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Schausteller und Schützen Kirmes light in der Stadt und Düsselland jetzt günstiger

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Messe-Chef Wolfram Diener. Oberbürgermeister Thomas Geisel, Schausteller Sven Tusch sowie „Düselland"-Veranstalter und Schausteller Oscar Bruch jun. durften als Erste mit Altbier im „Düsselland" anstoßen.

Düsseldorf – Am Freitag wäre sie gestartet: Die „Größte Kirmes am Rhein 2020"  hätte in zehn Tagen wieder rund vier Millionen Besucher auf die Oberkasseler Rheinwiese gelockt. Doch die große Veranstaltung, die für die Schausteller mit zu den wichtigsten Einnahmequellen im Jahr zählt und das Aushängeschild der St. Sebastianus Schützen ist, die die Rheinkirmes veranstalten, findet bekanntermaßen wegen Corona nicht statt.

Dennoch: So ganz ohne Kirmes-Duft, Karussell-Fahrspaß und Schützen-Präsenz will sich die Stadt in diesen Tagen nicht präsentieren. Und dabei vor allem die Schausteller unterstützen, die um ihre Existenz kämpfen.

Düsselland verlängert und Preis für Tagesticket gesenkt

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Jetzt gibt es Neuigkeiten aus dem „Düsselland“! Der Eintrittspreis wurde von acht auf fünf Euro gesenkt und es gibt Verlängerung: Der temporäre Freizeitpark auf dem Messegelände wird eine Woche länger, bis zum 2. August geöffnet haben.

Seit dem 26. Juni ist das Düsselland geöffnet. Es wird von Schausteller und Riesenrad-Betreiber Oscar Bruch jun. veranstaltet. Ein Pilotprojekt, dessen Konzept er mit Messe-Chef Wolfram Diener und Oberbürgermeister Thomas Geisel in sehr kurzer Zeit, damals noch im strengen Corona-Lockdown, erarbeitet hat.

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Nach dem Lockdown wurde es umgesetzt. „Dafür bin ich sehr dankbar. Es gibt uns Schaustellern, die sonst nirgends Gehör gefunden haben in diesen schweren Zeiten, die Möglichkeit, auf Sparflamme weiter zu existieren. Nur so kann es in Zukunft auch wieder die Rheinkirmes geben“, sagt Bruch.

42 Schausteller sind auf dem großen Gelände mit Fahrgeschäften und Ständen vertreten. Bruch: „Trotz geringer Besucherzahl erfreut sich das Düsselland großer Beliebtheit, die Gäste sind vom vielfältigen Angebot überrascht.“ Am Sonntag (12. Juli) war der bisher stärkste Tag mit 3500 Besuchern.

Corona-Schutzmaßnahmen: Lockerungen wurden umgesetzt

Anfangs startete das Düsselland mit starken Einschränkungen, um die strengen Corona-Schutzmaßnahmen zu erfüllen. Immer mehr Lockerungen kamen dazu, die umgesetzt wurden. Feste Besucher-Slots gibt es nicht mehr. Jetzt gibt es Ganztagestickets, die man spontan an der Kasse kaufen kann. Zudem kommt der Shuttleservice vom Parkplatz zum Eingang sehr gut an.
Und auch über die Aufhebung des Alkoholverbotes dürfen sich die Gäste seit gestern freuen.

Bruch: „Jetzt dürfen wir endlich auch Bier verkaufen. Ohne partymäßiges Abfeiern.“

Zudem haben sich mit Hilfe der Stadt Düsseldorf neue Partner gefunden, die das Düsselland unterstützen wie die Stadtwerke und die Rheinbahn.
„So konnten wir den Eintrittspreis auf fünf Euro senken.“

Kinder bis sechs Jahre zahlen keinen Eintritt. Öffnungszeiten: Wochentags 12.45 bis 21.30 Uhr, samstags 11 bis 21.30 Uhr, sonntags 11 bis 20 Uhr.

Heimatsommer: Schausteller mit Buden in der Stadt

Auch in der Stadt sind die Schausteller der Rheinkirmes präsent. Der Düsseldorfer Heimatsommer bietet den Bürgern „Spaß, Unterhaltung und Vergnügen trotz Einhalten der Corona-Regeln“, so Oberbürgermeister Thomas Geisel. „Der Heimatsommer hat für viel Zuspruch gesorgt." Vor allem die Schausteller sind dankbar für diese Möglichkeit.

Oliver Wilmering (42), erster Vorsitzender des Schaustellerverbandes Düsseldorf, bedankte sich stellvertretend für die Schausteller, „die Chance bekommen zu haben, zu überleben“. Er betonte, dass diese Möglichkeit „nicht selbstverständlich“ sei und sehr geschätzt werde.

Seine Frau Jasmin Wilmering (44) schwärmte vom „Entgegenkommen der Stadt Düsseldorf“ – Stellplatz-Gebühren bleiben den Schaustellern beim Heimatsommer nämlich erspart. Der Heimatsommer sei die erste Möglichkeit seit dem Weihnachtsmarkt, in dieser Branche in Düsseldorf wieder Geld zu verdienen.

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Jasmin Wilmering – in ihrem Süßigkeiten-Stand am Rathaus – freut sich, durch den Düsseldorfer Heimatsommer endlich wieder ihre Waren verkaufen zu können.

„Sechs Monate ohne Einkommen“, betonte Jasmin Wilmering. Zwar würde auch der Heimatsommer keine großen Umsätze bringen, doch der sei für die Schausteller vorerst die einzige Möglichkeit, zu überleben. Bis zum 31. August wird es dieses Angebot in der Stadt noch geben.

Düsseldorfer Schützenverein winkt mit 50 Flaggen

Nicht zu vergessen: die Schützen des St. Sebastianus Vereins, die traditionell die „Größte Kirmes am Rhein" veranstalten. Auch sie stecken voller Tatendrang, um das Beste aus der Situation zu machen.

„Eigentlich würden wir zu dieser Zeit rote und weiße Ballons am Himmel über Düsseldorf fliegen sehen. Das Signal für die bevorstehende 'Größte Kirmes am Rhein'“, sagte Lothar Inden, Chef des St. Sebastianus Schützenvereins, am Mittwoch (15. Juli) vor dem Rathaus.

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Neben der Flagge auf dem Marktplatz werden noch circa 50 weitere in Düsseldorf aufgehängt.

Inden und seine Mitstreiter im Vorstand hatten sich zusammen mit Thomas Geisel und dem Kirmesarchitekten Thomas König  vor dem Rathaus getroffen.

Gemeinsam hissten sie die Flagge des Vereins und der Kirmes auf dem Marktplatz, um „daran zu erinnern, dass Schützen- und Heimatfest, sowie unsere schöne Großkirmes wegen Corona in diesem Jahr ausfallen müssen", erklärte Lothar Inden. Insgesamt werden noch rund 50 weitere Fahnen in der Stadt aufgehängt.

Düsseldorf: OB ist sich sicher - diese Herausforderung stärkt die Landeshauptstadt

Fast schon ein bisschen wehmütig wies Geisel am Anfang der Aktion auf das wunderbare Kirmeswetter hin, die Temperaturen wären ideal... „Ich weiß, dass viele Menschen es sehr bedauern, dass die Veranstaltungen ausfallen. Aber ich denke auch, dass jeder die Gründe versteht."

Geisel sagte, dass eine Absage dieser „potentiellen Super-Spreader- Ereignisse" die einzige vernünftige Maßnahme sei. „Wir machen das Beste draus, jede Krise bringt auch Chancen und ich glaube, dass diese Herausforderung Düsseldorf stärkt", so Geisel.

„Es schmerzt schon sehr." Mit diesen Worten spricht Lothar Inden allen Mitgliedern des Schützenvereins aus dem Herzen. Trotzdem ist der Chef der St. Sebastianus Schützen positiv gestimmt: „Das einzig Gute ist, dass deutlich wird, dass nicht immer alles weiter nach vorne gehen kann. Wir werden jetzt alle auf den Boden der Realität zurückgeholt und müssen überlegen, wie es weiter geht."

Düssedorfer Schützen: Positiver Blick auf Rheinkirmes 2021

Sowohl Thomas Geisel als auch Lothar Inden blicken optimistisch auf nächstes Jahr. „2021 wird Corona immer noch Thema sein", merkte Geisel an. Er sei sich aber fast sicher, dass den Veranstaltungen mit den richtigen Maßnahmen nichts im Weg stehen würde. Lothar Inden äußert sogar die Idee, die Kirmes auf zwei Wochen zu verlängern. Dagegen hätte auch der OB nichts, ganz im Gegenteil. Mal sehen, ob daraus wirklich was wird.

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