„Brazilian Butt Lift“ Tod nach Po-Vergrößerung – Düsseldorfer Mediziner „Dr. Po“ vor Gericht

Der angeklagte Arzt sitzt mit Maske im Saal des Landgerichts.

Im Prozess um zwei Todesfällen nach Po-Vergrößerungen sitzt ein Arzt aus Düsseldorf am 28. September 2021 auf der Anklagebank.

In Düsseldorf steht ein Arzt vor Gericht. Zwei seiner Patientinnen waren nach einem sogenannten „Brazilian Butt Lift“ gestorben.

Düsseldorf. Studentin Maria (20) und eine weitere 42-Jährige Frau wollten den perfekten Körper. Fett am Bauch sollte weg, dafür sollte der Po damit verschönert werden. Doch beide Frauen starben nach der OP. Dafür macht die Staatsanwaltschaft Schönheitschirurg Ali S. (50) verantwortlich. „Dr. Po“ muss sich seit Dienstag, 28. September, wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht verantworten.

Neben diesen beiden Opfern gibt es dann noch eine weitere Patientin, die nach der OP unter Einblutungen im Gewebe litt, aber im Krankenhaus gerettet werden konnte.

Weitere Anklagepunkte: Mehrfach soll sich Ali S. als Doktor ausgegeben haben, obwohl er nur Allgemeinmediziner ist. Deshalb gab es Strafbefehle wegen falscher Titelführung.

Po-OPs gehen schief, beiden Frauen sterben nach Eingriff in Düsseldorf

Bei den Fetttransplantationen soll der Schönheitschirurg teilweise viel zu viel Fett und Flüssigkeit abgesaugt und am Po eingespritzt haben. Literweise mehr, als bei einem ambulanten Eingriff erlaubt. Außerdem soll er Medikamente falsch dosiert und die Patientinnen nach den Eingriffen ohne Betreuung nach Hause geschickt haben. So sei er, als Komplikationen auftraten, nicht mehr erreichbar gewesen.

Die beiden Frauen starben kurze Zeit nach den Eingriffen von „Doktor Po“.

Düsseldorfer Mediziner „Dr. Po“ fühlt sich unschuldig

Der Mediziner fühlt sich unschuldig. Er ließ durch seinen Anwalt eine 46 Seiten lange Erklärung verlesen. Demnach habe er aus ärztlicher Sicht alles richtig gemacht und sei für die Komplikationen, die bei den Patientinnen eingetreten waren, nicht verantwortlich zu machen. Die OPs seien korrekt durchgeführt worden.

Außerdem habe Ali S. wie immer alle Patienten über die Risiken, die bei jedem Eingriff bestehen, belehrt. Insgesamt beruft er sich auf seine große Erfahrung mit solchen Eingriffen. 400 dieser Art mache er schließlich pro Jahr.

Zum Prozessauftakt erschien auch der Ehemann des 42-Jährigen Opfers. Er wird nächste Woche als Zeuge aussagen. Wegen der vielen medizinischen Details ist ein Gutachterstreit zu erwarten. Der Prozess ist jetzt schon bis in den Dezember terminiert.

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