Plansch-Pläne auf Eis  Mondorfer See: Enten verhindern den Badespaß!

Es hätte so schön sein können: Der Mondorfer Baggersee würde bei Bade-Fans mit feinen Sandstränden und einem tollen Baumbestand punkten. Aber der Naturschutz macht jetzt einen Strich durch die Rechnung.

Es hätte so schön sein können: Der Mondorfer Baggersee würde bei Bade-Fans mit feinen Sandstränden und einem tollen Baumbestand punkten. Aber der Naturschutz macht jetzt einen Strich durch die Rechnung.

Niederkassel – Dreißig Hektar türkisblaue Wasserfläche, zwei wunderschöne Sandstrände, ein lauschiger Baumbestand: Eigentlich sollte der Mondorfer See bei Niederkassel nächstes Jahr für alle Wasserratten aus der Region geöffnet werden. Doch jede Menge Federvieh, das an der ehemaligen Kiesgrube lebt, legt die Plansch-Pläne jetzt auf Eis.

Hauptbösewicht: die Reiherente. Wegen ihr und einiger ihrer gefiederten Freunde wie Haubentaucher oder Schwarzmilan werden Schwimmer und Segler wohl in die Röhre gucken müssen.

Das geht aus einem ganz frischen artenschutzrechtlichen Gutachten hervor, das die jahrelange Diskussion um die Zukunft des Sees nun wohl beenden wird. „Die Gutachter gehen davon aus, dass der Baggersee wegen seiner schon heute bestehenden Bedeutung für Wasservögel nicht als Freizeitgewässer zur Verfügung stehen kann“, sagt Rita Lorenz, Sprecherin des Rhein-Sieg Kreises.

„Wir werden jetzt gemeinsam mit der Stadt Niederkassel das Gutachten besprechen und bewerten.“ Im Klartext ist es das vorläufige „Aus“ für den Badesee, der eigentlich 2016 eröffnet werden sollte. „Nur einen Teil für den Wassersport freizugeben wäre problematisch“, so ein Sprecher des NABU Bonn.

Die Vögel könnten auch dann gestört werden. Und wenn man dort rein theoretisch trotzdem Badebetrieb zulassen würde? „Dann“, so der NABU-Sprecher, „würden die Vögel wahrscheinlich woandershin umziehen.“ Allerdings müssten sie dafür auch einen geeigneten Ort in der Nähe finden.

„Und viel Platz haben wir ja nicht mehr im Vorgebirge, irgendwann ist alles voll.“ Bade-Fans bleibt jetzt nur noch eine Hoffnung: der nur drei Kilometer Luftlinie entfernte Niederkasseler See, ebenfalls eine Kiesgrube.

Vor Jahren sollte der ohnehin zum Schwimmerparadies werden, der Mondorfer zum Naturschutzgebiet. Doch beim Niederkasseler gab es viele Bedenken gegen die Freizeitnutzung. So hatte damals ein Gutachter gewarnt, dass die geplante Liegewiese unter Hochspannungsleitungen liegen würde.

Dies könne zu Problemen bei Herzpatienten führen. Unter anderem deswegen tauschte man die Zukunftspläne beider Seen. Jetzt könnte unter Umständen wieder zurückgetauscht werden. Allerdings wird der Niederkasseler See noch bis 2025 als Kiesgrube benutzt! Bis dahin werden noch viele Generationen Haubentaucher ihre Kreise ziehen können.

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