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Idee aus Hennef Klopapier aus Gras könnte Renner nicht nur in Corona-Zeiten werden

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Kassenschlager Klopapier: Ein Hennefer Unternehmen steigt ein und will Klopapier aus Gras herstellen. Auf dem Foto vom März diesen Jahres trägt ein Mann in Siegen mehrere Packungen aus dem Supermarkt.

Hennef – Klopapier, das beliebteste Supermarktprodukt der Deutschen in der Corona-Krise, gibt es vielleicht bald auch in grün. Die Hennefer Firma Creapaper und der Düsseldorfer Hersteller Hakle experimentieren mit Papier aus Gras.

Denn die Produktion des Kassenschlagers Klopapier belastet die Umwelt. „Man spült den Baum ins Klo“, zitiert Creapaper-Geschäftsführer Uwe D`Agnone große Umweltorganisationen. „Umso notwendiger ist es bei dieser Einmal-Nutzung ökologische Fasern zu verarbeiten.“

„Grünes“ Klopapier aus Hennef: Firma kooperiert mit Hakle

Im Supermarkt hat der Kunde die Wahl zwischen 3- bis 7-lagigem Klopapier, das geriffelt oder glatt, „flauschig“ oder recycelt, parfümiert und sogar mit kleinen Einhörnern bedruckt sein kann.

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Uwe D`Agnone aus Hennef hatte vor acht Jahren die Idee aus Gras Papier zu machen.

Das „grüne“ Klopapier, an dem Creapaper und Hakle seit rund einem Jahr tüfteln, setzt auf den natürlichen Look: grüngraue Farbe und Grassprenkel. Papier aus Gras statt Bäumen – das war schon vor acht Jahren die geniale Idee von Creapaper-Geschäftsführer Uwe D`Agnone.

„Grünes“ Klopapier aus Hennef: Firma kooperiert mit Hakle

Die großen Papierfabriken hätten ihn damals belächelt, sagt der 57-Jährige. Erst vor vier Jahren durfte er in den Papierverband: „Mittlerweile hat sich das gewandelt.“ 

Hakle-Geschäftsführer Volker Jung kannte Uwe D`Agnone schon länger, vor einem Jahr intensivierten sich dann die Pläne, zusammenzuarbeiten.

„Grünes“ Klopapier aus Hennef: Warum nachhaltiger?

Warum braucht es nachhaltigeres Klopapier? Für das Hygieneprodukt müssen nicht nur Bäume gefällt werden, auch der Transport und die Verarbeitung zu Zellstoff verursachen hohe CO2-Emissionen.

„Jeder Baum zählt!“, damit wirbt Creapaper auf Facebook für seine Papier-Alternative. Die Firma aus Hennef reinigt das Heu von Eifelbauern. Dann wird es gemahlen und zu Pellets gepresst.

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Im Creapaper-Werk in Düren wird das Eifel-Heu in Pellets für die Papierproduktion gepresst. 

Bei dieser Herstellungsmethode entstehen nach Angaben des Geschäftsführers 75 Prozent weniger CO2-Emissionen als beim traditionellen Verfahren.

„Grünes“ Klopapier aus Hennef: Experimente in Düren

Graspapier allein funktioniert aber nicht. Es kommt je nach Produkt auf den richtigen Mix aus Gras- und Altpapier sowie klassischem Holz an.

Genau mit diesem Mischungsverhältnis experimentierte Creapaper in seinem Werk in Düren, um Klopapier und Küchenrolle für Hakle herzustellen.

„Grünes“ Klopapier aus Hennef: Unternehmen wagt sich in „Königsklasse“

Experimente gehören zum Geschäft mit dem Graspapier dazu, aber das Produkt Klopapier stellt Creapaper vor eine neue Herausforderung.

„Toilettenpapier ist die Königsklasse des Papiermachens“, sagt Uwe D`Agnone. Warum? Der „Soft-Charakter“ darf nicht verloren gehen und die einzelnen Lagen des Klopapiers sind hauchdünn.

So wurde in der Testphase mal der Grasfaser-Gehalt, mal die Mahlung verändert.

„Grünes“ Klopapier aus Hennef: erst in Schweiz auf dem Markt

Nach monatelangem Rumprobieren verkündet Uwe D`Agnone das Ergebnis: Eine Küchenrolle mit 30 Prozent Grasfaser-Anteil kommt Anfang nächsten Jahres in der Schweiz auf den Markt. Das Klopapier mit 20 Prozent Grasfasern soll kurz darauf folgen.

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So sieht das „grüne“ Klopapier von Creapaper und Hakle aus.

Warum erst in der Schweiz? Es ist einfacher, erklärt Uwe D`Agnone. Auf einem kleineren Markt seien Fehler noch gestattet. „Wenn in Deutschland die Versorgung noch nicht so toll läuft, ist das ein Problem“, sagt der Unternehmer.

„Grünes“ Klopapier aus Hennef: Faktor Nachhaltigkeit boomt

Der Faktor Nachhaltigkeit boomt: 2017 erhielt Creapaper den Innovationspreis für Klima und Umwelt des Bundesumweltministeriums, nun die Kooperation mit Hakle. 

Um sein Geschäft auszudehnen, holte D`Agnone sich dieses Jahr die ehemalige Aldi Süd-Geschäftsführerin für Zentraleinkauf Jeannette Thull ins Boot.

Hamsterkäufe und Klopapier-Boom werden wahrscheinlich bald Geschichte sein, das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein Kaufargument. Und so hat der Supermarktkunde in naher Zukunft auch grüngraues Klopapier aus Gras zur Auswahl. (lmc)