Busfahrer im Rollstuhl? Bonner SWB veranstalten besondere Schulung

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Beim Fahrgast-Training der Stadtwerke Bonn helfen sich zwei Busfahrer gegenseitig beim Einstieg und trainieren so Alltagssituationen den Umgang mit Menschen mit Behinderung.

Bonn – Wie schwierig es sein kann, blind oder im Rollstuhl sitzend in den Bus einzusteigen, durften Bonner Busfahrerinnen und Busfahrer jetzt wieder hautnah erfahren.

Bei einem Training der Stadtwerke Bonn (SWB), wurde am Dienstag, 25. August, an der Haltestelle „Gustav-Heinemann-Haus“ in Tannenbusch der Umgang mit Fahrgästen geübt, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Bonn: SWB veranstalten Fahrgast-Trainings für Busfahrer

Bei dem Training handelt es sich um eine Sensibilisierungsmaßnahme, die den Fahrern im Ernstfall helfen soll, frühzeitig einzugreifen. Anhand von Praxisbeispielen habe man mögliche Alltagssituationen durchgespielt und die Fahrer dadurch vorbereiten können, erklärte Hansjörg Spielhoff, Geschäftsführer der SWB Bus und Bahn.

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Denn nicht nur der Ein- und Ausstieg kann für Schwierigkeiten sorgen. Auch im Bus bedarf es besonderer Rücksichtsnahme. In diesem Zusammenhang finden die Trainings regelmäßig in Zusammenarbeit mit der Behindertengemeinschaft Bonn statt.

Bonn: Behinderte Fahrgäste teilen Erfahrungen mit Busfahrern

Während der Schulung erzählen die Teilnehmer von ihren Erlebnissen und Schwierigkeiten, die sich im Alltag ergeben und wie diese zusammen bewältigt werden können. Um die Betroffenen besser zu verstehen, dürfen die SWB Mitarbeiter schließlich auch selbst im Rollstuhl Platz nehmen und sich gegenseitig beim Einstieg helfen.

Auch das Ein- und Aussteigen mit verschiedenen Typen wird geprobt, etwa mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder einem E-Scooter.

Stadtwerke Bonn beziehen Anliegen von Behinderten in Verkehrsplanung ein

„Es gibt unterschiedliche Perspektiven und Situationen zu betrachten und wenn das gegenseitige Verständnis nicht vorhanden ist, kann es zu Unstimmigkeiten kommen”, so Marion Frohn, Geschäftsführerin der Behindertengemeinschaft Bonn.

Grundsätzlich ziehe man die Anliegen von Behinderten von Vornherein mit ein, wie Michael Dörr, SWB Verkehrsplanung erklärt: „Zum Ausbau barrierefreier Haltestellen, befinden wir uns im engen Austausch mit der Stadt und der Behindertengemeinschaft Bonn. Auch bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge, fließen diese Erfahrungen mit ein. Gemeinsame Gespräche sind also schon während der Planung essenziell. ” (sj)

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