Das Chaos auf dem Düsseldorfer Pop-up-Radweg Willkommen im Geisel-Labyrinth

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Irrer Schilderwald am Pop-up-Radweg mit einem Bonbon: Die Ampel links zeigt in die falsche Fahrtrichtung, die für Räder jetzt verboten ist.

Düsseldorf – Der Pop-up-Radweg an der Cecilienallee – gefühlt ist er seit der Eröffnung vor genau zwei Wochen schon ein Dutzend mal „nachgebessert“ worden. Das Chaos scheint unentwirrbar.

Es war am Samstag also für den EXPRESS an der Zeit, sich noch einmal in Bild vor Ort zu machen. Und er fand sich in einem wahren „Geisel-Labyrinth“ wieder.

Das Chaos um den Pop-up-Radweg: Immer wieder umgebaut

Was hat dieser Radweg nicht schon alles mitgemacht: Die Fahrtrichtungen wurden hin und her verändert – mal vor, mal zurück. Die Markierungen auf der Straße wurden geändert, gedreht, abgeklebt und ganz neu installiert. Es wurden Ampeln aufgebaut, die für mehr Sicherheit sorgen sollten.

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Das Chaos um den Pop-up-Radweg: OB gesteht Gefahrenpotenzial ein

Am späten Freitagabend, nachdem ein zweiter Unfall an der sogenannten „Protected Bike Lane“ passiert war, dämmerte es auch OB Thomas Geisel: „Dieser Unfall bestätigt die Sicherheitsbedenken, die die Düsseldorfer Feuerwehr, aber auch Anwohner der Cecilienallee am vergangenen Wochenende geäußert hatten. Durch die bisherige Lösung einer »Protected Bike Lane« gab es ein erhebliches Gefahrenpotenzial.“

Das Chaos um den Pop-up-Radweg: Und trotzdem wird weiter nachgebessert

Oha, der OB hat die Gefahr erkannt! Und welche Konsequenzen zieht er? Man ahnt es schon. Es gibt die nächste „Nachbesserung“:

  • Eine Spezialfirma wird beauftragt, neue Radwege zu markieren.
  • Dadurch soll die Absperrung der „Pop Up Bike Lane“ mit Warnbaken überflüssig werden.
  • Auch die Längsparkplätze an der Cecilienallee sollen wieder nutzbar werden.
  • Es soll ein 75 Zentimeter breiter Sicherheitsstreifen zwischen den Parkplätzen und dem Radweg angelegt werden.
  • Nun wird auch auf der Häuserseite der Cecilienallee ein weiterer Radweg angelegt.
  • Für den Lieferverkehr plant die Stadt entlang der Cecilienallee mehrere Haltezonen.

Alles klar? Wohl kaum! Niemand versteht mehr, was sich jetzt wieder ändert.

Das Chaos um den Pop-up-Radweg: Und jetzt auch noch Tempo 30!

Und der Hammer kommt ganz zum Schluss: Ab sofort wird die Cecilienallee nun auch noch zur 30-Kilometer-Zone. Wohlgemerkt: Wir sprechen von der ehemals vierspurigen Straße, die direkt an den Rheinufertunnel anschließt und auch für den Oberbürgermeister einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen in der Stadt für Autos darstellt.

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Bodenmarkierungen, die wirklich niemand mehr verstehen kann.

Nun also der Ortstermin des EXPRESS: Verwirrung überall. Ein wahrer Schilderwald hinterlässt nichts als Fragezeichen in den Köpfen aller Verkehrsteilnehmer. Herzlich willkommen im Geisel-Labyrinth!

Das Chaos um den Pop-up-Radweg: Nur sieben Radfahrer auf der gesamten Strecke

Das EXPRESS-Team wandert zu Fuß von der Rheinterrasse bis zur Homberger Straße. Eigentlich müsste hier jede Menge los sein, führt die Straße doch auch zum neuen Rummel an der Messe.

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Absurdes Bild: Kaum ein Radfahrer nutzt den neuen Pop-up-Radweg - aber die Autos dürfen jetzt sogar nur noch 30 fahren.

Aber während des viertelstündigen Spaziergangs fahren nur exakt sieben Fahrräder über den neuen Radweg, davon auch noch zwei in der verkehrten Fahrtrichtung. Auf dem parallelen Radweg wenige Meter weiter um Rheinpark sind es in der gleichen Zeit 39 Radfahrer.

Das Chaos um den Pop-up-Radweg: Autos sogar am Wochenende im Stau

Und gleich daneben gibt es fassungslose Gesichter, nämlich diejenigen der Autofahrer, die trotz eigentlich geringen Verkehrsaufkommens am Wochenende über die einstige Schnellstraße Kriechen üben dürfen.

Hier lesen Sie mehr: Schon der zweite Unfall am Pop-up-Radweg

Zurzeit jedenfalls muss sich der Oberbürgermeister samt seiner politischen Mehrheit und der „Experten“ in der Stadtverwaltung die Frage stellen: Wie geht man eigentlich mit einer Situation um, die man so beschreiben könnte: „Stell Dir vor, Du baust einen Radweg – und keiner will auf ihm fahren!“

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