„Wir haben Angst“ Gastronom: Drogenhandel in Düsseldorfer Stadtteil außer Kontrolle

Der Gastronom Badr Haddad schildert schlimme Zustände in seinem Stadtteil Oberbilk.

Der Gastronom Badr Haddad schildert schlimme Zustände in seinem Stadtteil Oberbilk.

Der Drogenhandel in Düsseldorf-Oberbilk hat in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Ein Gastronom schildert schlimme Zustände. Die Menschen fühlen sich im Stich gelassen.

Düsseldorf. Drogenhandel gibt es in jeder Stadt, das ist ein Fakt. Problematisch wird es, wenn die Dealerei außer Kontrolle gerät, wenn sich Anwohner bedroht fühlen, ja sogar Angst haben. In solch einem Fall müsste die Polizei eingreifen, für den Schutz der Menschen sorgen – denkt man jedenfalls. Die Realität sieht leider anders aus.

Gastronom Badr Haddad kann das bestätigen. Er betreibt seit 2012 das marokkanische Restaurant „La Grilladine“ an der Dreiecksstraße in Oberbilk. Seit drei Jahren wohnt er auch dort: „Oberbilk ist eigentlich ein sehr schöner Stadtteil“, sagt er. Eigentlich …

Drogen-Problem in Düsseldorf: Gastronom schildert schlimme Zustände in Oberbilk

Seit geraumer Zeit verkaufen Drogen-Dealer ihre Waren genau vor Haddads Restaurant. Die Dreiecksstraße ist zum Dreh- und Angelpunkt der illegalen Geschäfte geworden, jeden Tag ab circa 14 Uhr bis Mitternacht treffen sich hier junge Männer, um Marihuana zu verticken. Anwohner haben Angst, Geschäftsinhaber und Gastronomen wie Haddad fürchten um ihre Existenz.

„Wir haben echt Schiss“, sagt der Marokkaner. „Die Situation hat sich in den letzten Monaten noch mehr verschärft, und wir wissen nicht, was wir dagegen tun sollen“. Das kann Khalifa Zariouh bezeugen. Auch er hat ein Gewerbe in der Nachbarschaft und vermietet Wohnungen im Bezirk: „Wenn das so läuft, möchte niemand hier wohnen“, sagt er.

Der Dreiecksplatz wird in den letzten Monaten zunehmend zum Umschlagsplatz für Drogen.

Der Dreiecksplatz wird in den letzten Monaten zunehmend zum Umschlagsplatz für Drogen.

Kontakt zur Polizei fruchtlos, Drogen-Problem bleibt bestehen in Oberbilk

Den Kontakt zur Polizei haben sie bereits gesucht, es gab Gespräche – alle ohne Erfolg: „Vor ungefähr zwei Jahren ist das Problem schon einmal eskaliert, da wurde eine Polizeieinheit von 18 Mann gebildet, die sich gekümmert und echt top Arbeit geleistet haben“, so Haddad. Diese wurde aber nach neun Monaten aufgelöst, die Situation sei ausreichend unter Kontrolle. Eine Fehleinschätzung, wie sich zeigt.

„Letzte Woche saß hier eine Familie und hat draußen gegessen. Da haben die Dealer angefangen, rumzuschreien, das passiert oft. Die Familie war total schockiert und hat mich gefragt, ob sie Angst haben müssen – die Menschen fühlen sich hier nicht mehr sicher, so möchte sich niemand mehr hier aufhalten“, sagt der besorgte Gastronom.

Düsseldorfer Gastronom hat Angst um kleinen Sohn

Er selbst hat einen kleinen Sohn. Auch um seine Sicherheit macht er sich Sorgen und lässt ihn deshalb nie aus den Augen: „Ich will ja nicht, dass er zwischen den Dealern und Junkies spielt“.

Neben der Brüllerei kommt es regelmäßig zu Schlägereien und Diebstählen: „Da trauen wir uns gar nicht, die Männer direkt auf ihr unverschämtes Verhalten anzusprechen. Die sind zu jeder Zeit bereit, handgreiflich zu werden“, so Haddad.

Anwohner in Oberbilk fühlen sich im Stich gelassen

Wenn in Oberbilk nicht schnell etwas passiert, steht der Stadtteil am Abgrund.

Polizei und Politiker dürfen die Menschen nicht länger im Stich lassen: „Wir brauchen dringend Unterstützung von der Polizei“, sagt Zariouh. „Ich fühle mich für Oberbilk verantwortlich, das hier ist mein zu Hause. Seit ich sogar in dem Buch „Oberbilk. Hinterm Bahnhof“ verewigt wurde, fühle ich mich noch verbundener. Wir wollen Oberbilk retten. Aber dabei brauchen wir Hilfe“, sagt Badr Haddad.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.