Knatsch um Haribo in Grafschaft Erster Discounter schmeißt Goldbären aus Regal

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Der Klassiker im Haribo-Sortiment: der Goldbär. Das Foto zeigt die Prüfung der Goldbären-Produktion durch eine Mitarbeiterin.

Grafschaft – Das Bonner Traditionshaus Haribo steht mal wieder in den Schlagzeilen – zumindest beim Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. So hat sich nach Ansicht des Hamburger Magazins das Unternehmen, das inzwischen seinen Hauptsitz im rheinland-pfälzischen Grafschaft hat, unter der Regie des Familienerben Hans Guido Riegel verzettelt, anstatt internationaler und moderner zu werden.

Da es auch ohne Haribo läuft, hat zum Beispiel das Unternehmen Lidl die Produkte kurzerhand aus dem Sortiment geworfen. Der Discounter verkauft lieber Eigenmarken oder Produkte der Konkurrenz Katjes. Auch beim Handelskonzern Edeka wurde das Haribo-Sortiment deutlich heruntergefahren. Auch mit Rewe soll es Knatsch gegeben haben. Nach Spiegel-Angaben hatte der Süßwarenhersteller versucht, die Preise anzuziehen.

Knatsch um Haribo: Seit Tod des Patriarchen Hans Riegel regelmäßig in den Schlagzeilen

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Einen Grund für die Probleme von Haribo, das dieses Jahr 100. Geburtstag feiert, sieht die Autorin im Familienerben Hans Guido Riegel, der sich nur ungern in den Vordergrund drängt und seit seinem Antritt 2013 eine hohe Fluktuation an Managern zu beklagen hat. Führungsstärke und eine richtungsweisende Hand sollen Riegel fehlen.

Etwas, das man vom ehemaligen Haribo-Patriarchen Hans Riegel nie sagen konnte. 67 Jahre führte er das Haus mit harter Hand. Er verstarb im Jahr 2013 im Alter von 90 Jahren.

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Hans Riegel starb 2013 im Alter von 90 Jahren. Das Foto zeigt ihn im Jahr 2009 in Bonn.

Zwar redet das Unternehmen nicht über Marktanteile, doch die aktuellen Zahlen sollen in der Grafschafter Zentrale für Unruhe sorgen.

Nach einem Hin und Her bei zuckerfreien oder zuckerreduzierten Produkten konzentrierte man sich wieder auf den Klassiker Goldbären und stellte ihn in den Mittelpunkt. Fachleute sehen jedoch neben der Führungsschwäche im Haus, dass es an wegweisenden zukünftigen Strategien fehlt und die Rolle rückwärts beim Goldbären zu wenig ist.

Knatsch um Haribo: Probleme beim Auslandsgeschäft

Laut Spiegel gibt es auch Schwierigkeiten beim Auslandsgeschäft. Auch wenn man in Sachen Süßwaren – außer Schokolade – in den USA Marktführer ist, lässt der Neubau eines größeren Werks weiter auf sich warten. In China ist man sieben Jahre nach Markteintritt kaum noch in den Supermarktregalen zu finden.

EXPRESS fragte beim Unternehmen nach. Christian Bahlmann, Leiter Kommunikation International, nahm zu den Punkten Preisverhandlungen, Familienunternehmen und Auslandsengagement Stellung.

„Die Marke Haribo ist eine der bekanntesten und beliebtesten Marken in Deutschland. Das weiß auch der Handel. In unserer fast 100-jährigen Unternehmensgeschichte gab und gibt es immer wieder Preisverhandlungen, die mitunter intensiv und mit gewisser Lautstärke geführt werden. Wir begreifen den Handel als Partner, und dies wird auch so bleiben. Haribo hat seit vielen Jahren keine Preiserhöhung durchgeführt. Wir halten Preiserhöhungen vor dem Hintergrund allgemein gestiegener Preise für Löhne, Rohstoffe und Energie daher für gerechtfertigt.“

Knatsch um Haribo: Unternehmen spürt Folgen der Corona-Pandemie

Beim Thema Zahlen und Management bleibt das Unternehmen gewohnt zurückhaltend. „Haribo ist in dritter Generation in Familienbesitz. Wir sind ein gesundes Unternehmen, unabhängig von Dritten und weltweiter Marktführer im Fruchtgummi- und Lakritzmarkt. Unseren Erfolg bewerten wir deshalb in Generationen, nicht in kurzfristigen Quartalsergebnissen“, so Bahlmann

Und auch die Corona-Pandemie ist am Unternehmen nicht spurlos vorübergegangen. Bahlmann: „Auch wenn die Corona-Pandemie unseren Zeitplan ein wenig durcheinandergebracht hat, laufen die Vorbereitungen für den Neubau unseres Werkes auf Hochtouren. Haribo ist vor ziemlich genau 100 Jahren in einer kleinen Waschküche in Bonn gegründet worden. Damals hätte wohl niemand gedacht, dass daraus heute ein weltweit erfolgreiches Unternehmen geworden ist. Überall auf der Welt lieben Groß und Klein unsere Produkte. Das macht uns schon ein wenig stolz!“ (stz)

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