Er soll Fabio (†5) brutal getötet haben  Angeklagter plante Geiselnahme in NRW-Knast

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Nach dem Tod des kleinen Fabio stehen Deniz S. (r.) als Haupttäter und Fabios Mutter Jessica S. (l.) seit Mittwoch (21. Oktober) in Mönchengladbach vor Gericht.

Mönchengladbach – Es ist eine „Tradition“, die absolut niemand haben will: Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren vor dem Landgericht Mönchengladbach zu Prozessen, in denen es um Todesfälle von Babys und Kleinkindern ging.

  • Fabio (†5) aus Mönchengladbach im April brutal getötet
  • Mutter und ihr Lebensgefährte Deniz S. angeklagt
  • Deniz S. plante im Gefängnis Geiselnahme einer JVA-Beamtin

Ihre Namen: Leo, Ben, Leon und jetzt Fabio. Der Tod des Fünfjährigen Fabio beschäftigt die Richter seit Mittwoch.

Fabio (†5) aus Mönchengladbach erlebte vor seinem Tod immer wieder Gewalt

Als Deniz S. (23) auf der Anklagebank im Saal A100 des Mönchengladbacher Landgerichts Platz nimmt, verzieht er keine Miene. Wenn es nach der Anklage geht, dann soll er das Leben von Fabio (†5) auf dem Gewissen haben. Doch nicht nur das.

Denn bevor Fabio sterben musste, ging er zusammen mit seinem kleinen Bruder Luca durch die Hölle. Immer wieder setzte es für die Jungen Schläge durch S., der der Lebensgefährte ihrer Mutter Jessica S. (23) war. Insgesamt sieben Mal soll er den Kindern brutal mit der Faust gegen den Kopf geschlagen haben.

Die Folgen: Schwellungen und Hämatome im Gesicht. Als der Staatsanwalt diese grausamen Details aufzählt, zeigt Deniz S. weiter keine Reaktion. Er starrt den Ankläger an. Währenddessen schluchzt Fabios Mutter vor sich hin. Sie ist ebenfalls angeklagt, weil sie ihren Sohn dreimal „züchtigte“, indem sie ihn auf die Finger und den Hintern schlug und dann kalt abduschte.

Fall Fabio (†5): Mutter soll ihren Sohn am Todestag nicht geschützt haben

Am schwersten wiegt jedoch die Tatsache, dass S. den Tod von Fabio nicht verhindert hat. Laut Anklage soll sie gewusst haben, dass Deniz S. gewalttätig war. Am 21. April, dem Tag, an dem Fabio starb, soll sie die Wohnung verlassen haben, obwohl S. vorher drohte: „Der Fabio kann was erleben!“

Spurensicherung Gladbach

Nach dem Tod des kleinen Fabio (5) untersuchten Spurensicherungs-Experten der Polizei am 22. April direkt die Wohnung der Mutter des Jungen in Mönchengladbach.

Während sie dabei war, Drogen für ihn zu kaufen, rastete der Angeklagte komplett aus. Als er allein mit Fabio war, soll er so heftig gegen Kopf und Oberkörper des Jungen geschlagen haben, dass der Kleine tödliche Verletzungen erlitt – darunter ein Schädelhirntrauma, innere Blutungen, einen Leberriss und eine klaffende Kinnwunde.

Urteil im Fall Fabio (†5) in Mönchengladbach im Februar 2021 erwartet

Für S., der kurz nach Fabios Tod festgenommen wurde, war die Anklage da aber noch nicht zu Ende. Im Gefängniskrankenhaus soll er nämlich zwei Mitgefangene dazu angestiftet haben, eine Justizbeamtin als Geisel zu nehmen. Doch der Plan schlug fehl, nachdem ein Knacki ihn auffliegen ließ.

Sollten die Richter des Schwurgerichts Deniz S. am Ende verurteilen, dann drohen ihm allein wegen Totschlags mindestens fünf Jahre Knast, und vielleicht ist auch lebenslange Haft drin.  Auch Fabios Mutter könnte nach einem Urteil länger ins Gefängnis wandern. Für den Prozess hat das Landgericht Mönchengladbach bis Anfang Februar 2021 insgesamt elf weitere Verhandlungstage angesetzt.

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