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Gericht greift durch „Beischläfer“ in Duisburg von Mafia-Prozess ausgeschlossen

Ein Justizbeamter steht im Gerichtssaal.

In Duisburg ist ein Schöffe von einem Mafia-Prozess ausgeschlossen worden. Das Archivfoto von 2020 zeigt einen Saal des Duisburger Landgerichtes.

In Duisburg hat ein Gericht einen Schöffen von einem spektakulären Mafia-Prozess ausgeschlossen, weil der Mann alles andere tat, als der Verhandlung zu folgen...

Da hat der Mann dem unter Juristen verbreiteten Schmähnamen für Schöffen alle (Un-)Ehre gemacht – denn diese werden mitunter nicht als Beisitzer (korrekt), sondern als „Beischläfer“ (gemein) bezeichnet. Und eben solch ein schläfriger Schöffe ist aus dem Mafia-Prozess des Duisburger Landgerichts ausgeschlossen worden, weil er mehrfach während der Sitzungen eingeschlafen ist.

Dem Befangenheitsantrag mehrerer Verteidiger, dem sich auch die Staatsanwaltschaft angeschlossen habe, sei am Freitag (7. Januar) stattgegeben worden, sagte Gerichtssprecher Henning Bierhaus.

Duisburg: Schläfriger Schöffe aus Mafia-Prozess geflogen

Der Schöffe habe zuletzt am 20. Dezember vergangenen Jahres bei der Beweisaufnahme und bei anderen Verhandlungsterminen zeitweise geschlafen. Das könne das Vertrauen der Angeklagten in eine unvoreingenommene Verhandlungsführung stören. Zunächst hatte die „Bild“-Zeitung berichtet.

Der Mafia-Prozess des Duisburger Landgerichts ist ein Großverfahren, das seit Oktober 2020 läuft und vorerst bis Ende 2022 terminiert ist. Es richtet sich gegen 14 Angeklagte, denen unter anderem Handel mit mehr als 600 Kilo Heroin vorgeworfen wird.

44 Anwälte verteidigen die Angeklagten. Demnächst steht die 75. Verhandlung an. Die Sitzungen fänden zwei Mal pro Woche statt und dauerten in der Regel lange, sagte der Sprecher. Was genau den Schöffen so müde gemacht habe, sei unklar. Er habe seine Ablösung durch einen der vorher vorsorglich bestimmten Ersatzschöffen auch nicht kommentiert. (smo/dpa)

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