Bornheimer mit Ode an die Sau 111 Dinge über Schweine-Kult und Asphalt aus Gülle

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Einfach knuffig, so ein Schweinchen. Über die Tiere gibt es jetzt ein neues Buch. Das Symbolfoto zeigt ein Ferkel bei einem Agrarfest.

Bornheim – Das Schwein – von kleinen süßen Ferkeln abgesehen hat das rosafarbene Borstenvieh nicht gerade den besten Ruf und ist auch noch ein beliebtes Schimpfwort. Das wollen Susanne und Rudolf Jagusch (53) aus Bornheim ändern und haben ein Buch geschrieben mit dem Titel „111 Dinge über Schweine, die man wissen muss“.

Im EXPRESS-Interview berichtet Rudolf Jagusch vom Schweine-Kult auf Papua-Neuguinea, Asphalt aus Gülle und anderen Kuriositäten rund um die Sau.

Bornheimer schreiben Schweine-Buch: inspiriert von TV-Sau

Die Jaguschs sind schon lange Fans der Reihe des Kölner Emons Verlags, in der in jedem Band 111 Orte, Biere oder Heilige, die man kennen sollte, vorgestellt werden. „Das wollten wir auch gerne mal machen“, sagt Rudolf Jagusch.

In ihrem Buch verraten Susanne und Rudolf Jagusch 111 kuriose Geschichten und Fakten rund ums Schwein.

In ihrem Buch verraten Susanne und Rudolf Jagusch 111 kuriose Geschichten und Fakten rund ums Schwein.

Die ersten Themenvorschläge scheiterten, bis Jagusch, der auch Eifel-Krimis schreibt, „Eberhard von Schwarte“ im Fernsehen sah. Das Film-Schwein begleitete Michael Kessler bei „Kesslers Expedition“, war aber eigentlich der Star der Show. Damit war der Fall klar.

Bornheimer schreiben Schweine-Buch: Autor flüchtete vor Eber auf Baum

„Schweine sind intelligent und lieb, wobei ich lieb in Anführungszeichen setzen würde“, sagt Rudolf Jagusch und schmunzelt. Der Schriftsteller muss es wissen, denn er wuchs auf einem Bauernhof auf und tollte als Kind mit Schweinen durchs Stroh.

Aber ein Tier war alles andere als lieb. „Einer der Eber rannte wie eine Abrissbirne über den Hof. Da hatte ich fürchterliche Angst“, erinnert sich der Autor. Schutz suchte der junge Rudolf dann auf Bäumen. Am Ende musste die Familie das Tier weggeben.

Bornheimer schreiben Schweine-Buch: Eine Sau schrieb Geschichte

Auch Susanne Jagusch ist keine Anfängerin in Sachen Hoftiere. Sie half mit ihrer Familie früher jedes Wochenende auf einem Bauernhof mit.

Neuer Inhalt

Das Ehepaar aus Bornheim will mit einem Buch das Image des Schweins aufpolieren.

Bei der Recherche für das Buch wurde das Ehepaar trotzdem immer wieder überrascht. „Meine Lieblingsgeschichte ist die von einem Schwein, das im Ersten Weltkrieg auf einem deutschen Kriegsschiff mitfuhr“, erzählt Rudolf Jagusch.

Bornheimer schreiben Schweine-Buch: Sau bekommt Eisernes Kreuz

Das Schiff wurde 1914 von den Engländern versenkt, aber das kluge Schwein schwamm zur feindlichen Flotte herüber. Die Besatzung rettete das Tier und machte dem englischen Humor alle Ehre.

„Sie benannten das Schwein „Tirpitz“ nach einem deutschen Admiral, verliehen ihm das Eiserne Kreuz und machten es zu ihrem Maskottchen“, sagt Rudolf Jagusch.

Bornheimer schreiben Schweine-Buch: Intelligenz-Test bestanden

Dass Schweine wirklich klug sind, konnte ein amerikanischer Professor  beweisen. Er stellte in einem Stall Computer mit Spielen auf. „Die Tiere bedienten den Joystick mit dem Mund und freuten sich, wenn sie gewannen“, sagt Rudolf Jagusch.

Schweine können auch auf überraschende Weise Nutztier sein, erklärt der Bornheimer. Eine amerikanische Universität macht nämlich aus Gülle Asphalt für Straßen.

Bornheimer schreiben Schweine-Buch: Skurriler Kult auf Papua-Neuguinea

Und in anderen Ecken der Welt werden Schweine auf skurrile Weise verehrt. Ein Foto im Buch zeigt eine Frau, die an der einen Brust ihr Kind und an der anderen ein Schwein mit Milch versorgt.

„Meine Frau entdeckte den Schweine-Kult auf Papua-Neuguinea. Dort gelten die Tiere als so wertvoll, dass die Frauen sie mit säugen“, erklärt Rudolf Jagusch.

Bornheimer schreiben Schweine-Buch: Corona und die Schweinepest

Die Recherche für das Buch wurde gleich durch zwei Seuchen erschwert: Corona und die Schweinepest. Ein paar Reisen konnten die Jaguschs aber trotzdem machen. Im Schweinemuseum in Stuttgart schauten sie sich eine alte Straßenbahn aus Basel an, die wie ein Schwein aussieht.

Susanne und Rudolf Jagusch besuchten Eichelschweine im Allgäu, Weideschweine im Freilichtmuseum Kommern und sogar TV-Star „Eberhard von Schwarte“.

„Wegen der Schweineseuche war es nicht so leicht, für die Fotos nah an die Tiere heranzukommen“, erzählt Rudolf Jagusch.

Bornheimer schreiben Schweine-Buch: Ehepaar träumt von eigenem Hof

Das Ehepaar selbst hat kein Schwein zuhause. Noch nicht. „Im Reihenhaus ist dafür leider kein Platz, aber ich träume von einem Hof“, sagt Rudolf Jagusch.

Das Buch gibt es seit dem 19. November im Handel und kostet 16,95 Euro. (lmc)

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