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Wut vor Ort NRW verhängt regionalen Lockdown: Lauterbach mit ausdrücklicher Warnung

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Helfer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) nehmen am MOntag (22. Juni) in Rheda-Wiedenbrück die Probe auf das Coronavirus auf, das anschließend ins Testlabor geschickt wird.

Gütersloh – Dieser Artikel wurde zuletzt um 14:59 Uhr aktualisiert am 23. Juni 2020.

Der Corona-Ausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies zieht weite Kreise. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verhängte am Dienstagvormittag (23. Juni) einen regionalen Lockdown bis zum 30. Juni an. Der Regierungschef kündigte Kontrollen und massive Testungen im Kreis Gütersloh an. Vor Ort stößt die Entscheidung auf viel Wut bei den Menschen. Sie würden unter Generalverdacht gestellt, beschwerten sich Einwohner.

Unsicherheit herrscht auch bei dem Thema Urlaub. Der Lockdown bedeute zwar kein Ausreiseverbot, meinte Laschet. Seine Aussagen blieben aber in diesem Punkt eher unscharf. Einerseits sagte der CDU-Politiker auf eine Frage, ob Bewohner des Kreises Gütersloh in Ferien fahren dürften: „Wer Urlaub plant, kann das natürlich machen.“ Zugleich „appellierte“ er aber an die Bewohner, „jetzt nicht aus dem Kreis heraus in andere Kreise zu fahren“. Und ergänzte: „Das wird auch kontrolliert werden.“

Hier lesen Sie die wichtigsten Aussagen von Armin Laschet aus der Pressekonferenz zum Lockdown im Kreis Gütersloh:

Alles zum Thema Armin Laschet
  • „Wir machen das aus Vorsicht“, sagt Laschet über den Lockdown
  • Das
  • Laschet warnt vor Stigmatisierung: „Menschen in Gütersloh unter Generalverdacht zu stellen, dazu gibt es überhaupt keinen Anlass.“
  • Im Kreis Warendorf ist der festgelegte Schwellenwert für Neuinfektionen überschritten worden. Am Dienstag gab es 68,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. 50 Fälle gelten als Grenze für zusätzliche Schutzmaßnahmen.
  • Laschet kündigt für benachbartes Warendorf ebenfalls Maßnahmen an
  • NRW schickt drei
  • Restaurants und Speisegaststätten können geöffnet bleiben, aber nur noch für Menschen aus einem Hausstand
  • Grillen im Freien
  • Bars und Kinos werden geschlossen
  • Museen, Fitnessstudios, Saunen, etc. werden geschlossen
  • Kontaktbeschränkung wie schon im März werden im Kreis Gütersloh wieder eingeführt
  • Lockdown in Gütersloh wird bis zum 30. Juni
  • NRW-Regierung hat mit Robert-Koch-Institut neues Sicherheitspaket für die Region ausgearbeitet
  • Im Kreis Gütersloh handele es sich um das bisher „
  • 1.553 Tönnies-Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet
  • 100 mobile Teams sind vor Ort, um weitere Tests durchzuführen
  • Laschet will „intensive Betreuung“ für Menschen im Kreis Gütersloh, die nun in Quarantäne sind. Ministerpräsident sagt, Menschen brauchen „humanitäre Hilfe".
  • „Pre-Test-Quarantäne“ für 7.000 Menschen im Landkreis Gütersloh angeordnet - Maßnahme von Virologe Drosten laut Laschet sehr "gewürdigt" worden.
  • Nach Corona-Ausbruch bei Tönnies: Laschet sagt, NRW hat direkt gehandelt und für 50.000 Kinder direkt Schulen und Kitas  geschlossen

NRW: Corona-Massenausbruch bei Tönnies lässt wichtigen Richtwert in die Höhe schnellen (hier lesen Sie mehr)

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SPD-Gesundheitspolitker Karl Lauterbach (hier Mitte Mai mit einer Maske) sagt, aus Gütersloh sollte niemand ohne Test in den Urlaub fahren.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die Entscheidung von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für eine starke Beschränkung des öffentlichen Lebens im Kreis Gütersloh begrüßt und zugleich vor Urlaubsreisen von Bewohnern des Kreises Gütersloh gewarnt.

„Das war überfällig und im Großen und Ganzen angemessen“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“.

Lauterbach: Aus Gütersloh sollte niemand ohne Test in den Urlaub fahren

„Man muss sich jetzt um die Bevölkerung kümmern“, sagte Lauterbach, nach dessen Einschätzung das Infektionsgeschehen im Kreis Gütersloh bereits seit acht Wochen grassiert. Ausdrücklich warnte Lauterbach davor, dass Bewohner des Kreises Gütersloh zu Urlaubsreisen aufbrechen, ohne dass sie zuvor getestet worden seien. „Dann besteht die Gefahr, dass das Virus aus Gütersloh wieder verbreitet wird“, sagte Lauterbach.

Laschet kündigt Polizeihilfe für Quarantäne in Gütersloh an

Die Zahl der nachweislich infizierten Tönnies-Mitarbeiter ist weiter gestiegen. Es gebe 1.553 positive Befunde von den Personen, die unmittelbar im Werk tätig sind, sagte der Leiter des Krisenstabes im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch. 6.650 Proben seien genommen worden.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) will die Quarantäne Tausender Menschen mit Polizeiunterstützung durchsetzen. Die Polizei wird die mobilen Teams „auch in schwierigen Situationen begleiten“, sagte Laschet am Dienstag in Düsseldorf. Zur Not würden die Behörden die Quarantäne-Maßnahmen auch mit Zwang durchsetzen. Dolmetscher für Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch seien auch dabei. (sp/dpa)

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