Bonner Verkehrsführung  Rat hat entschieden: Rolle rückwärts beim Cityring

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Sobald die Kappung des Cityrings wieder aufgehoben ist, gilt auch in der Maximilianstraße am ZOB wieder eine andere Verkehrsführung.

Bonn – Eins scheint sicher wie das Amen in der Kirche: Die Bonner Verkehrssituation wird wohl zu dem Top-Thema im kommenden Kommunalwahlkampf. In der aktuellen Jamaika-Koalition brodelt es in Sachen Verkehr schon lange. CDU und FDP liegen mit den Grünen beim vieldiskutierten Thema Cityring über Kreuz. Am Donnerstag, 18. Juni, stand der Cityring mal wieder auf der Tagesordnung im Rat – obwohl das Thema vor einigen Monaten längst als beerdigt galt. CDU,FDP und Bürgerbund machten die Rolle rückwärts und beschlossen, die Kappung des Cityrings wieder aufzuheben. Wie schnell die Änderung umgesetzt werden kann, konnte die Verwaltung am Freitag auf EXPRESS-Anfrage noch nicht sagen. 

Viel Kritik von Seiten der SPD, der Grünen und der Linken. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub kritisiert die Entscheidung.

Positiv wurde die Entscheidung vom Bonner Einzelhandel und weiteren Verbänden aufgenommen. Sie hatten im Vorfeld ein Schreiben an die Ratsmitglieder geschickt und erklärten ihre Sicht der Dinge zum Streitthema Cityring. Darunter Bonner City-Marketing, Dehoga, Haus & Grund, Einzelhandelsverband, IHK und Handwerkskammer. Das Bild, das sie malen ist düster, sehr düster. Und: Nicht nur die Corona-Krise ist schuld am Desaster der Geschäfts- und Gastroeinnahmen in der Innenstadt, sondern vor allem auch die Bonner Verkehrssituation.

Ihre Forderung – knallhart: die Rolle rückwärts beim Cityring!

  • Die Kappung des Rings muss schnellstmöglich aufgehoben werden
  • Die Stockenstraße muss zur Durchfahrt auf den Ring geöffnet werden
  • Die Rathausgasse muss geöffnet bleiben
  • Die Maximilianstraße muss zur Durchfahrt in Richtung Hauptbahnhof geöffnet werden
  • Die Durchfahrt von der Kaiserstraße in die Maximilianstraße muss geöffnet werden

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Nach den Aussagen der Verbände geht es um die nackte Existenz.

„Viele Einzelhändler und Gastronomen, aber auch Dienstleistungsunternehmen erzielen nicht einmal die Hälfte der Umsätze aus dem Vorjahr. Die Folgen für die Selbständigen und ihre mehrere tausend Beschäftigten sind dramatisch. Schon kündigen selbst große Unternehmen an, ihre Filialen zu schließen. Viele inhabergeführte Betriebe gibt es bereits nicht mehr. Wohin wird das führen? Zunächst werden viele Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants und Gaststätten in der Form von Filialbetrieben großer Unternehmen betrieben werden. Wenn es auch dafür nicht mehr reichen wird, entwickelt sich die Bonner Innenstadt zu einem reinen Wohngebiet. Das urbane Leben wird dann vorbei sein“ heißt es in dem Schreiben an die Ratsmitglieder.

Bonner Cityring: Dauerbrenner im Stadtrat

Ihre These: „Vielen Besuchern ist inzwischen nicht mehr klar, wie sie die Innenstadt überhaupt noch mit dem PKW erreichen können und sie orientieren sich um“, heißt es weiter.

Aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen tagte der Rat am Donnerstag im Beueler Brückenforum und der Cityring wird gewiss nicht zum letzten Mal auf der Tagesordnung stehen. Nach der Kommunalwahl werden die Karten neu gemischt.

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