Silvester-Böllerei Wie viel „Greta“ steckt in Feuerwerksgigant Weco?

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Die aktuelle Klimadebatte hinterfragt auch den Sinn von Großfeuerwerken wie „Rhein in Flammen“ oder „Kölner Lichter“ .

Eitorf – Das Unternehmen ist mit einem Marktanteil von 60 Prozent nicht nur der Branchenprimus in Deutschland. Mit 450 Mitarbeitern weltweit ist Weco auch das einzige Unternehmen, das noch Feuerwerkskörper in Deutschland selbst fertigt. Und das in Eitorf an der Sieg – also vor den Toren Bonns.

Weco bringt jedes Jahr rund 50 Neuheiten auf den Markt

1948 wurde die Firma von Hermann Weber gegründet und spezialisierte sich zunächst auf die Herstellung von Wunderkerzen. Ab Mitte der 1950er Jahre konzentrierte man sich dann auch auf die Fertigung von Klein-, Groß  und Bühnenfeuerwerken.

Was den Pyro-Freund so richtig freut, sind die gut 50 Neuheiten, die das Unternehmen jedes Jahr herausbringt. Kunden sind dabei hauptsächlich Discounter, Lebensmittelhandel, Groß- und Fachhandel.

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Gemeinsam mit Handelspartner Lidl stellte Weco Neuigkeiten 2019 vor.

Am 28. Dezember startet wieder der Werksverkauf auf dem Weco-Gelände

So stellte das Eitorfer Unternehmen gemeinsam mit dem Handelspartner Lidl, die Produkte vor, die ab 28. Dezember beim Discounter in den Regalen liegen.

Und so werden sich auch wieder Hunderte Ende Dezember vor den Toren des Werkes einfinden, wenn Weco wieder drei Tage zum Werksverkauf alle Feuerwerk-Fans begrüßt.

Doch die Luft wird rauer für die Branche. So beziehen Hersteller aber auch Verbraucher in letzter Zeit regelmäßig Prügel, wenn es um das Abfackeln der Böller geht. Umweltverbände und Politiker machen mobil.

Siegburgs Bürgermeister Franz Huhn fordert ein Verbot von Großfeuerwerken wie „Rhein in Flammen“ oder „Kölner Lichter“ (hier lesen Sie mehr).

Unternehmen Weco reagiert auf die Klimadebatte rund ums Feuerwerk

Wieviel „Greta“ steckt eigentlich im Feuerwerksgigant? Denn der Klimadebatte muss sich auch Marktführer Weco stellen und geht mit dem Thema auch offensiv um. 

„Die derzeitige Fragestellung nach der Sinnhaftigkeit von Feuerwerksverboten wird meist mit den Hauptargumenten Feinstaub und Klimaschutz assoziiert. Die Debatte um die angeblich durch Feuerwerk entstehende Feinstaub-Emission ist jedoch keine Frage des Klimaschutzes“ so Weco-Pressesprecher Oliver Gerstmeier zum EXPRESS und erläutert, das Feinstaub nicht klimarelevant ist, da es sich nicht um ein Klimarelevantes Gas handelt. „Der jährliche, klimarelevante CO2-Anteil durch Feuerwerk – die Summe aller unterjährigen Feuerwerke plus Silvesterfeuerwerk – an den Gesamtemissionen in der Bundesrepublik beträgt lediglich ein Millionstel-Anteil“, so Gerstmaier weiter.

Pyro-Verband will ein unabhängiges Gutachten zum Thema Feinstaub durch Feuerwerkskörper

Wichtig ist dem Unternehmenssprecher dabei zu betonen, dass Feinstaub aus Feuerwerkskörpern andere Eigenschaften besitzt, als der aus Verbrennungsmotoren und die Zusammensetzung in Deutschland schwer reglementiert ist.

Seit dem Jahreswechsel 2018/2019 bläst der Branche der Wind entgegen – vor allem durch das Umweltbundesamt und die Deutsche Umwelthilfe. Nach deren Meinung sind Feuerwerke für 16 Prozent des produzierten Feinstaubs verantwortlich. Dem widerspricht Gerstmeier deutlich: „Der reale Feinstaubausstoß von Feuerwerk – und das wird in der öffentlichen Debatte derzeit nicht transportiert – wurde von keiner der beiden Parteien jemals gemessen.“

Der Verband der pyrotechnischen Industrie zweifelt diese Zahlen stark an und hat jetzt eine Studie durch ein unabhängiges Institut in Auftrag gegeben.

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Selbstverständlich müssen alle Weco-Produkte eine Qualitäts- und Sicherheitsprüfung durchlaufen. 

Silvester-Feuerwerk: Ein Böllerverbot ist in Bonn nicht möglich (hier mehr lesen).

Weco will möglichst alle Materialien aus Papier herstellen

Was die Zukunft angeht, entwickelt auch Weco an technischen Neuheiten. So soll trotz der Diskussion durch neue Zusammensetzungen der Feinstaub reduziert werden. Materialien sollen möglichst aus Papier bzw. Altpapier bestehen.

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Aus Sicherheitsgründen besteht die Spitzkappe einer Rakete aus Kunststoff.

Noch besteht zum Beispiel die Spitzkappe einer Rakete aus Sicherheitsgründen aus Kunststoff – doch auch dieser soll mittelfristig reduziert werden. Ziel ist es, dass alle Materialien eine Feuerwerkskörpers kompostierbar sein sollten. Hier ist dann auch der Verbraucher gefragt, der seinen Müll nach der Silvester-Böllerei auch wirklich wegräumt. Gerstmeier: „Diese Ansätze dienen dem Zweck, unserem Selbstanspruch gerecht zu werden und unseren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten.“

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