Verheerendes Feuer im Krefelder Zoo Darum brannte das Affenhaus so lichterloh

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Das Affenhaus des Krefelder Zoos brennt in der Silvesternacht völlig nieder. Für fast alle Tiere kommt jede Hilfe zu spät. Nur die Schimpansen Bally und Limbo überleben wie durch ein Wunder.

Krefeld – Es dauerte nur wenige Minuten, dann stand das Tropenhaus im Krefelder Zoo lichterloh in Flammen. Doch warum entwickelte sich die Katastrophe in diesem Tempo?

Das liegt vor allem an der Dachkonstruktion. Das Tropenhaus hat zwar ein Betonfundament, darauf steht aber ein Stahlprofilgerippe. Das wiederum war mit Bauelementen aus Kunststoff verkleidet.

Dabei handelt es sich um Acrylglas, ein Material, das auch unter dem Markennamen "Plexiglas" bekannt ist.

Ein sehr bruchsicherer, gut zu verarbeitender Werkstoff. Lichtdurchlässig aber deutlich leichter und auch billiger als Glas.

Aber mit einem großen Nachteil: Es ist brennbar.

Und am Tropenhaus brannten diese Kunststoffplatten offenbar wie Zunder. Von der Außenhaut des Affenhauses blieb so überhaupt nichts mehr übrig.

Feuer breitete sich rasend schnell aus

Die von einer Krefelder Familie gestartete Himmelslaterne fiel gegen halb eins in der Nacht zu Neujahr auf das nordöstliche Ende des Tropenhauses.

„Wir haben Zeugen, die beobachtet haben, wie die Laterne auf dem Dach niederging. Und sie sahen sofort ein kleines Feuer. Das wurde aber schnell größer", berichtet Gerd Hoppmann, Ermittlungsleiter bei der Krefelder Kripo.

Die sofort alarmierte Feuerwehr war nur fünf Minuten später vor Ort. Aber da war schon nichts mehr zu machen.

„Wir waren selbst erstaunt darüber, dass das Affenhaus im Vollbrand stand, als wir ankamen. Eine Erklärung dafür, dass es so schnell ging, ist hypothetisch. Wir müssen feststellen: Ist der Stoff so schnell brennbar gewesen", sagt Krefelds Feuerwehrchef Andreas Klos. Jetzt soll mit Vergleichsmaterial ein Brandtest gemacht werden.

Möglich wäre, dass trockenes Laub, das auf dem Dach gelegen haben könnte, die Ausbreitung des Brandes begünstigt hat.

Das Affenhaus hatte keine Brandmelder

Dazu kommt: Das Affenhaus hat keine Brandmeldeanlage. „Das ist erstens von der Gesetzgebung bei Tiergehegen nicht vorgeschrieben“, sagt Kai Günther von der Krefelder Feuerwehr.

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Das Affenhaus des Krefelder Zoos brennt in der Silvesternacht völlig nieder. Für fast alle Tiere kommt jede Hilfe zu spät. Nur die Schimpansen Bally und Limbo überleben wie durch ein Wunder.

„Und zweitens ist das in solchen Gebäuden auch schwer umsetzbar. Dort ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es wird immer wieder Staub aufgewirbelt. Man hat dann am Ende mehr Fehlalarme als Nutzen.“

Sprinkleranlage ist nicht vorgeschrieben

Gleiches gilt für eine Sprinkleranlage. Sie wäre in dem Gebäude von 1975 wegen großer Temperaturschwankungen zwischen einzelnen Gebäudeteilen auch nur mit extremem Aufwand installierbar gewesen – Geld, das der Krefelder Zoo auch 1975 offenbar nicht hatte.

Damals wurde das Tropenhaus für zwei Millionen Mark neu gebaut. „Heute würde das einen hohen zweistelligen Millionenbetrag in Euro kosten“, sagt Zoodirektor Wolfgang Dreßen. Weil man eben heute das Gebäude sicherheitstechnisch ganz anders auslegen würde.

Affenhaus soll wieder aufgebaut werden

Bleibt nur die Frage offen, warum die gesetzlichen Anforderungen bei Tiergehegen so viel lascher sind als bei Gebäuden, in denen Menschen wohnen.

Der Krefelder Zoo, ein Gemeinschaftsprojekt der Zoofreunde Krefeld und der Stadt, will das Affenhaus auf jeden Fall wieder aufbauen. Dafür werden Spenden gebraucht. Unter folgenden Bankverbindungen können sie Geld stiften:

Zoo Krefeld gGmbH, Sparkasse Krefeld; IBAN: DE 41 3205 0000 0000 0070 70; Verwendungszweck: Spende Affenhaus

Zoofreunde Krefeld, Sparkasse Krefeld; IBAN: DE42 3205 0000 0000 3177 43; Verwendungszweck: Spende Affenhaus

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