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Lockdown am Ballermann „Deutsches Eck"-Wirt stinksauer: Jetzt wehrt er sich

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Vor einigen Tagen war noch Fortunas Co-Trainer Axel Bellinghausen Gast bei Michael Bohrmann im „Deutschen Eck".

Palma/Düsseldorf – Der Schock sitzt tief. Nach den Ereignissen vom vergangenen Wochenende müssen die Gastronomiebetriebe an der Bierstraße für zwei Monate geschlossen bleiben.

Für viele arbeitenden Menschen rund um den Ballermann ist das eine Vollkatastrophe. So auch für Michael Bohrmann. Der Düsseldorfer musste bis zum 10. Mai warten, bis er sein „Deutsches Eck“ endlich wieder öffnen durfte. Und jetzt ist schon wieder Schluss.

Mallorca: Party am Freitagabend sorgt für knallharte Sanktionen

Alles zum Thema Evelyn Burdecki

Ausschlaggebend war eine plötzliche Party-Explosion am Freitagabend. Auf zahlreichen TV-Bildern und in vielen Videos, die im Netz kursieren, sind feiernde Menschen zu sehen, die sich an keinerlei Regeln halten.

Also selbst schuld? Der Gastwirt hält dagegen. „Ein unbekannter Laden hat aufgemacht, plötzlich platzte die Bierstraße aus allen Nähten“, schildert er die Vorkommnisse vom späten Freitagabend.

Bierstraßen-Wirt ist entsetzt: „Wir sind doch gar keine Kneipe“

Er selbst sei völlig überrannt worden, zwei Monate lang war in seinem Lokal alles in Ordnung. „Wir sind ja schließlich auch ein Restaurant mit Frühstück und Mittagessen. Wir haben zwar auch abends auf, aber deshalb sind wir keine Kneipe.“

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Weil das Las Palmeiras (links) am Freitag erstmals öffnete, wurde es rund um die Bierstraße am Freitagabend richtig voll.

Nach etwas mehr als zwei Stunden sei alles unter Kontrolle gewesen, seitdem nichts mehr passiert. Bohrmann: „Und wäre Freitag auch nur ein Polizist rein gekommen, wäre gar nichts passiert. Das hätte man doch schon am Flughafen merken müssen, dass viele Passagiere landen, die zum Ballermann wollen.“

Düsseldorfer Wirt auf Mallorca: Ungeheuerlicher Verdacht

So kamen dann die Bilder zustande, die jetzt harte Konsequenzen haben. „Ich muss jetzt wieder das ganze Essen wegschmeißen, das hält ja keine zwei Monate. Ich stehe das irgendwie durch, aber ich habe 23 Angestellte, die gerade wieder komplett gearbeitet haben. Die sind jetzt alle wieder arbeitslos.“

Und das vielleicht auch, weil die Ereignisse bewusst überspitzt dargestellt wurden.

„Ich bin den ganzen TV-Teams und allen, die Videos gedreht haben, sehr dankbar“, sagt Bohrmann sarkastisch und äußert einen ungeheuerlichen Verdacht.

Mallorca-Wirt sauer: „Es wurden fünf Jahre alte Bilder gezeigt“

„Da waren so viele TV-Sender da, das waren fast alle. Sogar ein Team aus Holland war vor Ort. Dann sind teilweise Bilder gezeigt worden, die sind fünf Jahre alt. Da hängen Girlanden bei uns im Laden, das muss an Karneval gewesen sein. Sowas hänge ich doch nicht im Sommer auf!“

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Das „Deutsche Eck" ist ein beliebter Treffpunkt an der Playa de Palma: Hier gehen viele Deutsche essen. Auch an den Abenden ist der Laden in den vergangenen Jahren beliebt gewesen.

Das, in Verbindung mit dem fehlenden Eingreifen der Polizei und dem plötzlichen Eingreifen der Behörden machen ihn mehr als stutzig: „Wir haben seit dem 20. Mai alles dafür getan, dass alles normal und gesittet abläuft. Jetzt kommt es uns vor, als sei bewusst nach Fehlern gesucht worden. Dann gibt es diese zwei, drei Stunden – und plötzlich geht hier eine Hetzjagd los.“

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In den folgenden Tagen hätten sich alle Lokale, wie auch schon zuvor, vorbildlich verhalten.

Lockdown am Ballermann: Wirte wollen vor Gericht ziehen

Deshalb kommt dem Düsseldorfer Wirt die XXL-Bestrafung im wahrsten Sinne des Wortes spanisch vor: „Man hätte ja alles so machen können, wie es jetzt auch verordnet wird: keine Stehtische, keine Hocker, keine Strohhalme, Getränke aus der Flasche. Wobei die wahrscheinlich an einen gepflegten Wein als an Bier denken.“

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Und was hätte man anders machen können? Bohrmann: „Die hätten die Lokale räumen sollen, Bußgelder verhängen und gut ist. So stinkt die ganze Sache doch zum Himmel.“

Deshalb wollen sich die betroffenen Wirte nun wehren. Am Freitagmittag treffen sie sich, wollen anschließend vor Gericht ziehen.

Mallorca: Wirten droht bis zu 600.000 Euro Strafe

Das Treffen findet übrigens auf neutralem Boden statt. Würden sich die Betreiber in einem der nun geschlossenen Lokale treffen, könnte nach der neuen Verordnung nämlich eine Strafe von bis zu 600.000 Euro (!) verhängt werden.

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