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Weihnachten in NRW Minister Stamp fordert bundesweite Absage aller Gottesdienste

Joachim Stamp will Gottesdienste absagen

Joachim Stamp (FDP): Der stellvertretende NRW-Ministerpräsident will, dass alle Gottesdienste abgesagt werden. Das Foto entstand im November 2020.

Nordrhein Westfalen – Der nordrhein-westfälische Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) hat die Kirchen in Deutschland zur Absage aller Präsenzgottesdienste zu Weihnachten aufgerufen.

  • NRW Vize-Minister fordert bundesweite Absage von Präsenzgottesdiensten
  • Joachim Stamp appeliert an Bundesländer, dass ein Zusammentreffen von Menschenmassen nicht zu verantworten sei
  • Katholische Kirche weigert sich bislang noch gegen einen kompletten Verzicht

NRW: Vize-Minister fordert bundesweite Absage von Präsenzgottesdiensten

„Die völlig unabsehbare Entwicklung der Pandemie und die Nöte auf den Intensivstationen in vielen Teilen Deutschlands“ machten dies seiner Meinung nach unausweichlich, sagte Stamp am Dienstag (22. Dezember) der Deutschen Presse-Agentur.

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„Als bekennender und praktizierender Christ fällt es mir schwer, zum generellen Verzicht auf Präsenzgottesdienste an Weihnachten aufzurufen“, sagte Stamp. Ihm sei bewusst, dass viele Gemeinden vor Ort hervorragende Hygienekonzepte entwickelt hätten.

Joachim Stamp bezeichnet generellen Verzicht auf Präsenzgottesdienste als „Nächstenliebe"

„Aber es ist in dieser Lage schwer zu verantworten, dass sich größere Menschenmengen treffen und sich dann doch außerhalb des Gottesdienstes angesichts des Weihnachtsfest eng begegnen und auch umarmen werden.“

Gerade ältere Menschen verspürten vermutlich „eine religiöse Pflicht“, in den Gottesdienst zu gehen, wenn er in Präsenz stattfindet. „Aber gerade gegenüber diesen Risikogruppen haben wir eine besondere Verantwortung. Ein genereller Verzicht auf Präsenzgottesdienste wäre daher aus meiner Sicht gelebte Nächstenliebe“, so Stamp.

Die meisten evangelischen Kirchenleitungen in NRW hatten wegen der aktuellen Corona-Lage bereits ihren Gemeinden geraten, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Im Rheinland, wo die Entscheidung den örtlichen Kirchen überlassen wurde, hatten nach Angaben eines Sprechers vom Montag zwischen 80 und 90 Prozent von sich aus die Gottesdienste abgesagt.

Katholische Kirche weigert sich gegen kompletten Verzicht auf Präsenzgottesdienste

Die katholischen Bistümer lehnen einen kompletten Verzicht auf Präsenzgottesdienste bislang ab.

Pfarrer Antonius Hamers vom Katholischen Büro NRW hatte am Montag der dpa gesagt, er habe am Vortag Kontakt mit der Düsseldorfer Staatskanzlei gehabt und in Absprache mit den fünf katholischen Bistümern in NRW erklärt, dass ein genereller Verzicht auf Präsenzgottesdienste für sie nicht in Frage komme.

„Aus der Staatskanzlei ist mir versichert worden, dass der Ministerpräsident die Gottesdienste nicht insgesamt in Frage stelle“, sagte Hamers.

Inwieweit Stamps Vorstoß in diesem Kontext mit Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) abgestimmt war, blieb zunächst unklar. (dpa)

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