Systeme in NRW überlastet Ü60-Impftermine: Chaos-Start durch Ansturm auf Astrazeneca

Impftermine Ü60 Überlastet

Die Systeme zur Buchung von Impfterminen für über 60-Jährige waren in NRW schon am Morgen überlastet. Das Foto zeigt eine Mitarbeiterin Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg für die Arzthotline „116117“.

Düsseldorf – Am Karsamstag, 3. April, haben in NRW schon am frühen Morgen die  Leitungen für Impftermin-Buchungen für über 60-Jährige geglüht. Doch das Chaos blieb nicht aus – und die Systeme waren schon am Morgen völlig  überlastet. Und das, obwohl NRW-Gesundheitsminister Kar-Josef Laumann (CDU) die Maßnahmen bereits am Mittwoch, 31. März, verkündete und der Ansturm damit seit Tagen absehbar war...

  • Impftermine für über 60-Jährige in NRW buchbar
  • Systeme waren schon am frühen Morgen überbelastet, obwohl Ansturm absehbar
  • Impftermine in NRW weiterhin buchbar

Ansturm in NRW: Impftermine mit Astrazeneca für über 60-Jährige extrem begehrt

Der Ansturm auf die Impftermine für die Altersgruppe 60 plus hatte schon am frühen Samstagmorgen zu überlasteten Leitungen am Telefon und im Internet geführt. Auch bei Google war der Ansturm deutlich bemerkbar. Die Internet-Suchanfragen „www.116-117.de impftermin nrw" und „kvwl impftermin" waren beispielsweise so häufig, dass sie als Ausreißer bei Google Trends geführt wurden.

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Während viele sich vergeblich die Finger wund wählten, kamen die ersten erfolgreichen Termin-Jäger hingegen schon am selben Tag an ihre Impfung.

NRW: Erste Impfungen für über 60-Jährige bereits ausgeführt

Nach Angaben des Düsseldorfer Gesundheitsministeriums wurden bis um 13 Uhr mehr als 106.000 Impftermine an über 60-Jährige vergeben.

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe meldete, von insgesamt über 80.000 Terminen, die allein in ihrem Zuständigkeitsbereich innerhalb von vier Stunden vergeben worden seien, hätten 150 bereits direkt zu Impfungen geführt. „Es lohnt sich trotz des großen Andrangs, es weiter zu versuchen“, twitterte die KV.

Die KV Nordrhein vermeldete 33.000 Impftermin-Buchungen innerhalb der ersten zweieinhalb Stunden. „Dies war leider ein nicht völlig problemfreier Start mit Ansage“, bilanzierte der Vorstandsvorsitzende Frank Bergmann in einer Mitteilung. „Das kann kein noch so gut durchdachtes System leisten“, lautete eine Begründung.

NRW: Systeme brechen trotz Ankündigung zusammen

Das NRW-Gesundheitsministerium meldete schon kurz nach Öffnung der Leitungen per Twitter, die Buchungssysteme der beiden Kassenärztlichen Vereinigungen seien komplett überlastet: „Für die Unannehmlichkeiten bitten wir um Verständnis“. Eine Terminvergabe sei aber weiterhin möglich.

Schon bei der Vorstellung der kurzfristigen Impfaktion für über 60-Jährige kündigte Laumann an, dass Probleme nicht auszuschließen seien: „Klar ist daher auch: Wenn sehr viele Menschen einen Termin vereinbaren wollen, kann es sein, dass die Systeme an ihre Grenzen kommen. Dafür bitte ich um Verständnis.“

Laumann

Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Wegen der enormen Anzahl an Zugriffen habe das Online-Buchungssystem phasenweise gedrosselt werden müssen, teilte die KV Nordrhein mit. „Im Vergleich zum Start der Impfterminvergabe für über 80-Jährige am 25. Januar ist dieses Mal ein Vielfaches an Zugriffen zu verzeichnen – nach zwei Stunden waren es über 25 Millionen.“

Obwohl sehr viele Bürger über erfolglose Buchungsversuche klagten, bezeichneten beide Vereinigungen ihre Systeme als grundsätzlich stabil. Merkwürdig, oder? Die KV Westfalen-Lippe räumte letztlich aber zumindest „leichte Verzögerungen beim Versand der Registrierungs- und Bestätigungsmails“ ein – und bat um Geduld: „Eine erneute Registrierung sollte zunächst nicht vorgenommen werden.“

NRW: Impftermine für über 60-Jährige weiterhin buchbar

Die Gruppe ab 60 Jahren kommt außerhalb der üblichen Reihenfolge zum Zuge, nachdem die Ständige Impfkommission empfohlen hatte, das Präparat von Astrazeneca für Jüngere nicht mehr einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Damit wurden allein in NRW kurzfristig 450.000 Impfdosen frei. Laut Gesundheitsministerium kommen in NRW potenziell rund 3,8 Millionen Menschen zwischen 60 und 79 Jahren infrage, die nun versuchen können, sich für diese Astrazeneca-Charge anzumelden.

Impftermine in NRW können online gebucht werden über www.116117.de (Westfalen-Lippe) oder www.coronaimpfung.nrw/patienten (Nordrhein) sowie telefonisch über die zentrale Rufnummer 116117 beziehungsweise über 0800/11611702 für Westfalen-Lippe und 0800/11611701 für das Rheinland.

Am Mittag standen nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch „in beiden Landesteilen weiter ausreichend Termine zur Verfügung: 76.000 in Westfalen-Lippe und 182.630 in Nordrhein.“(cho mit dpa)

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