkerin“ reinlässt, bekommt sie einen Schock

Er sei stolz auf den täglichen Kampf seiner Mitarbeiter gegen das organisierte Verbrechen und den Terrorismus. In dem Fall arbeiteten die Ermittler nach offiziellen Angaben auch mit Polizei und Justiz in den Niederlanden, Frankreich und den Vereinigten Staaten zusammen. (dpa)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.