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Tobias Moretti als Beethoven Unglaublich, wo der Film über Bonner Genie gedreht wurde

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Krasse Verwandlung: Tobias Moretti als alternder Beethoven im Film „Louis van Beethoven“.

Bonn – Grauhaarig, mit zerfurchtem, sorgenvollem Gesichtsausdruck blickt uns der alternde Ludwig van Beethoven (1770-1827) an. Eine Flasche Wein vor sich, die Notenblätter schummrig beleuchtet von Kerzenschein: So präsentiert sich Schauspieler Tobias Moretti („Kommissar Rex“) im Film „Louis van Beethoven“, der passend zum Beethovenjubiläumsjahr 2020 im Ersten gezeigt wird. Beethoven – ein Ur-Bonner Thema. Aber warum wurde der Film nicht in der Geburtsstadt des Komponisten gedreht, sondern in Tschechien und auf Schloss Arff in Köln?

Leider kein Filmdreh im Bonner Beethovenhaus

Der aufwendig inszenierte Historienfilm erzählt die Geschichte des Komponisten aus unterschiedlichen Perspektiven neu: Aus Sicht eines jungen Genies, das im späten 18. Jahrhundert in einer Zeit der politischen Umbrüche aufwächst, die Europa für immer verändern. Und aus Sicht eines tauben und einsamen Mannes, der - gefangen in einer höchst ungewöhnlichen Familienkonstellation - auf sein Leben zurückblickt.

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Malte Boecker, Direktor des Bonner Beethovenhauses.

Alles zum Thema Ludwig van Beethoven

Malte Boecker, Direktor des Bonner Beethovenhauses, hat Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein in historischen Dingen beraten. „Natürlich wäre es schön gewesen, wenn der Film auch in Bonn gedreht worden wäre. Wir hatten mehrfach Drehs rund um das Beethovenhaus angeboten. Die Produktionsfirma hat lange überlegt und sich dann anders entschieden“, sagt Boecker ganz ohne Groll. Denn er freut sich, dass „so ein Riesen-Projekt zum Beethoven-Jubiläumsjahr realisiert werden konnte. Das ist ein Super-Glücksfall.“

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Film thematisiert Beethovens Sturm- und Drangjahre

Er habe Niki Stein in privatem Rahmen kennengelernt. Der Regisseur habe ihn gefragt, ob Boecker Lust habe, bei dem Filmprojekt mitzuwirken. Boecker sagte direkt zu und erklärt: „Meine Rolle ist ganz bescheiden.“ Er kümmerte sich darum, dass bei allem Freiraum der filmischen Erzählung die historischen Fakten gewahrt werden. Für ihn war der Darsteller des jungen Beethoven, der erst elf Jahre alte Colin Pütz von der Kölner Hochschule für Musik und Tanz, besonders beeindruckend: „Er musiziert in allen Szenen selbst.“

Auch die Tatsache, dass ein Fokus des Films auf Ludwig van Beethoven in dessen Sturm- und Drangzeit zeigt, ist für Boecker außergewöhnlich. „Das Klischee des alten, tauben Misanthropen Beethoven wird aufgebrochen, weil viel über seine jungen Jahre gezeigt wird.“

Die Produktion hatte das Kölner Schloss Arff ausgewählt, weil es sehr an Schloss Gneixendorf bei Wien erinnert. Dort lebte Beethovens Bruder, der Komponist besuchte ihn 1826.

Gibt es eine Vorpremiere in Bonn?

Denn Regisseur Niki Stein („Bis nichts mehr bleibt“, „Rommel“) nähert sich dem Komponisten in drei verschiedenen Lebensphasen, die von drei Darstellern verkörpert werden: Das Kind Louis wird vom Jungpianisten Colin Pütz gespielt, der junge rebellische Ludwig von Anselm Bresgott und Beethoven am Ende seines Lebens von Tobias Moretti. Zur Besetzung zählen unter anderem Ulrich Noethen, Silke Bodenbender und Johanna Gastdorf.

Und wer weiß, vielleicht wird der Film vor Ausstrahlung im Ersten in einer Vorpremiere in Bonn gezeigt – Malte Boecker und viele andere Bonner Beethoven-Fans würden sich sicher freuen… (smo)

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