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Mobbing und Sexismus  Neue Fälle: Skandal bei Düsseldorfer Feuerwehr weitet sich aus

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David von der Lieth (r), Leiter der Düsseldorfer Feuerwehr, Ulf Fischer (l), stellvertretender Leiter des Hauptamtes, und Susanne Kaufmann, stellvertretende Leiterin des Gleichstellungsbüros, geben am 7. September 2020 eine Pressekonferenz zur sexuellen Belästigung und Mobbing einer Beamtin.

Düsseldorf – Nach Fällen von Mobbing und Rassismus bei der Düsseldorfer Feuerwehr sind weitere Vorfälle bekannt geworden. So sei eine Auszubildende bei einem Lehrgang in der Feuerwehrschule vor zwei Jahren von einem Unbekannten von hinten angegriffen und zu Boden gedrückt worden.

Der Täter sei trotz Strafanzeige nicht ermittelt und das Verfahren eingestellt worden, heißt es in einem Bericht an den Gleichstellungsausschuss des Stadtrates.

Bereits vor vier Jahren habe ein Dienstgruppenleiter den Namen eines Mitarbeiters mit Migrationshintergrund verunglimpft.

Düsseldorf: Feuerwehrmann engagierte sich bei rechter Gruppierung

Der Gruppenleiter habe sich im Beisein seines Vorgesetzten und des Personalrats bei dem Mann entschuldigt.

Ebenfalls vor zwei Jahren sei bekannt geworden, dass ein Feuerwehrmann sich bei der rechtsradikalen „Bruderschaft Deutschland“ engagiere.

Er habe inzwischen an einem Aussteigerprogramm teilgenommen und sich von der rechtsextremen Szene distanziert. Strafrechtlich relevante Verfehlungen im Dienst habe er sich nicht zuschulden kommen lassen. Die „Bild“ hatte zuerst berichtet.

Feuerwehr Düsseldorf: Sexistisches Mobbing gegen Feuerwehrfrau

Angefangen hat alles mit dem Mobbing einer Feuerwehrfrau in der Feuerwache 1 (Hüttenstraße). Diese fand ihren beschmierten Helm vor, als sie zum Dienst erschien – „Votze“ soll darauf zu lesen gewesen sein.

Da nur Kollegen Zugang zum Equipment haben, muss offenbar ein anderer Mitarbeiter dahinterstecken. Die Feuerwehr-Leitung erstattete wegen des Vorfalls Anzeige gegen unbekannt.

 „Das ist schockierend und beschämend“, sagte Feuerwehrchef David von der Lieth bei einer Pressekonferenz. „Ich habe mich bei der betroffenen Mitarbeiterin entschuldigt.“

Stadt Düsseldorf und Düsseldorfer Feuerwehr bei der Pressekonferenz

Montagnachmittag: Der Leiter der Düsseldorfer Feuerwehr, David von der Lieth (r.) spricht mit Ulf Fischer (stellvertretender Leiter des Hauptamtes) und Susanne Kaufmann (stellvertretende Leiterin des Gleichstellungsbüros) über die Vorfälle bei der Düsseldorfer Feuerwehr.

Hintergrund des Mobbing könnte laut Medienberichten sein, dass sich die Frau auf einen Gruppenführer-Job beworben hatte, was anderen Kollegen nicht passte. Ein Stadtsprecher bestätigte der „Rheinischen Post“, dass die Feuerwehrfrau zu einem Lehrgang zugelassen wurde, an dem nicht alle Kollegen teilnehmen konnten.

Feuerwehr Düsseldorf: Rassismus in interner Chat-Gruppe

Und auch ein weiterer Vorfall erhitzt die Gemüter. Ein Feuerwehrmann hat nach einem Brand in einem Bordell Fotos seines entblößten Geschlechtsteils gemacht und diese in eine interne WhatsApp-Gruppe gepostet. Ihm droht ein Disziplinarverfahren.

In der internen Chat-Gruppe von rund 50 Feuerwehrmitarbeitern sollen außerdem rassistische Äußerungen gepostet worden sein. Dies widerspreche dem Wertebild der Feuerwehr fundamental, sagte von der Lieth. Deswegen drohe einem weiteren Mitarbeiter ein Disziplinarverfahren.

Feuerwehr Düsseldorf: Weiterer Sex-Skandal bereits im Januar

Von den 850 Düsseldorfer Feuerwehrleuten im Einsatzdienst sind lediglich zehn Frauen. Es sei beabsichtigt, den Frauenanteil und den von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund zu erhöhen, sagte Stadtsprecher Marc Herriger.

Die Stadt bestätigte einen weiteren Vorfall, der sich bereits im Januar ereignet habe: Damals habe ein Berufsfeuerwehrmann Mitglieder der Jugendfeuerwehr aufgefordert, ihm Nacktbilder zu schicken. Er benötige diese zur Ermittlung der Kleidergrößen, hatte er behauptet. Der Mann sei suspendiert worden und habe die Feuerwehr inzwischen verlassen. (mit dpa)

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