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Lebte auf großem Fuß „Earl of Bristol“ zockte im Rheinland fast 100.000 Euro ab

Ein Musiker und Rapper hält nach seinem Prozess vor dem Amtsgericht St. Georg ein Bündel Geldscheine.

In Mönchengladbach steht ein Hochstapler, der als „Earl of Bristol“ zehntausende Euro abzockte, vor Gericht. Das Symbolfoto von 2020, das nicht mit dem Prozess im Rheinland zu tun hat, zeigt einen Man in Hamburg beim Geldzählen.

Vor dem Landgericht Mönchengladbach hat ein 25-Jähriger aus Neuss, der sich als „Earl of Bristol“ ausgegeben hatte, ein Geständnis abgelegt.

Nach langem Leugnen hat nun endlich ein als „Earl of Bristol“ bekannter Hochstapler vor dem Landgericht Mönchengladbach umfassend gestanden. Der 25-Jährige gab am Donnerstag (25. November) in dem Berufungsprozess pauschal alle Vorwürfe zu.

Mönchengladbach: „Earl of Bristol“ leimt Opfer und gesteht endlich

Laut Anklage hat der mehrfach vorbestrafte Hauptschulabbrecher zwischen November 2018 und August 2020 in mehr als 60 Fällen unter falschen Namen oder auf Kosten anderer Luxushotels gebucht, Häuser und Appartements angemietet und Luxusautos geordert. Der Schaden wird auf 80.000 Euro beziffert.

„Ich war in einem Tunnel“, sagte der jugendlich wirkende Angeklagte kaum hörbar hinter seiner Maske. „Ich wollte etwas darstellen, was ich nicht war.“ Für ein Geständnis hatte ihm das Gericht in Mönchengladbach eine Haftstrafe von nicht mehr als vier Jahren zugesagt. In erster Instanz war er wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Fahrens ohne Führerschein zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

„Earl of Bristol“ stammt aus Neuss und brach die Hauptschule ab

Mit seinem Geständnis hat der aus Neuss stammende Mann seiner von der Richterin so bezeichneten „leidgeprüften damaligen Lebensgefährtin“ eine erneute Aussage vor Gericht erspart. Sie war ebenfalls auf den angeblichen englischen Adligen hereingefallen. „Ich bereue, was ich ihr und auch meiner Familie, die ich im ersten Prozess verleugnet habe, angetan habe“, sagte der Angeklagte nun.

Der selbsternannte „Earl“ hatte behauptet, er sei der Sohn eines 2012 gefallenen britischen Adligen. Vor Gericht hatte er sogar seinen eigenen Vater, der als Zeuge aussagte, verleugnet. Bisher hatte er sich immer zu Unrecht verfolgt gesehen und behauptet, Opfer von Computerbetrügern geworden zu sein. Für den 9. Dezember sind Plädoyers sowie das Urteil geplant. (dpa)

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