Prozess in NRW Freund zog sie in den Abgrund: Steffi wollte Schluss machen – jetzt wird sie selbst verurteilt

Die angeklagte Steffi R. hält sich ein Blatt Papier vors Gesicht.

Steffi R. musste sich vor dem Düsseldorfer Amtsgricht verantworten, da sie mit gefälschtem Impfpass in die Türkei reisen wollte.

Ihr Freund zog sie in den Drogensumpf – davon wollte Steffi R. aus Düsseldorf weg und daher mit ihm Schluss machen. Nun saß sie ihn Düsseldorf aber selbst vor Gericht.

Mit 26 Jahren lernte Steffi R. (36) ihre große Liebe kennen. „Alle haben mich vor ihm gewarnt.“ Doch Steffi war ihm hörig. „Es war eine toxische Beziehung“, sagte sie vor Gericht. Die beiden zogen zusammen. Familie und der Freundeskreis von Steffi brachen den Kontakt ab.

Steffi sank immer tiefer in den Drogensumpf. Zwar nahm sie selbst keine Drogen, dafür aber ihr Freund. Und der baute das Zeug auch noch selbst an. Und Steffi half ihm bei der Pflege der Haschplantage.

Düsseldorf: Gerichtsprozess wegen gefälschtem Impfpass

Dafür stand die 36-Jährige schon einmal vor Gericht, kam damals mit einer zweijährigen Bewährungsstrafe davon. Das Verfahren öffnete ihr die Augen. Steffi R. wollte sich von dem Mann, der ihr nur Unglück brachte, trennen. Doch auch das endete übel; denn ihr Freund saß in der Türkei in Haft. Wegen Drogenhandels.

Mittlerweile ist er zu acht Jahren verurteilt worden. Steffi wollte Schluss machen. „Aber ich wollte es ihm nicht am Telefon, sondern persönlich, sagen.“ Über Freunde besorgte sie sich einen gefälschten Impfpass. „Den bekam man damals an jeder Ecke.“ Vor einer Impfung hatte Steffi R. einfach Angst: „Man weiß ja nicht, was das für Auswirkungen aufs Gehirn hat.“

Fünfzig Euro kostete das Papier. Der Richterin erklärte Steffi R.: „Um ihn im Knast besuchen zu dürfen, brauchte man eine Boosterimpfung.“ Mit einem negativen PCR-Test durfte sie hier losfliegen. Vor dem Rückflug aber verpasste sie, einen weiteren PCR-Test zu machen. Also zeigte sie am Düsseldorfer Flughafen ihren gefälschten Impfpass.

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Dem Polizeibeamten fiel sofort auf, dass hier etwas nicht stimmte. Die Daten der einzelnen Impfungen passten nicht zusammen. Außerdem fehlten die Unterschriften der Ärzte. Vor Gericht verdrückte die Verkäuferin dicke Tränen. Sie habe ihr Leben jetzt wieder im Griff: Steffi R. arbeitet jetzt im Supermarkt.

Sie ist umgezogen, hat wieder Kontakt mit ihrer Familie. Und beteuerte: „Ich habe mein altes Leben hinter mir gelassen. Und will neu durchstarten.“ Deshalb kam die 36-Jährige noch mit acht Monaten auf Bewährung davon. Außerdem muss sie 700 Stunden gemeinnütziger Arbeit ableisten.

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