Nach Schlammschlacht in Gladbach Assauer-Familie schließt Vergleich vor Gericht

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Vor Gericht in Mönchengladbach ging es um das Vermächtnis von Sport-Legende Rudi Assauer.

Mönchengladbach – Die Fehde mehrerer Frauen nach dem Tod von Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer scheint teilweise beigelegt.

Die älteste Tochter Assauers, Bettina Michel, und Assauers ehemalige Sekretärin Sabine Söldner einigten sich am Mittwoch vor dem Landgericht Mönchengladbach mit Assauers Ex-Frau Britta auf einen Vergleich (Az.: 12 O 467/19).

Demzufolge verzichtet die 55-jährige Britta Assauer künftig darauf, zahlreiche Behauptungen gegen die anderen beiden Frauen zu wiederholen. Falls sie sich nicht daran hält, droht ihr ein Ordnungsgeld von bis zu 250 000 Euro oder bis zu sechs Monate Ordnungshaft.

Streit um Assauers Vermächtnis: So war er eskaliert

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Der Zoff zwischen den beiden Töchtern des Ex-Fußballmanagers Rudi Assauer war mit dem Prozess in die nächste Runde gegangen: Ein Jahr nach dem Tode des Vaters hatten sich die Halbschwestern gegenseitig mit Klagen überzogen.

Die juristischen Kabalen um das Andenken der einstigen Sportikone des Schalke 04 fanden am Mittwoch vor dem Landgericht Mönchengladbach einen weiteren Höhepunkt.

Wie ein Justizsprecher mitteilte, ging es um drei Verfahren, in dem die Parteien sich gegenseitig und die letzte Ehefrau der verstorbenen Bundesliga-Legende vor Gericht ziehen.

So hat die uneheliche Tochter Bettina Michel, die ihren demenzkranken Vater sieben Jahre bis zu dessen Tode gepflegt hatte, ihre Halbschwester Katy Assauer auf Unterlassung verklagt. Demnach soll die Tochter aus erster Ehe eine Reihe von Vorwürfen zurücknehmen.

Anschuldigung in Mönchengladbach: Bettina Michel habe Rudi Assauer abgeschirmt

In Interviews hatte Katy Assauer behauptet, ihre Halbschwester habe den demenzkranken Vater vor der Außenwelt abgeschottet. Menschen, die Rudi Assauer wichtig gewesen seien, habe Bettina Michel entfernt. So etwa seine langjährige Lebensgefährtin, die Schauspielerin Simone Thomalla. „Falsch“, kontert Michel. Bereits zum Ende der Beziehung habe Rudi Assauer keinen Kontakt mehr zur Ex gewollt.

Ein weiterer Vorwurf: Michel soll Rudi Assauer derart beeinflusst haben, dass er seine andere Tochter nicht sehen wollte. „Ich bin traurig, weil mir so viele Jahre mit meinem Vater gestohlen wurden, in denen ich ihn gern regelmäßig gesehen hätte. Diese Zeit gibt mir niemand wieder“, klagte Katy Assauer öffentlich. Auch diese Äußerung ist Gegenstand der Zivilklage.

Assauer-Prozess in Mönchengladbach: öffentliche Feldzüge der Halbschwestern

Insgesamt 20 Behauptungen fechten die Rechtsanwälte Dirk Giesen aus Köln und Burkhard Benecken aus Marl an: „Unsere Mandantin Bettina Michel hat lange Zeit gehofft, dass der öffentliche Feldzug ihrer Halbschwester gegen sie ein Ende nimmt.“

Leider habe Frau Assauer öffentlich Dinge ausgebreitet, die zum einen sehr privat, zum anderen falsch seien, führen die Kläger aus, sagten die Anwälte dem Kölner Stadt-Anzeiger. „Zum Schutz des Andenkens des gemeinsamen Vaters Rudi Assauer hat sich unsere Mandantin entschlossen, sich diese Unwahrheiten nicht länger gefallen zu lassen.“

Auch wehrt sich die Klägerin gegen die Darstellung, sie habe die Demenz Aussauers ausgenutzt, um sich als Alleinerbin einzusetzen. Ferner widerspricht Bettina Michel gegen die Behauptung, ihrer Schwester den Wunsch verwehrt zu haben, sich vom Vater kurz vor dessen Tode verabschieden zu können.

In Mönchengladbach: Assauer Töchter waschen schmutzige Wäsche vor Gericht

Via Handy sei Katy Assauer über das bevorstehende Ableben informiert worden, entgegnen ihre Anwälte. Nach ihren Angaben landete der Anruf auf der Mailbox. Auf Grund eines beruflichen Meetings soll Tochter Katy verhindert gewesen sein.

Als Rudi Assauer am Mittwoch, den 6. Februar 2019 kurz vor 16 Uhr verstarb, nahmen einzig seine Zwillingschwester Karin, die Frau des Ex-Schalke-Profis Klaus Fichtel und Bettina Michel von ihm Abschied.

Der Assauer-Prozess hat es in sich: Denn beide Parteien werden wohl schmutzige Wäsche vor Gericht waschen. So streiten sich die Schwestern etwa darüber, mit wem „der Papa“ besser konnte.

Michels Anwälte berichten genüsslich, wie der Patriarch bereits zu Zeiten seiner letzten Ehe im Jahr 2012 die Tür zu seiner Villa nicht öffnete, wenn er Katy Assauer durch den Monitor am Eingang erblickte.

Auch soll sich die Tochter später nur sporadisch um einen Besuchstermin bemüht haben. Mitunter habe sie sich anderthalb Jahre nicht gemeldet. Zugleich führten die Anwälte an, dass Katys Mutter, die längst geschieden war, noch im Jahr 2015 die Konten des Schalke-Idols wegen Unterhaltszahlungen pfänden ließ.

Assauer-Prozess in Mönchengladbach: Besuchsanfragen von Katy Assauer seien ignoriert worden

Die Gegenseite, vertreten durch den Berliner Medienanwalt Simon Bergmann, weist die Vorwürfe unisono zurück. Da es sich um Meinungsäußerungen gehandelt habe, sei die Klage abzuweisen, so der Tenor. Zudem seien immer wieder Besuchsanfragen von Katy Assauer ignoriert oder verabredete Termine kurzfristig abgesagt worden.

2017 versuchte der Assauer-Nachfolger im Schalke-Management, Andreas Müller, zwischen den Fronten zu vermitteln. Daraufhin durfte Katy Assauer ihren Vater Ende Juli 2017 sehen.

Schlammschlacht in Mönchengladbach: Vater Rudi Assauer sei mit Tochter Bettina Michel unzufrieden gewesen

Prominente Zeugen wie der ehemalige Schalke-Trainer Huub Stevens sollen zum Beweis mancher Angaben in den Zeugenstand treten. Schließlich geht es um die Deutungshoheit in einer Familienaffäre, die längst die normalen Maße sprengt.

So hatte Katy Assauer den beruflichen Erfolg ihrer Halbschwester Bettina öffentlich in Frage gestellt. Der Vater sei über den Lebensstil von Frau Michel nicht begeistert gewesen, „sie war beruflich nicht erfolgreich.“

Während die Michel-Seite dagegen vorgeht, führt Anwalt Bergmann zum Beweis an, dass die Klägerin mit ihrem Brauhaus-Hotel „Alte Post“ insolvent gegangen sei. Auch weist er auf eine Begebenheit aus dem Jahr 2010 hin: Seinerzeit hatte Rudi Assauer seine Tochter Katy nebst Ehemann in sein Haus zu einem Umtrunk eingeladen.

An jenem Abend soll Bettina Michel bei ihrem Vater vor der Tür gestanden haben. Betrunken sei sie ihn um Geld angegangen. Assauer habe seine Tochter rausgeworfen.

Assauer-Prozess in Mönchengladbach: Streit der Halbschwerstern eskaliert vor Gericht

Was ist wahr? Was ist falsch? Wer hat recht?  Fakt ist: Der Streit zwischen den Nachkommen des Zigarrenliebhabers Assauer eskaliert nach seinem Tod. Meist steht Aussage gegen Aussage, SMS gegen WhattsApp-Beweis.

Zeugen wie Aussauers langjährige Sekretärin Sabine Söldner auf der Seite der Tochter Michel, und Katy Assauers Lebenspartner, Promis aus der Fußballwelt sowie diverse Zeitungsartikel auf der anderen.

Der Konflikt dreht sich ferner um Ereignisse nach dem Ableben des legendären Fussball-Machos. Geht es nach Katy Assauer, so hatte sie „keine Sekunde“, ohne die Aufsicht eines Mitarbeiters der Bestattungsfirma „mit Papa alleine zu sein“. Die Gegenseite widerspricht: Der Mitarbeiter soll sich draußen vor dem Zimmer aufgehalten haben.

Anschuldigung in Mönchengladbach: Bestattungsort sei „unwürdig“

Zuletzt handelt der Rechtsstreit vom Bestattungsort: Die Urne Rudi Assauers wurde recht schmucklos in einem Friedwald im westfälischen Herten ohne Grabstein an einem Familienbaum beigesetzt.

Katy Assauer nannte den Ort „unwürdig“. Dies sei nicht im Sinne ihres Vaters gewesen. Vielmehr hätte Rudi Assauer bereits zehn Jahre vor seinem Tod in einem Interview bekundet: „Was die Grabstätte angeht, fände ich es toll, wenn es bald einen Schalke-04-Friedhof gäbe.“

Inzwischen existiert eben jenes Beerdigungsareal der Königs-Blauen in Gelsenkirchen. Bettina Michel widerspricht.

Durch all das Gewirr von Rede und Gegenrede wird sich die Zivilkammer in Mönchengladbach hindurcharbeiten müssen, um letztlich einen Urteilspruch fällen zu können.

Schlammschlacht in Mönchengladbach: Fortsetzung des Assauer-Streits kommt bald

Zugleich muss das Gericht in einer weiteren Causa Assauer befinden: Auch Katy Assauer hat ihre Verwandte wegen eines Interviews verklagt. Dabei ging es um die Frage, warum Bettina Michel ihre Halbschwester nicht zur Beerdigung eingeladen hatte.

„Ursprünglich stand Katy auf der Liste der Gäste, die an der Beisetzung teilnehmen sollten“, zitiert ein Zeitungsbericht vom 12. Februar 2019 Michel. „Aber es ging darum, dass sie die Nachricht von Rudis Tod mit öffentlich gemacht hat, was gegen den Wunsch meines Vaters war.“

Katy Assauer weist diese Anschuldigung über ihre Anwälte zurück und verlangt ihrerseits eine Unterlassung dieser Behauptung. Fortsetzung in der Schlammschlacht zweier Töchter einer Fußballikone folgt.

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