Das müssen Patienten beachten Uniklinik Düsseldorf weiterhin lahmgelegt

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Noch immer herrscht Chaos an der Uniklinik Düsseldorf. Nach wie vor werden Patienten gebeten, die Klinik nicht aufzusuchen.

Düsseldorf – Der komplette IT-Ausfall an der Düsseldorfer Uniklinik entwickelt sich zu einem echten Krimi: Seitdem am Donnerstag die Cybercrime-Spezialisten der Staatsanwaltschaft Köln eingeschaltet worden waren, laufen nun schon seit Freitag, 11. September, handfeste Ermittlungen. Damit ist klar, dass hier eine Straftat vorliegt. 

Auch am Montag, 14. September 2020, dauert die Störung weiter an. Auch Krankenwagen dürfen die Düsseldorfer Uniklinik noch nicht ansteuern.

Düsseldorfer Uniklinik weiterhin von Notfallversorgung abgemeldet

Ein Sprecher der Klinik erklärte am Montagmorgen: „Wir sind weiterhin abgemeldet von der Notfallversorgung.“

Geplante Operationen werden auf später verschoben oder an andere Einrichtungen vermittelt – betroffene Patienten sollen sich bei den zuständigen Abteilungen der Düsseldorfer Uniklinik melden, um das weitere Vorgehen zu erfragen.

Uniklinik Düsseldorf: Hacker klauen hochsensible Patientendaten

„Es verdichten sich die Hinweise, die auf ein strafrechtlich relevantes Verhalten hindeuten“, erklärte ein Sprecher aus der Domstadt gegenüber der „dpa“. Grund für das Verfahren ist offenbar die Tatsache, dass Hacker einen Server der Klinik mit einem aggressiven Cryptovirus infiziert haben.

Nach EXPRESS-Informationen liegt mittlerweile auch ein Erpresserschreiben vor – ein Detail, dass die Staatsanwaltschaft zunächst nicht genau kommentieren wollte. 

Bei ihrem Angriff hatten es der oder die unbekannten Täter wohl auf hochsensible Patientendaten abgesehen und diese wohl auch erfolgreich abgegriffen, und zwar massenweise.

Wird Uniklinik Düsseldorf erpresst?

Angeblich wurde hier auch schon ein Lösegeld in Höhe von 100 Bitcoins gefordert. Für den Fall, dass die Uniklinik diese umgerechnet knapp 870.000 Euro nicht berappt würde, würden die gestohlenen Daten im Internet veröffentlicht.

Wie schwer die Folgen eines solchen Hackerangriffs sein können, zeigt der Fall der Uniklinik Gießen. Hier legte ein Computervirus im Dezember 2019 ebenfalls die komplette IT lahm. Die gravierenden Folgen dieser Attacke waren erst nach vier Monaten überstanden!

Nach Hackerangriff: Millionenschaden für Uniklinik Düsseldorf

Ob in Düsseldorf ein ähnlicher Kampf bevor steht, ist unklar. Aktuell sind weiter jegliche nicht lebensnotwendigen Operationen abgesagt. „Wir sind von der Notfallversorgung abgemeldet“, sagte ein Kliniksprecher.

Damit machen Rettungswagen vorerst weiter einen Bogen um die Uniklinik und fahren stattdessen andere Krankenhäuser in der NRW-Landeshauptstadt an. Die Notaufnahme ist aber besetzt. „Wer kommt, wird behandelt“, erklärte er gegenüber „dpa“.

Aufgenommene Patienten mussten aber noch nicht in andere Kliniken verlegt werden. Trotzdem dürfte der finanzielle Schaden am Ende mit ziemlicher Sicherheit in den hohen Millionenbereich gehen.

Mit, nach eigenen Angaben, über 50.000 stationär und knapp 300.000 ambulant behandelten Patienten pro Jahr, ist die Düsseldorfer Uniklinik aktuell das siebtgrößte Krankenhaus in NRW. 

Uniklinik Düsseldorf: Telefonanlage wieder in Betrieb

Die Telefonanlage soll mittlerweile wieder in Betrieb sein (Stand 12.09.2020, 15.45 Uhr).

Patienten werden weiterhin gebeten, das Universitätsklinikum Düsseldorf nicht aufzusuchen – auch dann nicht, wenn ein Termin vereinbart worden sei.

Hackerangriffe auch auf andere Krankenhäuser in NRW

In Nordrhein-Westfalen waren das Lukaskrankenhaus im benachbarten Neuss und das Forschungszentrum Jülich sowie mehrere Unternehmen in der Vergangenheit Ziele von Hackerangriffen.

Große Krankenhäuser werden zur sogenannten kritischen Infrastruktur gezählt, die es besonders zu schützen gilt. Für sie gibt es branchenspezifische Sicherheitsstandards.

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