Rechtsradikaler terrorisiert Stadtteil Rentner in Düsseldorf angegriffen? Angeklagter mit stupider Ausrede

Fredy M. (l.) mit einem Kumpel auf der Anklagebank.

Fredy M. (l.) am Dienstag (15. November 2022) mit einem Kumpel auf der An­kla­ge­bank.

Im Düsseldorfer Stadtteil Garath treibt ein 20-jähriger Mann sein Unwesen. Sein Gedankengut stellt er bei seinen Pöbeleien und Übergriffen deutlich zur Schau.

Ganz Garath fürchtet Fredy M. (20/Name geändert). Der „Schrecken von Garath“ macht keinen Hehl aus seiner Sympathie für die Ideologie der Nationalsozialisten.

Ständig provoziert er, zeigt den Hitlergruß und prügelt auf harmlose Passanten ein. Am Dienstag (15. November 2022) stand er wegen etlicher Delikte vor Gericht.

Düsseldorf: Rechtsradikaler soll Rentner angegriffen haben

Die ehemalige Linken-Fraktionssprecherin Doris B. (72) hat schon einiges mit der rechten Szene im Düsseldorfer Stadtteil Garath erlebt. Immer wieder wurde sie schikaniert. Als sie im zurückliegenden Sommer mit ihrem Hund spazieren ging, traf sie auf Fredy M.

Doris B. vor Gericht: „Er zeigte mir den Hitler-Gruß, rief ‚Heil Hitler‘! und nannte mich eine Drecksschlampe.“ Den Vorwurf streitet Fredy M. ab: „In dieser Gegend bin ich nie. Außerdem zeigt sie ständig andere von uns an. Und hat damit nie Erfolg.“

Der nächste Fall betrifft Rentner Rainer U. (57). Er betritt langsam an zwei Stöcken gehend den Gerichtssaal. „Ich war unterwegs, als der plötzlich neben mir auftauchte und rief ‚Ich bin Nazi‘.“ Rainer U. antwortete: „Das interessiert mich nicht.“

Dann sei der Angeklagte vor ihn gesprungen. „Wie ein Kick-Boxer“, so der Zeuge. „Er hat nach mir geschlagen und getreten.“ Er sei zu Boden gegangen und habe sich in seiner Not mit einer Hand an einem Geländer hochgezogen und mit der anderen seinen Stock vor sich hochgehoben, um sich den Angreifer vom Leib zu halten. Dann seien Passanten dazwischengegangen.

Doch der Angeklagte streitet auch das ab. Er behauptet doch tatsächlich, der gehbehinderte Rentner habe angegriffen.

Düsseldorf: Fredy M. soll Sozialarbeiter bedroht haben

Der nächste Zeuge der Anklage ist Sozialarbeiter Roman N. (32). Er arbeitete bei einer Jugendeinrichtung in Garath. Vom Angeklagten habe er schon viel gehört.

„Er ist dort bekannt. Ich hatte aber noch nie Kontakt zu ihm.“ Als er mit einem Kollegen von der Vorbereitung einer Schnitzeljagd zurückkam, wurde er von Fredy M. übel als Zecke beschimpft. Und er drohte, den Sozialarbeiter zu töten.

Dessen Kollege vermutet als Motiv hinter der Attacke: „Der eine klebt Nazi-Aufkleber an die Freizeitstätte, der andere beseitigt sie wieder.“ Jedenfalls hat Roman N. aus Angst vor der Todesdrohung bei der Einrichtung in Garath gekündigt. Weil weitere Zeuginnen und Zeugen fehlten, wird der Prozess im Dezember fortgesetzt.

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