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Corona in NRW-Fleischfabrik Mindestens 730 Fälle − Staatsanwalt ermittelt bei Tönnies

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Blick auf das Geschäftlogo von Tönnies auf der Produktionshalle in Rheda-Wiedenbrück am Donnerstag (18. Juni). In der Fleischfabrik hat es einen Corona-Massenausbruch gegeben. Die Produktion wurde gestoppt.

Soest – Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert um 14.10 Uhr am 19. Juni 2020. Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz, wie das „Westfalen-Blatt“ berichtet. Das Verfahren richte sich zunächst gegen Unbekannt.

  • Im Tönnies-Werk im Kreis Gütersloh gibt es einen Corona-Ausbruch mit 730 Infizierten.
  • Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.
  • Auch im Kreis Soest gibt es seit Donnerstag (18. Juni) einen Covid-19-Fall, der mit dem Ausbruch bei Tönnies zusammenhängt.

Wie Oberstaatsanwalt Martin Temmen gegenüber der Zeitung erklärte, liegen fünf Strafanzeigen vor, die Anlass für das Ermittlungsverfahren geben (Stand 19. Juni). Darunter ist auch die von Grünen-Politikerin Britta Haßelmann aus Bielefeld angekündigte Strafanzeige. Zum weiteren Vorgehen, insbesondere zu möglichen Durchsuchungsmaßnahmen am Konzernsitz, wollte sich Temmen nicht äußern.

Der Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb von Tönnies mit aktuell 730 Infizierten (hier lesen Sie mehr) hat auch Auswirkungen auf den Kreis Soest.

Soest (NRW): Alle Tönnies-Mitarbeiter müssen in Corona-Quarantäne

„Bislang wurde uns ein positiver Fall im Zusammenhang mit dem Corona-Massenausbruch bei der Firma Tönnies gemeldet“, erklärt Dirk Lönnecke, Leiter des Soester Krisenstabes.

Man habe eine Liste der Tönnies-Mitarbeiter mit Wohnsitz im Kreis angefordert. „Da uns diese Liste derzeit noch nicht vorliegt und ungewiss ist, wann möglicherweise weitere positive Testergebnisse vorliegen, hat sich der Kreis Soest dazu entschieden präventiv tätig zu werden.“

Heißt: Alle Tönnies-Mitarbeiter im Kreis Soest, die in Rheda-Wiedenbrück gearbeitet haben, müssen in Quarantäne. Dazu hat der Kreis eine Allgemeinverfügung erlassen.

NRW plant Initiative gegen zu niedrige Fleischpreise

Unterdessen wird die Kritik an der Fleischindustrie lauter. Das Land Nordrhein-Westfalen arbeitet im Kampf gegen zu niedrige Fleischpreise einem Medienbericht zufolge an einer Bundesratsinitiative. Wie Ursula Heinen-Esser, die NRW-Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin, der „Rheinischen Post“ sagte, gehe es darum, die im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb vorgesehenen Ausnahmen deutlich zu erschweren.

„Es gibt haarsträubende Sonderaktionen, bei denen Fleisch deutlich unter seinem Wert verkauft wird. Das müssen wir stoppen. Denn grundsätzlich ist der Verkauf unter Einstandspreis ja bereits untersagt“, sagte die CDU-Politikerin und betonte: „Wir müssen die gesamte Kette vom Stall bis zum Teller in den Blick nehmen.“ Der Preisdruck aus dem Lebensmittelhandel wirke sich auf die gesamte Kette aus, eben auch auf die Schlachtbetriebe. (sp/dpa)

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