„Wo war die Landesregierung?“ Scharfe Kritik nach Chaos in Winterberg und Hellenthal

Hellenthal

Überfüllt: Der Parkplatz im Skigebiet „Weißer Stein“ in der Eifel. Nach Winterberg im Sauerland werden auch in der Eifel die Konsequenzen gezogen. Mit Bauzäunen sollen Parkplätze und Pisten abgesichert werden. Mitarbeiter werden die Einhaltung der Absperrungen kontrollieren.

Winterberg – Nach Winterberg zieht nun auch die Eifelgemeinde Hellenthal Konsequenzen: Nach einem Besucheransturm zu Beginn des neuen Jahres werden in der Eifel-Gemeinde ab Montag, 4. Januar, alle Wintersportgebiete geschlossen. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“. 

  • Erneut Ansturm auf Skigebiete in Winterberg und Hellenthal
  • Stadt Winterberg schließt Pisten und Parkplätze bis 10. Januar
  • Hellenthal ab Montag, 4. Januar, abgesperrt

Betroffen seien neben dem Weißen Stein das Hollerather Knie und der Bereich Hohes Kreuz in Hollerath.

Absperrung durch Bauzäune: Drastische Maßnahmen in Hellenthal

Die in der vergangenen Woche eher ruhige Lage sei an den vergangenen beiden Tagen zunehmend angespannter geworden, sagte Hellenthals Bürgermeister Rudolf Westerburg demnach. Er kündigte an, dass die Bereiche mit Bauzäunen abgesichert werden und Mitarbeiter die Einhaltung der Absperrungen kontrollieren.

Hellenthal

Überfüllt: Der Parkplatz im Skigebiet „Weißer Stein“ in der Eifel. Nach Winterberg im Sauerland werden auch in der Eifel die Konsequenzen gezogen. Mit Bauzäunen sollen Parkplätze und Pisten abgesichert werden. Mitarbeiter werden die Einhaltung der Absperrungen kontrollieren.

Es habe vermehrt Beschwerden von Anwohnern gegeben. In Udenbreth verlief der Ansturm nach Angaben des Bürgermeisters recht koordiniert, zudem seien die Anwohner dort die Wintersport-Besucher gewohnt.

Anwohner wütend über Chaos und Wildparker

Doch in anderen Orten sei das ganz anders gewesen: Es sei recht wild geparkt worden, unter anderem seien zahlreiche Hofeinfahrten einfach zugeparkt worden, andere Besucher hätten auf Wiesen geparkt.

Alleine auf einem großen Parkplatz hätten am Sonntag, 3. Dezember, etwa 1300 Autos geparkt, sagte ein Sprecher der Stadt am Montag, 4. Dezember. Erstmals seien Besucher auch auf die etwa 50 Dörfer und Weiler der 8000-Einwohner-Gemeinde nahe der belgischen Grenze ausgewichen.

Polizei sperrt Zufahrtsstraßen in Winterberg

Winterberg im Sauerland wurde bereits seit Sonntag (3. Januar) um 11.30 Uhr komplett abgeriegelt. Niemand kam mehr hinein, sämtliche Straßen, Pisten und Parkplätze wurden gesperrt.

Der Grund: Erneut haben sich am Wochenende viele Ausflügler auf den Weg ins verschneite Sauerland gemacht – trotz wiederholter Bitten der Stadt Winterberg, auf Ski- und Rodelspaß im Lockdown zu verzichten.

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Polizisten stehen am Sonntag (3. Januar 2021) auf einer Piste im Skigebiet in Winterberg.

Polizei und Ordnungsbehörden schrieben allein am Samstag (2. Januar 2021) Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Coronaschutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt sagte.

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Winterberg: Ausflügler ziehen ihre Schlitten am Neujahrstag einen verschneiten Hang hoch.

In den verschneiten Ortschaften der Region bildeten sich längere Autoschlangen und Staus, die Parkplätze füllten sich.

Winterberg sperrt Parkplätze und Pisten bis zum 10. Januar

Die Stadt Winterberg zog Konsequenzen: Parkplätze und Pisten in und um Winterberg bleiben mindestens bis zum 10. Januar gesperrt.

Am Sonntag wurden die Maßnahmen noch verschärft: „Winterberg muss abgesperrt werden”, schrieb die Polizei bei Twitter.

Um 11.30 Uhr riegelten die Behörden daher sämtliche Zufahrtsstraßen ab. „Bitte umkehren”, lautet der Appell an alle Tagestouristen. 

Stadt Winterberg zieht harte Konsequenzen und appelliert

„Warum kommen so viele Menschen jetzt, wo es wenig hilfreich ist, hier rauf? Warum stehen so viele Menschen in kilometerlangen Staus? Diese Menschen stehen vor vollen Parkplätzen, die ab dem 3.1. gesperrt sind”, schrieb auch das Team der Stadt Winterberg in einem Appell auf seiner Internetseite.

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Lange Auto-Schlangen wie hier am 29. Dezember an der Nordhelle prägen seither das Bild in Winterberg.

„Die Pisten dürfen ab dem 3.1. nicht betreten werden. Wir haben zuletzt viele Anreisende zurückschicken müssen. Warum? Weil alles übervoll war. Nichts geht mehr.”

Das Team erklärt: „Wir lieben unsere Berge. Ihr auch. Aber in diesen Zeiten müssen wir diese Liebe ruhen lassen, denn der Ansturm führt zu Stau und zu Menschenaufläufen. Verstopfte Straßen, fehlende Parkplätze und viele potenzielle Kontakte. Wer will das schon!”

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Winterberg: Ausflüger mit Schlitten gehen am Neujahrstag an einem Schild vorbei, das auf die Maskenpflicht hinweist.

Betroffen von den Sperrungen sind die Pisten im Altastenberg, Neuastenberg, Niedersfeld, Winterberg, Züschen und die dazugehörigen Parkplätze sowie der Bereich rund um den Kahlen Asten und der Großraumparkplatz Bremberg. Verstöße sollen konsequent geahndet werden, wie die Stadt bei Facebook mitteilt. 

Weiter Chaos in Winterberg: Polizei mit deutlicher Warnung

Neben Parkplatz- und Pistensperrungen hat die Polizei am Samstagnachmittag, 2. Januar, auch die Bundesstraße 480 als Zufahrt nach Winterberg gesperrt. Die Polizei hatte am Morgen per Twitter angekündigt, die Stadt am Wochenende verstärkt bei der Durchsetzung der Allgemeinverfügung zur Maskenpflicht und der Coronaschutzverordnung zu unterstützen.

Dafür würden auch Kräfte der Bereitschaftspolizei hinzugezogen. 

Opposition mit scharfer Kritik an Landesregierung

Bereits vor einer Woche hatten Besucher die Region gestürmt. Auch am Neujahrstag waren die Straßen auf dem Weg ins Skigebiet Winterberg wegen des starken Besucheraufkommens wieder verstopft. 

Der Oppositionsführer im Düsseldorfer Landtag, Thomas Kutschaty (SPD), kritisierte: „Bei den Bildern der vergangenen Tage aus Winterberg müssen wir leider fragen: Wo war da die Landesregierung? Was hat sie unternommen, um den betroffenen Kommunen des Ski-Tourismus unter die Arme zu greifen? Außer Appellen war von ihr leider nicht viel zu vernehmen.“

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Haltung und Kommunikation der Landesregierung in der Corona-Krise seien unklar. „Unter dem Strich lässt sich dazu sagen: Die Fehler passieren in Düsseldorf. Ausbaden dürfen sie aber immer die Kommunen und Einrichtungen vor Ort.“ (jv/dpa/ta/susa)

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