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„Viel Nebel im Herbst, viel Schnee im Winter“ Was ist dran an Bauernregeln?

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Um den Herbst ranken sich etliche Bauernregeln. Wir haben denen mal auf den Zahn gefühlt. Das Symbolfoto zeigt einen Mann, der mit einem Rechen Herbstlaub zusammensammelt. Es wurde am 18. November 2019 in Bechingen aufgenommen.

Köln – Die Blätter an den Bäumen werden bunter, die Tage sind bereits merkbar kürzer geworden und langsam, aber sicher, wird es kühler. Der Herbst ist da.

Um die bunte Jahreszeit mit ihren Kürbissen, Erntedankfesten und Halloween ranken sich etliche Bauernregeln. So heißt es zum Beispiel: „Viel Nebel im Herbst, viel Schnee im Winter“. Aber stimmt das?

Bauernregeln mit regionaler Bedeutung

Was ist eigentlich dran, an diesen alten Sprichwörtern? „Bauernregeln sind teilweise in gewissen Region entstanden und waren oder sind auch nur dort gültig. Im Laufe der Zeit wurden Regeln aber in andere Orte getragen und dort verwendet, obwohl sie für die nicht gemacht wurden“, erklärt Meteorologin Lisa Brunnbauer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) gegenüber EXPRESS.

„Eine Bauernregel über Windrichtung und Wetterentwicklung auf der Alpennordseite stimmt meist nicht in Regionen südlich der Alpen. Viele Regeln beinhalten vielmehr eine Arbeitsanleitung – und keine Wetterprognose.“

Bauernregeln als Mahnung

Jedoch gibt es auch Bauernregeln, die man als „universelle Wahrheit“ ansehen kann, wie uns Dr. Cedrick Ansorge vom Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität zu Köln erklärt. Diese dienen zum Beispiel als eine „nützliche Mahnung zu maßvoller Vorratshaltung“. Eine solche Bauerregel ist beispielsweise „Herbst Oktoberwind, glaub' es mir, verkündet harten Winter dir.“

„Herbststürme im Oktober sind weder ein Wetter- noch ein Witterungsphänomen, sondern schlichtweg ein wesentlicher Teil der jahreszeitlichen Klimatologie“, erklärt Dr. Ansorge. „Es gibt keinen Herbst so ganz ohne Sturm, genauso wie in der klassischen bäuerlichen Vorratshaltung jeder Winter seine Härten mit sich brachte“

Zwei Kategorien von Bauernregeln

Dr. Ansorge erklärt auch, dass sich Bauernregeln in zwei Kategorien einteilen lassen. „Die einen versuchen vom Wetter zu einem bestimmten Zeitpunkt auf die Zukunft zu schließen, die anderen beschäftigen sich mit der Wirkung der Witterung auf die Landwirtschaft“, so der Meteorologe.

Bauernregeln, die früher vielleicht eine gewisse Gültigkeit hatten, können diese im Laufe der Zeit jedoch auch verloren haben. Schuld daran ist unter anderem der Klimawandel, weiß Dr. Ansorge.

Bauernregeln leiden unter dem Klimawandel

„Der Klimawandel macht vor Bauernregeln nicht halt: Der Vegetationszustand, der im vorindustriellen Klima – durchschnittlich – am 7. Mai erreicht war, ist heute gut und gern zwei bis drei Wochen früher dran. Bauernregeln werden aber recht selten angepasst“, so der Experte.

Wir haben fünf Bauernregeln für den Herbst auf den Zahn gefühlt und sie auf ihre Gültigkeit im Hier und Jetzt überprüft:

„Viel Nebel im Herbst, viel Schnee im Winter“
„Nebel entsteht oft bei Hochdruckwetterlagen. Nach einer Phase mit Hochdruckgebieten folgt – früher oder später – eine Phase mit Tiefdruckgebieten, die Schnee im Winter bringen können. Die Gültigkeit liegt hier aber eher bei 50:50“, so Lisa Brunnbauer vom Deutschen Wetterdienst.

„Fällt das Laub recht bald, wird der Herbst nicht alt“
Hinter dieser Bauernregel steckt die Beobachtung, dass Bäume bei Kälteeinbrüchen ihre Blätter abwerfen und darauf der Winter folgt. Das muss aber nicht sein, denn auch bei Trockenheit im Herbst werfen Bäume die Blätter ab, ohne dass gleich der Wintereinbruch folgt.

„November hell und klar, ist übel fürs nächste Jahr“
„Ein Zusammenhang ist unstrittig, denn ein übermäßig schöner, warmer November kann zu einem frühzeitigen Austreiben der Pflanzen und entsprechenden Frostschäden im Verlauf des Winters bei bestimmten Nutzpflanzarten führen“, erklärt uns Dr. Cedrick Ansorge vom Institut für Geophysik und Meteorologie der Universität zu Köln.

„Je trockener der Herbst, je kälter der Winter, je besseres Jahr“
Denkt man an die letzten Jahre zurück, hat sich diese Bauernregel nicht bewahrheitet, sagt Lisa Brunnbauer. „Wir hatten trockenes Herbstwetter – aber milde Winter.“

„Gefriert im November schon das Wasser, wird der Januar umso nasser“
Die Expertin des DWD erklärt, dass diese Bauernregel schlichtweg keinen Wahrheitsgehalt hat. Es gibt keinerlei Zusammenhang zwischen Frost im November und Regen im Januar.

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