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„Wenn ein Hirte keine Herde mehr hat“ Düsseldorfs Stadtdechant redet Klartext über Woelkis Rückkehr

Der Düsseldorfer Stadtdechant Frank Heidkamp hat die Arme verschränkt.

Der Düsseldorfer Stadtdechant Frank Heidkamp (63) sprach mit EXPRESS über die geplante Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki Anfang März 2022.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki befindet sich in einer vom Papst verordneten Auszeit. Am 2. März will er aber seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen. Düsseldorfs Stadtdechant spricht Klartext.

Missbrauchsfälle, Vertuschung, Geistliche, die sich vor Gericht verantworten müssen. Dazu ein Kölner Erzbischof, den Papst Franziskus zwar in Amt belassen hat, ihm aber „große Fehler“, die zur Vertrauenskrise beigetragen hätten, bescheinigt hat.

In knapp zwei Wochen kehrt Kardinal Rainer Maria Woelki (65) ins Erzbistum zurück. EXPRESS.de sprach darüber mit dem Düsseldorfer Stadtdechanten, Pfarrer Frank Heidkamp (63).

Laut Umfrage im Erzbistum Köln fast alle für Rücktritt von Kardinal Woelki

EXPRESS.de: Eine Forsa-Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass 92 Prozent der Befragten im Erzbistum Köln für den Rücktritt von Kardinal Woelki sind.

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Stadtdechant Pfarrer Frank Heidkamp: „Ich kann die Umfrage voll und ganz bestätigen. Viele Menschen können sich nicht vorstellen, dass der Kardinal zurückkommt. Es kann nicht so weitergehen wie bisher. Der Kardinal kann nicht an dem Punkt weitermachen, an dem er seine Auszeit genommen hat. Die Menschen haben ihr Urteil gefällt.“

Doch Kardinal Woelki beendet am 2. März seine vom Papst angewiesene mehrmonatige Auszeit. Wie geht es dann weiter?

Stadtdechant Heidkamp: „Aschermittwoch wird der Erzbischof wiederkommen. Die Frage ist: Wie gehen wir dann miteinander um? Ganz wichtig ist: Der Kardinal muss als Hörender wiederkommen. Ich erhoffe mir unter anderem eine hohe Transparenz bei der Aufarbeitung des Themas Missbrauch. Es muss eine schonungslose Aufklärung in Sachen Täter geben. Wenn bisher Namen nicht genannt worden sind, müssen sie jetzt in die Öffentlichkeit kommen.
Neben der Transparenz ist die Kommunikation, die in den letzten ein bis zwei Jahren einfach katastrophal war, sehr wichtig. Wir müssen transparent sein, Dinge müssen beim Namen genannt werden, es darf keine Tabus geben.
Ein weiterer Punkt ist die Bewegung ‚Out in Church‘. Menschen haben sich geoutet, die in der katholischen Kirche arbeiten, aber Angst haben, durch ein Outing den Arbeitsplatz zu verlieren. Es darf aber keine angstbesetzte Kirche mehr geben! Das ist vom Ursprung der Kirche auch so gegeben. Jesus Christus war ein einladender Mensch, er hat Mut gemacht, Hoffnung gegeben. Dahin müssen wir als Kirche zurückkehren. Man hat den Eindruck, die Kirche dreht sich nur um sich selbst. Davon müssen wir wegkommen, für die Menschen da sein, zu den Menschen gehen. Wenn das umgesetzt wird, dann ist das ein Prozess hin zur Glaubwürdigkeit.“

Düsseldorfer Stadtdechant: Man muss jedem Menschen eine Chance geben

Was sagen Sie persönlich zur Rückkehr von Kardinal Woelki?

Stadtdechant Heidkamp: „Meine persönliche Meinung ist, dass es mit ihm sehr schwer werden wird. Aber man muss jedem Menschen eine Chance geben. Es kommt jetzt sehr auf das Miteinander an. Wenn ein Hirte keine Herde mehr hat, muss er überlegen, was er tun kann. Es kommt sehr auf die nächsten Wochen und Monate an. Ob der Kardinal das schaffen kann, ist für viele – auch für mich – ein Fragezeichen.“

Die vielen Kirchenaustritte sprechen eine deutliche Sprache. Wie reagieren Sie als Pfarrer darauf?

Stadtdechant Heidkamp: „Diejenigen, die aus der Kirche austreten, erhalten im Normalfall einen Brief vom Pfarrer mit einer Einladung zum Gespräch. Ich versuche, mit vielen in Kontakt zu treten. Ich bin der Hörende. Das ist unendlich wichtig, erfordert viel Zeit. Darüber hinaus muss man sich fragen: Wie kann man als Pfarrer trotz allem eine Hilfe sein? So haben viele durch Corona ein schönes Paket zu tragen. Probleme mit den Kindern, den Finanzen, der Psyche – da möchte ich zur Verfügung stehen, wenn es gewünscht und gewollt ist. Ich möchte die Menschen willkommen heißen. Zum Beispiel auch vor der Kirche am Sonntag, wenn man sich vor und nach dem Gottesdienst zur Verfügung stellt, den Menschen dadurch nahe ist.“

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