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Neuer Twitter-Trend Warum der Hashtag #AbleismTellsMe jeden etwas angeht

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Menschen mit Behinderung machen unter dem Hashtag #AbleismTellsMe auf diskriminierende Situationen aufmerksam. Unser Symbolfoto wurde 2018 aufgenommen.

Köln – Haben Sie schon einmal von „Ableismus“ gehört? Dieser Begriff bezeichnet nämlich die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung.

Ableismus zeigt sich zum Beispiel, wenn diese Menschen ungleich behandelt oder für minderwertig gehalten werden. Ableismus lässt sich also mit „Behindertenfeindlichkeit” übersetzen.

Ableismus: Ein unbekannter Begriff für ein wichtiges Thema

Doch Ableismus ist im Vergleich zu Rassismus oder Sexismus nur wenig verbreitet. Dies möchten Menschen mit Behinderung ändern. Und deshalb twittern sie unter dem Hashtag #AbleismTellsMe über Behindertenfeindlichkeit im Alltag. Angefangen hat alles mit Tweets der 23-jährigen Studentin Kayle Hill aus den USA. Jetzt ist die Welle auch nach Deutschland geschwappt.

Diagnose kam plötzlich Wie Nikos (23) aus Köln sein Leben als fast blinder meistert

In tausenden Tweets erzählen Betroffene von Situationen, in denen sie sich als Mensch mit Behinderung diskriminiert oder nicht gleichwertig behandelt gefühlt haben. So möchten sie die Öffentlichkeit auf ihre Probleme, Möglichkeiten und wahren Bedürfnisse aufmerksam machen.

Menschen mit Behinderung oft zu unrecht unterschätzt

Viele Nutzer*innen erzählen zum Beispiel von Situationen, in denen sie unterschätzt wurden.

Manche Menschen zweifeln zum Beispiel daran, dass ein Mensch, der eine Behinderung hat, intellektuell etwas drauf haben könnte. Für diese Menschen ist es dann auch unvorstellbar, dass ein Mensch mit Behinderung an einer Uni studieren und anschließend einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt finden kann.

Und wenn eine Rollstuhlfahrerin einen Doktortitel vorweisen kann, dann kann dies für diese Menschen nicht mit rechten Dingen zugehen.

Andere gehen wiederum davon aus, dass Menschen mit Handicap sowieso eine Stelle bekommen, denn große Unternehmen müssten diese einstellen. Dass sie sich durch die Zahlung eines bestimmten Beitrages auch von dieser Pflicht freikaufen können, ist nur wenigen bekannt. 

Und einige Vodafone-Mitarbeiter konnten kaum glauben, dass auch ein Blinder einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen kann. 

Ein ganz heikles Thema: Die Beziehungskiste 

Wenn es um das Thema Beziehungen geht, gibt es vor allem zwei Standpunkte: Die einen denken, Menschen ohne Behinderung seien nur aus Mitleid mit jemandem mit Beeinträchtigung zusammen.

Und andere Menschen glauben, dass Menschen mit Behinderung nur mit jemandem mit derselben Behinderung zusammen sein könnten. 

Oft kritisiert: Das Verhalten gegenüber Menschen mit Behinderung

Was Menschen mit Behinderung jedoch am meisten nervt, ist das Verhalten von Nicht-Behinderten ihnen gegenüber. Dies sieht man vor allem an der hohen Anzahl der Tweets, die von den Betroffenen zu diesem Thema gepostet werden. So schildert eine Twitter-Userin, dass sie das neugeborene Kind ihrer Schwester im Krankenhaus nicht anfassen durfte, weil diese Angst hatte, das Kind könne – wie die Twitter-Userin – eine Behinderung bekommen.

Michel Arriens, ein bekannter kleinwüchsiger Aktivist, beschwert sich darüber, dass er nicht als Zwerg oder Gnom bezeichnet werden wolle. Außerdem sei es nicht ok, Selfies mit ihm zu machen – auch nicht für Geld. 

Aber auch zur fahrenden, kostenfreien Garderobe wolle ein Rollstuhlfahrer nicht missbraucht werden, wie Twitter-Nutzerin RunLola klarstellt. 

Ein weit verbreitetes Phänomen ist auch, dass oftmals ausschließlich die Begleitperson des Menschen mit Behinderung angesprochen wird. Die Person mit Behinderung wird also nicht als Gesprächspartner auf Augenhöhe angesehen. Und wenn ein Mensch mit Beeinträchtigung dann doch mal alleine unterwegs ist, spricht man eben die Person direkt neben ihm oder ihr an, denn Menschen mit Handicap sind ja nie alleine unterwegs. 

Das Thema Barrierefreiheit ist auch in vielen Köpfen und Konzepten noch nicht angekommen, wie einige User kritisieren. So entscheide das Mitdenken der Mitmenschen, wo man essen, übernachten oder seinen Spaß haben dürfe. 

Diese Tweets zeigen, dass behindertenfeindliches Verhalten allgegenwärtig ist und es sich lohnt, darauf aufmerksam zu machen.