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„Wir machen auf“-Kampagne Initiator lässt eigenen Laden in NRW geschlossen

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Trotz des verlängerten Lockdowns will ein Kosmetiker aus Krefeld seinen Laden wieder öffnen. Mit dem Hashtag „Wir machen auf" verbreitete sich die geplante Aktion rasant im Netz. Unser Symbolfoto entstand im Dezember 2020 in Duisburg.

Krefeld – „Wir machen auf – Kein Lockdown mehr!" Mit diesen Worten ruft ein Kosmetiker aus Krefeld auf Telegram andere Unternehmer und Unternehmerinnen dazu auf, trotz der beschlossenen Lockdownverlängerung die Ladentüren wieder zu öffnen.

Die Stadt Krefeld kündigte an, bei Verstoß gegen die Coronaschutzauflagen hart durchzugreifen – den Anhängern der Aktion drohen hohe Bußgelder.

  • „Wir machen auf – Kein Lockdown mehr“: Krefelder Kosmetiker ruft zur Eröffnung der Läden trotz Corona-Lockdown auf
  • Stadt Krefeld kündigt verschärfte Kontrollen an, auch die Polizei hilft
  • Anhängern der „Querdenken“-Aktion drohen hohe Bußgelder

Update vom 11. Januar: Initiator lässt eigenen Laden am Montag geschlossen

Einer der Initiatoren der bundesweiten Kampagne #Wirmachenauf hat seinen Laden am Montag geschlossen gelassen.

„Er hat nicht aufgemacht, ein Eingreifen war nicht notwendig“, sagte ein Sprecher der Stadt Krefeld, die mit ihrem Ordnungsdienst am Ort war. Die Corona-Schutzverordnung sei nicht verletzt worden.

Der Kosmetiker hatte via Telegram-Kanal Ladeninhaber bundesweit aufgerufen, ihm zu folgen und ihre Läden zu öffnen. Die Stadt Krefeld hatte gewarnt: Verbotswidrige Geschäftsöffnungen würden mit 2500 Euro Bußgeld geahndet.

Der Krefelder Kosmetiker hatte seinen Aufruf damit begründet, dass er keine andere Wahl habe als zu öffnen, weil er andernfalls zum Monatsende insolvent sei. Die staatlichen Hilfen seien nicht ausreichend.

Verbände von Handel und Gastronomie hatten sich von der Aktion distanziert: Sie sei rechtswidrig. Auf Social-Media-Kanälen wie Twitter hatte sich eine Gegenbewegung gebildet: Unter dem Hashtag #WirmachenEuchDicht riefen Befürworter der Maßnahmen auf, bei illegalen Geschäftsöffnungen sofort Strafanzeige zu erstatten.

Krefeld: Harte Konsequenzen für „Wir machen auf“-Teilnehmer – Stadt droht mit hohen Bußgeldern

Einer der Initiatoren der bundesweiten Kampagne von Ladeninhabern, die trotz Verbots am kommenden Montag wieder öffnen wollen, ist ein Kosmetiker aus Krefeld.

Die Krefelder Stadtverwaltung kündigte am Donnerstag (7. Januar) Kontrollen an, ob die Coronaschutzverordnung eingehalten werde. Auch der Kosmetiker könne mit einem Besuch rechnen. Verbotswidrige Geschäftsöffnungen würden mit 2500 Euro Bußgeld geahndet.

Eine Polizeisprecherin sagte, die Polizei werde Hilfe leisten, wenn sie vom Ordnungsdienst darum gebeten werde.

„Wir machen auf“: Gewerbebetreiber rufen zur Ladeneröffnung trotz Lockdown auf

Unter dem Schlagwort #Wirmachenauf kursieren in sozialen Medien Aufrufe an Gewerbetreibende, ihre Betriebe trotz des Lockdowns zu öffnen. Auf einem Telegram-Kanal sammelten sich in wenigen Tagen bereits über 58 Tausend Unterstützer der Aktion.

„Gewerbetreiber, Gastro, Einzelhandel, Kosmetik, Friseur... Ab dem 11. Januar öffne ich die Türen. Eine weitere Verlängerung wird nicht mehr akzeptiert”, heißt es in der Beschreibung der gegründeten Gruppe.

Aufsehen erregte etwa ein Rosenheimer Sportartikelhändler. Er zog die angekündigte Öffnung seines Geschäfts am kommenden Montag aber inzwischen zurück.

Der Krefelder Kosmetiker sagte, er habe keine andere Wahl als zu öffnen, weil er andernfalls zum Monatsende insolvent sei. Die staatlichen Hilfen seien nicht ausreichend und für den Dezember noch gar nicht eingetroffen.

Nach Angaben der „Rheinischen Post“ hatte der Kosmetiker Kontakte zu führenden Köpfen der Querdenken-Initiative, bestreitet aber, ihr anzugehören.

Trotz Verzweiflung und Empörung bei Unternehmen: Lockdown wird verlängert bleiben

Der Handel in Deutschland erteilte Aufrufen zur Öffnung von Läden und Gaststätten trotz Lockdowns unterdessen eine Absage. „Für den Handel steht die wirkungsvolle und schnelle Bekämpfung der Pandemie an erster Stelle“, teilte der Handelsverband Deutschland in Berlin mit.

Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands, Ingrid Hartges, sagte: „Bei allem Verständnis für den maximalen Frust, den Unmut und die immer größer werdende Verzweiflung appellieren wir an die Unternehmer, die Restaurants nicht zu öffnen und nicht gegen geltendes Recht zu verstoßen.“

Am Dienstagabend hatten Bund und Länder vereinbart, die Schließungen bis Monatsende zu verlängern.

Die Aktion #Wirmachenauf mache die Verzweiflung vieler Unternehmen deutlich, hieß es beim Handelsverband. „Der Handel bringt derzeit ein großes Opfer im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung.“

Gegenbewegung auf Twitter: „Wir machen euch dicht“

Unterdessen hat sich auf Social-Media-Kanälen wie Twitter eine Gegenbewegung gebildet: Unter dem Hashtag #WirmachenEuchDicht rufen Befürworter der Maßnahmen auf, bei illegalen Geschäftsöffnungen sofort Strafanzeige zu erstatten. (dpa/lg)