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Brutale Polizistin am Niederrhein? Keine Ermittlungen nach Schlägen in Krefeld

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Die Polizistin schlug dem Mann bei dem Einsatz in Krefeld mehrfach ins Gesicht. Das Foto zeigt das Logo der nordrhein-westfälischen Polizei, aufgenommen am 17. Februar 2014 in Düsseldorf.

Krefeld – Nach einem umstrittenen Polizeieinsatz wegen eines Wohnungsbrandes in Krefeld wird nicht gegen eine Polizistin ermittelt, die einem Mann mehrfach ins Gesicht geschlagen hat.

  • Gegen eine Polizistin, die einen Mann bei einem Polizeieinsatz in Krefeld ins Gesicht geschlagen hat, wird nicht ermittelt.
  • Die „Blendschläge“ seien angemessen gewesen.
  • Das Innenministerium kritisiert, dass unvollständige Videos von Polizeieinsätzen immer öfter im Netz auftauchen.

Krefeld: Keine Ermittlungen nach umstrittenen Polizeieinsatz

Der Verdächtige habe sich so sehr widersetzt, dass die sogenannten „Blendschläge“ angemessen gewesen seien, heißt es in einem Bericht der Landesregierung an den Innenausschuss des Landtags.

Tatsächlich werde nun noch geprüft, ob gegen die Verbreiter eines Videos des Einsatzes ermittelt wird.

In dem Film, der in den Sozialen Netzwerken ausführlich diskutiert wurde, ist nur das Ende des längeren Einsatzes zu sehen.

Polizeieinsatz in Krefeld: Mann legt Feuer in leerstehenden Haus

Laut Innenministerium hatte zuvor ein Mann (47) in einem leerstehenden Haus Feuer gelegt – eventuell, um sich umzubringen. Als die Polizisten ihn vor den Flammen retten wollten, wehrte er sich heftig.

Mit einer Eisenstange in der Hand habe er vor dem Haus einen der Polizeibeamten in einen „Unterarmwürgegriff“ genommen, dann ein heruntergefallenes Pfefferspray der Beamten auf sie selbst gerichtet.

„Von einem Einsatz des Reizstoffsprühgerätes konnte der Beschuldigte durch einen gezielten Blendschlag einer vierten, hinzueilenden Beamtin in das Gesicht abgehalten werden“, heißt es in dem Bericht.

Krefeld: Mann wegen schwerer Brandstiftung in U-Haft

„Weil der Beschuldigte weiterhin das Reizstoffsprühgerät und die Metallgreifstange in der Hand hielt, wurden ihm von der Beamtin weitere Blendschläge versetzt.“ Als der Mann spuckte, noch mal. Erst dann habe er zu Boden gebracht werden können.

Der Mann blieb demnach unverletzt, die Polizistin verletzte sich leicht an der Hand – sie erlitt eine leichte Schwellung, Schürfwunden und Druckschmerzen. Der 47-Jährige kam unter anderem wegen schwerer Brandstiftung in Untersuchungshaft.

Polizeieinsatz in Krefeld: Ministerium kritisiert Videos von Polizeieinsätzen

Das Innenministerium widmet sich in dem Bericht auch dem kursierenden Video: Dort seien alle Beteiligten klar zu erkennen – was ein Straftatbestand sein könnte. Zudem kritisierte das Ministerium, dass solche Videos überhaupt immer öfter auftauchen.

„Die allein ausschnittsweise Veröffentlichung führt dabei zu Verzerrungen, die in der anschließenden öffentlichen Diskussion zu einer – ungerechtfertigten – Vorverurteilung der einschreitenden Polizistinnen und Polizisten führen können.“ (dpa)