Im Video Düsseldorfer klagen: „Hells Angels“ machten uns das Leben zur Hölle

Düsseldorf – In der Altstadt geht der Rockerkrieg in die nächste Runde, nachdem es im Dezember 2017 und im Februar 2018 zu Angriffen auf einen Imbiss an der Mühlenstraße und auf die Pizzeria „Munzur“ in der Bolkerstraße gekommen ist (wir berichteten).

Betreiber Seracettin Durmaz (39): „Die Hells Angels haben uns nach Schutzgeldforderungen das Leben zur Hölle gemacht, provozierten ständig. Wir geben auf, machen zu.“ Vorher kam nach einem irren Plakatkrieg am Dienstag aber ein Gerichtsvollzieher in die Pizzeria auf Bolkerstraße mit einem Räumungsbeschluss.

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Seracettin Durmaz und Kemal Serim zeigen das Plakat, das in typischer Rockerschrift mit der „81“ in der Web-Adresse früh morgens aufgehängt war.

Der Plakatkrieg: Durmaz hatte Schilder aufgehängt „Hausverbot für Hells Angels Turkey“. Ein Filmdokument (siehe oben) beweist: Plötzlich stürmte nachts ein Mann rein, riss das Plakat ab.

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Vor kurzem hängten bislang „Unbekannte“ als weitere „Kriegshandlung“ ein Plakat am Eingang auf: „Ladenlokal ab sofort zu vermieten. Kontakt: Bolkerstrasse81@web.de“.

Krieg tobt schon lange

Verräterisch: Die Hausnummer 81 gibt es zwar auf der Bolkerstraße nicht, aber bei den Hells Angels. Die „8“ steht“ für das „H“ und die „1“ für das „A“. Mit der Zahl 81 schmücken sich viele Hells-Angels-Rocker. So fährt auch auf der Königsallee ein Motorrad mit diesem Kennzeichen. Es gehört dem Betreiber eines Kö-Bewachungsunternehmens …

Die Rocker-Szene in der Altstadt: Insider und Polizei wissen, wer mit wem verfeindet ist, wer um die Macht kämpft, wer welche Strippen zieht und welche Rocker sich untereinander bekriegen.

Auch die Betreiber des „Munzur“ sollen nicht „ohne“ sein, ihnen wird eine Nähe zu Hintermännern des Edel-Puffs „Oceans“– nachgesagt, wo weitere Videos von der Bolkerstraße „aufbewahrt“ werden sollen. Merkwürdig: Auch im „Oceans“ gab es im letzten Jahr ein Hells-Angels-Zutrittsverbot. Munzur und Kemal Serim, die die Pizzeria managen, bestreiten solche Kontakte.

Der Anwalt der Vermieter des Ladens, die „Frank Engel & Paul Zickert GbR“: „Von dem Plakat weiß Herr Engel nichts. Er hat mit dem angeblichen Krieg nichts zu tun. Kündigung und Räumung sind gerichtlich geprüft. Die herausgeklagten Betreiber hatten keinen Mietvertrag. Sie haben das Lokal vom Vormieter einfach übernommen, wovon Herr Engel nichts wusste. Es gab auch Mietrückstände.“

Polizei ist auf der Hut

EXPRESS erfuhr, dass man froh ist, diesen Unruheherd als Rocker-Tummelplatz beseitigt zu haben. Machtkämpfe gab es tatsächlich. Ein Kontrahent hat eine sehr dicke Polizeiakte.

Diesen Rockerkrieg in der Altstadt beobachtet die Polizei mit großer Sorge. Ein Altstadt-Ermittler: „Wir wissen, was hier abgeht, müssen aber auf der Hut sein, dass nichts ausufert. Wir lassen Machtspiele von Rockern nicht zu.“

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Dieses Plakat wurde von einem Eindringling abgerissen.

Die Bilanz nach den letzten Überfällen Ende 2017 und Anfang 2018 mit Schusswaffen und Pfefferspray: Mehrere Festnahmen und 34 Verletzte.

Seracettin Durmaz damals zum EXPRESS: „Die Hells Angels wollten 20 Prozent des Umsatzes als Schutzgeld. Wir zahlen nichts. Eher sterben wir. Wir haben keine Angst vor denen.“

Zweifel bleiben, wer was inszeniert. Es wird viel gelogen und verschwiegen. Die Polizei hat aber ein Auge drauf…   

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