Mehr Unfälle zuhause in Corona-Krise Bonner Unfallchirurg sieht aber auch Vorteile...

Neuer Inhalt

Die Zeit Zuhause in der Corona-Krise, weckt den Heimwerker-Trieb: In Bonns Ambulanzen häufen sich die Unfälle.

Bonn – Zuhause - das ist für viele gerade Büro, Restaurant, Fitnessstudio und Schule gleichzeitig. Und dann gibt es noch Sportbegeisterte, die auf Inline-Skates nach draußen flüchten, oder andere, die Heim und Garten verschönern wollen. Häufen sich in Bonner Ambulanzen jetzt die Heimwerker- und Outdoor-Unfälle?

Prof. Christof Burger, leitender Arzt der Unfall- , Hand- und Plastisch-Rekonstruktiven Chirurgie an der Bonner Uniklinik, beobachtet in der Ambulanz tatsächlich vermehrt heimische Unfälle: „Die Entwicklung ist nachvollziehbar, weil die Menschen gerade mehr Zeit Zuhause verbringen."

Laut Unfallchirurg Burger gehen die Unfälle bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin zurück, die häuslichen Unfälle nehmen zu: „Das Verhältnis ist sonst etwa 2:1 und hat sich praktisch umgedreht."

Neuer Inhalt

Der Chirurg Prof. Christof Burger von der Bonner Uniklinik beobachtet aktuell mehr heimische Unfälle in der Ambulanz.

„Zum einen fallen die Menschen im Frühjahr von der Leiter, zum Beispiel bei der Baumpflege. Wir haben aktuell viele Wirbelsäulen- und Kopfverletzungen", sagt Burger. „Zum anderen entstehen viele Fälle für die Handchirurgie bei handwerklichen Arbeiten, zum Beispiel mit der Säge." Der Unfall-Chirurg berichtet von Schnittverletzungen an Sehnen und Fingeramputationen.

Mehr Unfälle Zuhause in Corona-Krise: Es gibt aber auch Vorteile

Burger beobachtet in der Corona-Krise aber auch positive Entwicklungen: „Die Krise hat auch Vorteile, die Arbeit im Home-Office ist sicherer." Es gebe deutlich weniger Schwerverletzte, weil der Auto- und Motorradverkehr in den letzten sechs Wochen abgenommen habe. Und auch die Kinder sind mehr Zuhause. Es gebe weniger Fälle in der Kinderunfallchirurgie, sagt Burger.

Ambulanz St. Josef: Outdoorsport-Verletzungen leicht erhöht 

Das St. Josef Krankenhaus in Beuel kann anders als die Uniklinik keine auffällige Häufung von Unfällen beim Heimwerkern oder Freizeitsport feststellen. „Die Zahl der Patienten, die wir nach Verletzungen beim Radfahren oder Inline-Skaten versorgt haben, war aufgrund des schönen Wetters leicht erhöht, bewegte sich aber im üblichen Rahmen“, sagt Bettina Kribben, Ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme der GFO Kliniken Bonn, Betriebsstätte St. Josef.

Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) hat noch keine Daten zu einem möglichen Anstieg. „Grundsätzlich wäre aber eine Zunahme von Sport-/Aktivitätsunfällen mit Blick auf die momentane Jahreszeit und die dadurch vielfach im Freien stattfindenden Freizeitaktivitäten der Bevölkerung nicht unüblich", sagte KVNo-Pressesprecher Christopher Schneider.

Malteser Krankenhaus: Menschen meiden Notaufnahme wegen Corona

Auch das Malteser Krankenhaus in Bonn kann keine Zunahme bestätigen. Pressesprecherin Sabine Coen berichtet dagegen von einer beunruhigenden Entwicklung: „Ganz im Gegenteil: Die Menschen sind zur Zeit immer noch recht zurückhaltend, was das Aufsuchen der Zentralen Notaufnahme angeht - aus Angst vor einer Corona-Infektion." 

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.