Düsseldorfer Demo gegen Kardinal Woelki erntet für Satz fassungsloses Kopfschütteln

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Kardinal Rainer Maria Woelki (l), Erzbischof von Köln, und Pfarrer Oliver Boss gehen durch einen Spalier aus Gemeindemitgliedern, die ihm vor der Kirche St. Maria vom Frieden die Rote Karte zeigen.

Düsseldorf – Der alte Spruch „Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige“ – für Erzbischöfe scheint er nicht zu gelten. Rainer Maria Kardinal Woelki war am Donnerstag (27. Mai) nach Düsseldorf gekommen, um mit jener Gemeinde, die ihn am meisten kritisiert, ins Gespräch zu kommen – und erschien erst einmal eine halbe Stunde später als angekündigt. Schon mal keine guten Start-Voraussetzungen…

  • Mehr als 140 Gemeindemitglieder in Düsseldorf haben gegen Kardinal Woelki demonstriert
  • Sie haben ihn aufgefordert, auf eine geplante Firmung Jugendlicher zu verzichten
  • Woelki kam in Düsseldorf zu einem Krisengespräch

Dabei wurde Woelki von einer vielköpfigen Menge erwartet, allerdings nicht sehnsüchtig und nicht mit dem traditionell zu erwartenden Jubel, sondern äußerst kritisch: Die mehr als 100 Gläubigen waren gekommen, um dem Kardinal wortwörtlich die „Rote Karte“ zu zeigen, ihm einen Platzverweis zu erteilen und zu signalisieren, dass er in Gerresheim nicht willkommen ist.

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„Rote Karte für Kardinal Woelki” steht auf einem Plakat vor der Kirche St. Maria vom Frieden vor der Ankunft von Kardinal Woelki am Donnerstag (27. Mai).

Der Hintergrund dieses durchaus feindseligen Aufeinandertreffens ist die besondere Geschichte der Gemeinde: Einer ihrer Pfarrer steht im Verdacht des Kindesmissbrauchs – Pfarrer O., der inzwischen verstorben ist, war ein enger Freund Woelkis, der seinen Fall lange „unter der Decke gehalten“ haben und das mit der Demenz des alten Geistlichen begründet haben soll.

Düsseldorfer forderten Woelki auf, auf Firmung zu verzichten

Gegen einen früheren Kaplan der Gemeinde gibt es ebenfalls Vorwürfe sexueller Übergriffe, die allerdings keineswegs bewiesen sind.

Auf diesem Hintergrund ist die Verunsicherung groß in der Gemeinde St. Margareta, die den Kardinal um ein Gespräch gebeten hatte, das er – so der Vorwurf, der jetzt zur offenen Rebellion führte – nie angenommen habe.

Stattdessen kündigte er an, die für den 9. Juni geplante Firmung in der Gemeinde persönlich durchführen zu wollen.

Kardinal Woelki erntet für seinen Satz fassungsloses Kopfschütteln

„Erst jetzt, so kurz vorher, kommt er zum Gespräch zu uns“, empört sich eine Teilnehmerin der „Rote-Karten-Demo“. „Wir haben kein Vertrauen mehr zum Erzbischof und finden es deplatziert, wenn er für diese wichtige Feier in unsere Gemeinde kommt.“

Genau das hatten 140 namhafte Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde in einem Offenen Brief zum Ausdruck gebracht: Woelki solle auf die Firmung verzichten und einen Stellvertreter benennen. Zum Gespräch traf er nur 40 ausgewählte Gemeindemitglieder.

Für die Demonstranten, die draußen bleiben mussten, hatte er nur einen Satz übrig: „Alles wird gut!“ Dafür erntete er fassungsloses Kopfschütteln.

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