War es Totschlag? Sohn setzt kranke Mutter (79) in Badewanne – sie ertrinkt

Badezimmer_Prozess

Mit einem Lifter hatte der Sohn seine kranke Mutter in die Badewanne gelassen. Das Symbolfoto zeigt ein Bad mit Wanne aus den 1950ern in einem Museum in Hamburg.

Paderborn – War es Totschlag? Sechs Monate nach dem Tod einer 79-jährigen Frau in einer Badewanne in Marienmünster im Kreis Höxter muss sich ihr Sohn ab Montag, 8. Februar, vor dem Landgericht Paderborn verantworten.

  • Kranke und pflegebedürftige 79-Jährige stirbt in Badewanne
  • Prozess vor dem Landgericht Paderborn gegen Sohn
  • Es geht um Totschlag

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen Totschlag vor. Laut den Ermittlungen lebten Mutter und Sohn gemeinsam in einem Haushalt.

Totschlags-Prozess in Paderborn: Mutter mit Lifter in Badewanne gesetzt

Der Angeklagte soll allein für die Pflege der schwerkranken Frau verantwortlich gewesen sein. Laut Anklage setzte der 54-Jährige seine Mutter am 11. August am Morgen mit einem Lifter in die Wanne im Badezimmer. Zuvor soll er die Wanne mit Wasser gefüllt haben.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass dem Sohn bewusst war, dass die Frau wegen ihres Gesundheitszustandes ständig beobachtet werden musste, weil sie sonst unter die Wasserlinie abrutschen und ertrinken könnte. Dennoch soll der Sohn das Badezimmer für längere Zeit verlassen haben. Laut Anklage nahm der Mann den Tod durch Ertrinken zumindest billigend in Kauf.

Totschlags-Prozess in Paderborn: Sohn macht widersprüchliche Angaben

Der Verdacht war schnell auf den heute 54-Jährigen gefallen. Er hatte selbst den Rettungsdienst gerufen. „Der Sohn hat bei den Ermittlungen widersprüchliche Angaben gemacht“, sagte Oberstaatsanwalt Ralf Meyer kurz nach dem Fund der Leiche. Die Obduktion hatte Hinweise ergeben, dass die Frau nicht eines natürlichen Todes gestorben war. Der Tatverdächtige kam in Untersuchungshaft.

Für den Prozess sind drei weitere Termine angesetzt. (dpa)

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