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„Judenhass“ Verdächtiger nach antisemitische Demo in NRW ermittelt

Synagoge_Gelsenkirchen

Die Synagoge Gelsenkirchen wird am 13. Mai 2021 von der Polizei bewacht. Am Vorabend hatte die Polizei einen antisemitischen Demonstrationszug gestoppt, der sich in Richtung des Gebäudes bewegte.

Gelsenkirchen – Nachdem ein antisemitischer Demonstrationszug am Mittwochabend (12. Mai) in Gelsenkirchen von der Polizei gestoppt wurde, ist nun ein Tatverdächtiger ermittelt worden.

  • Demonstrationszug am Mittwochabend in Gelsenkirchen gestoppt
  • Teilnehmer riefen antisemitische Parolen
  • Auslöser waren die Konflikte in Israel 

Die ungefähr 180 Demonstranten, die sich vom Bahnhofsvorplatz in Richtung Synagoge bewegten, waren von zahlreichen Polizeibeamten aufgehalten worden, wie es in einer Mitteilung hieß. Die Polizei hatte zunächst mitgeteilt, dass während der unangemeldeten Versammlung anti-israelische Rufe skandiert worden seien. Die Polizei setzte den Angaben zufolge auch Schlagstöcke ein, verletzt worden sei jedoch niemand.

Polizei ermittelt Tatverdächtigen

Ein Tatverdächtiger ist inzwischen identifiziert. Es handelt sich um einen 26 Jahre alten Deutsch-Libanesen aus Gelsenkirchen, wie die Polizei am Donnerstagabend (13. Mai) mitteilte. Der Staatsschutz habe eine Ermittlungskommission eingerichtet, um zügig weitere Details aufzuklären.

In einem per Twitter verbreiteten Video des Zentralrats der Juden sind Sprechchöre mit antisemitischen Inhalten zu hören. Zu sehen sind Menschen unter anderem mit palästinensischer, türkischer und tunesischer Flagge. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kündigte daraufhin eine konsequente Verfolgung der Täter an.

Die Polizei bestätigte am Donnerstag die Echtheit des Videos. Es sei vermutlich aus der Synagoge heraus aufgenommen worden, sagte ein Sprecher. 

NRW: Antisemitische Demo von Polizei gestoppt

Der Zentralrat der Juden in Deutschland schreibt zu dem Video auf Twitter: „Judenhass mitten in Gelsenkirchen vor der Synagoge. Zeiten, in denen Juden auf offener Straße beschimpft werden, sollten längst überwunden sein. Das ist purer Antisemitismus, sonst nichts!“ 

In der Nacht zuvor waren vor Synagogen in Münster und Bonn israelische Flaggen angezündet worden. Die Landesregierung habe daraufhin unverzüglich zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen, sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch. „Wir haben den Schutz an allen herausragenden jüdischen Orten noch einmal erhöht.“

Für alle anderen jüdischen Objekte werde auf Veranlassung von Innenminister Herbert Reul (CDU) „eine aktuelle Beurteilung der Gefährdungslage durchgeführt“. Vertreter aus Politik und Gesellschaft reagierten schockiert auf die Taten.

Israel: Konflikt zwischen Palästinensern und Israel eskaliert 

Seit Montagabend beschießen militante Palästinenser Israel massiv mit Raketen. Dabei sind bislang fünf Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Israels Armee reagiert darauf nach eigenen Angaben mit dem umfangreichsten Bombardement seit dem Gaza-Krieg von 2014.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza beträgt die Zahl der seit Montag getöteten Palästinenser 65 - darunter 16 Kinder und fünf Frauen. 365 Menschen seien verletzt worden.(dpa)

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