Kultur droht das Aus Bonner geben Veranstaltungsbranche ein Gesicht

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Bonner Prominente und „Normalos“ geben der Veranstaltungsbranche ein Gesicht und machen auf die schwierige Situation aufmerksam.

Bonn – Diese Fotos haben es in sich: Schwarze Kleidung, die Arme verschränkt und ein ernster Blick – so machen derzeit zahlreiche Bonner Kulturtreibende auf die schwierige Lage ihrer Branche aufmerksam. Mit dem erneuten Lockdown light haben sie quasi Berufsverbot. Theater, Kinos und Konzertlocations sind zwangsgeschlossen, Auftrittsmöglichkeiten gibt es derzeit keine.

Nach der ersten Schließung im Frühjahr und starken Einschränkungen im Sommer sieht es für viele Musiker, Schauspieler, Kabarettisten, Clubbetreiber und die unzähligen Dienstleister hinter der Bühne düster aus. „Vom ersten Geiger bis zum Caterer sind alle betroffen“, sagt Thomas Lenz, Pressesprecher mehrerer Veranstaltungsbetriebe und Gründungsmitglied des Vereins bonn.pop.

„Die staatlichen Hilfen greifen nur zum Teil. Für Soloselbständige sind sie maximal ein Tropfen auf den heißen Stein. Armin Laschets Einordnung von Kulturbetrieben als bloßer Freizeiteinrichtungen auf einer Ebene mit Bordellen zeigt darüber hinaus eine skandalöse Geringschätzung.“

Kultur droht das Aus: Kampagne von Promi-Fotograf ins Bild gesetzt

Dass die NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen der verzweifelten Branche dann auch noch öffentlich vorwarf, sich „immer eine Extrawurst“ zu braten, habe das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht.

Zeit, um Gesicht zu zeigen, dachte sich Veranstaltungstechniker Jonas Lorenz und rief die Initiative unter dem Hashtag #kulturgesichter0228 ins Leben. Der Bonner Promi-Fotograf Stefan Mager erklärte sich bereit, kostenfrei Porträts zu schießen, Fabrik45-Betreiberin Natascia Cuschie stellte ihre Location zur Verfügung.

Kultur droht das Aus: Promis und „Normalos“ zeigen Gesicht

Das Echo war von Anfang an überwältigend. Drei Tage lang drückte Mager bereits pausenlos auf den Auslöser, ein vierter Termin ist in Vorbereitung. Namhafte Bonner Kulturschaffende wie Bill Mockridge, Margie Kinsky, „Malentes“ Knut Vanmarcke und Dirk Vossberg-Vanmarcke oder die Musikerin Clara Clasen zeigten vor der Kamera Gesicht für die Initiative. Noch wichtiger aber die große Zahl unbekannter Köpfe, die normalerweise im Hintergrund arbeiten, und für die das wirtschaftliche Aus droht: Sie alle sind zu sehen unter kulturgesichter0228.de.

Am liebsten würden Lorenz und seine Mitstreiter eine stadtweite Plakatkampagne anschließen, um für eine noch breitere Öffentlichkeit zu sorgen. Die Initiative sucht dazu aktuell nach Sponsoren, denen die Kultur am Herzen liegt.

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