Düsseldorfer Corona-Leugner Warum ihr Masken-Trick nach hinten losgehen kann

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Düsseldorfer Corona-Leugner bei einer Demo. Ihre Versuche, die Maskenpflicht zu unterlaufen, scheiterten.

Düsseldorf – Die Düsseldorfer Corona-Leugner – sie wollen die Maskenpflicht an Schulen aushebeln, indem sie ein Netzwerk von Ärzten nutzen und sich bei denen ein Attest besorgen.

Der EXPRESS deckte diese Praxis auf – und das Gesundheitsministerium zeigt jetzt, warum dieser Trick krachend scheitern kann.

Der Schuss kann tatsächlich nach hinten losgehen: Es sei zwar durchaus möglich, dass die Schulleitung  von der Maskenpflicht befreie, wenn es dafür medizinische Gründe oder ähnliches gebe – dafür benötige man nicht einmal ein Attest, bestätigt Ministeriumssprecher Heiko Haffmanns.

Trickserei mit Masken-Attesten: Sie können genau zu dem führen, was die Corona-Leugner nicht wollten

Auf der anderen Seite sei auch das genaue Gegenteil möglich: „Sollte jedoch ein Attest vorliegen, ist eine Befreiung von der Verpflichtung zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung ausgeschlossen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass es sich um ein »Gefälligkeitsattest« handelt (etwa wenn ein Arzt oder eine Ärztin in der Öffentlichkeit damit werben, dass sie solche Atteste ausstellen).“

Und genau das trifft ja auf die Ratinger Ärztin zu, über die der EXPRESS berichtet hatte.

Trickserei mit Masken-Attesten: Der Ratinger Ärztin droht Ärger

Und der könnte auch noch zusätzlich Ärger drohen: „Das Ausstellen von Attesten aus Gefälligkeit (oder Boykott von Vorschriften, die nicht akzeptiert werden) ist berufsrechtswidrig“, macht der Ministeriumssprecher deutlich. „Ob die Ausstellung der Atteste oder die Werbung durch den Arzt einen Berufsrechtsverstoß darstellt gegen den vorzugehen ist, unterliegt der Beurteilung der zuständigen Ärztekammer. Diese ist die zuständige Berufsaufsichtsbehörde.“

Die Kammer hatte sofort reagiert, und die Ärztin hatte die Werbung für die Maskenpflichtbefreiung sofort aus dem Netz entfernt.

Trickserei mit Masken-Attesten: So wurde der Fall aufgedeckt

Sie sollen uns schützen und helfen, das Corona-Virus einzudämmen und doch sorgen sie immer wieder für Streit und Konflikte – Masken. Besonders der Beschluss zur Maskenpflicht im Unterricht in NRW hat bei den „Masken-Gegnern“ für Aufregung gesorgt.

Auch in Düsseldorf gibt es Widerstand. Die Partei „Widerstand 2020 – Wir für Düsseldorf“ demonstrierte bereits mehrfach zusammen mit den „Corona-Rebellen“ gegen die Schutzverordnung und die Maskenpflicht an den Schulen. 

Düsseldorf; „Widerstand 2020“ wehrt sich gegen die Maskenpflicht

Doch unter den Demonstranten sind nicht nur besorgte Eltern, auch viele Ärzte setzen sich gegen die Verordnung ein. Der „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie, e.V.“ stellt auf seiner Website eine ganze Reihe von Ärzten in Deutschland vor, die einem bei Wunsch auf eine Maskenbefreiung helfen können – in Form eines Attests. Liegt dies vor, so muss keine Maske getragen werden. 

Darunter sind auch Ärzte aus Ratingen, Krefeld und Köln. Eine Ärztin wird auf der Seite des „Widerstand 2020“ in dem Bericht „So befreit Ihr Eure Kinder von der Maskenpflicht in der Schule“ als „Ärztin des Vertrauens“ genannt. Dazu gibt es einen Link für einen Attest-Vordruck, der ausgefüllt und unterschrieben werden muss. Der Beitrag ist mittlerweile von der Seite verschwunden.

Corona: Ärzte werden in Telegram-Gruppen empfohlen

Wie der EXPRESS erfuhr, soll dieser fertige Vordruck nach Aussage der Ärzte lediglich dazu dienen, längere Wartezeiten zu vermeiden. Eine Untersuchung des Patienten fände trotzdem statt. Und die Termine sind beliebt, eine der Praxen gibt an, bereits bis Oktober ausgebucht zu sein. Bei Nachfrage wird man auf die Seite des „Widerstand 2020“ verwiesen, man solle einen der anderen Ärzte kontaktieren.

Doch auch überregional gibt es eine große Anzahl an Medizinern, die sich kritisch gegenüber der Maskenschutzverordnung zeigen. In einer Telegramm-Gruppe von Düsseldorfer Eltern werden immer wieder Ärzte gesucht, die die Kinder von den Masken befreien können. Aus „Sorge“ um das Wohlergehen des Kindes. Die Namen von der genannten Liste tauchen dabei auch immer wieder auf.

Atteste gegen Masken: Ärztekammer Nordrhein prüft Verfahren der Ärzte 

Als Grund für ein Attest müsse dabei nicht immer eine physische Vorerkrankung vorliegen. Auch psychische Erkrankungen oder Ängste wie Klaustrophobie (die Angst vor Enge) könnten eine Begründung sein. Denn dann gebe es das Risiko von Panikattacken, Kreislaufproblemen, Atemnot etc.

Der Ärztekammer Nordrhein sei dieses „Netzwerk“ bislang nicht bekannt gewesen. Eine Sprecherin betonte gegenüber dem EXPRESS am Donnerstag (13. August) : „Wir werden den Fall zur berufsrechtlichen Prüfung an unsere Rechtsabteilung weiterleiten.“

Eine der betroffenen Ärztinnen sprach von einem „Drohbrief“, in dem von der Ärztekammer darauf hingewiesen wurde, dass das Ausstellen falscher Atteste strafbar sei.

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